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Die Schale der Winde

Die Schale der Winde

Titel: Die Schale der Winde Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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Nach dem zu urteilen, was er zuletzt gesehen hatte, konnte sie einige hundert Freundinnen brauchen. Vielleicht würde Egwene, wenn er diese Frauen erst zurückgebracht hätte, bereit sein, den Unsinn mit der Amyrlin aufzugeben und zulassen, daß er sie zusammen mit Elayne und Nynaeve und Aviendha zu Rand brachte. »Und was ist mit Rand, Elayne? Caemlyn. Der Löwenthron. Blut und Asche, Ihr wißt, daß Ihr Caemlyn so bald wie möglich erreichen solltet, damit Rand Euch den Löwenthron übergeben kann.« Ihre Miene wurde aus einem unbestimmten Grund düsterer, und ihre Augen blitzten. Er hätte behauptet, sie sei empört, nur daß sie natürlich keinen Grund dazu hatte.
    Sie öffnete verärgert den Mund, um mit ihm zu streiten, sobald er geendet hätte, und er beruhigte sich, bereit, ihre Versprechungen aufzuzählen. In den Krater des Verderbens mit dem, was das in den Augen Reannes und der übrigen für sie anrichtete. Ihren Gesichtern nach zu urteilen, hätten sie ihn an ihrer Stelle bereits kurz abgefertigt.
    Bevor jedoch jemand etwas sagen konnte, vollführte eine rundliche, bereits ergrauende Frau in der Livree des Hauses Mitsobar einen Hofknicks, erst vor Elayne, dann vor den Frauen mit den roten Gürteln und zuletzt vor ihm. »Königin Tylin schickt dies, Meister Cauthon«, sagte Laren und hielt ihm einen mit einem gestreiften Tuch abgedeckten und mit kleinen roten Blumen um den Henkel geschmückten Korb hin. »Ihr habt nicht gefrühstückt, und Ihr müßt Eure Kräfte bewahren.«
    Mat errötete. Die Frau sah ihn nur an, aber sie hatte bereits erheblich mehr von ihm gesehen, als sie ihn das erste Mal in Tylins Gegenwart erblickte. Erheblich mehr. Sie hatte gestern abend das Abendessen gebracht, während er sich unter dem seidenen Bettlaken zu verbergen versuchte. Er verstand es nicht. Diese Frauen ließen ihn ständig zusammenfahren und wie ein Mädchen erröten. Er konnte es einfach nicht verstehen.
    »Seid Ihr sicher, daß Ihr nicht lieber hierbleiben würdet?« fragte Elayne. »Tylin würde Eure Gesellschaft beim Frühstück gewiß genießen.
    Die Königin sagte, sie fände Euch wunderbar unterhaltsam und liebenswürdig willfährig«, fügte sie in zweifelndem Tonfall hinzu.
    Mat floh mit dem Korb in einer Hand und seinem Ashandarei in der anderen zu den Kutschen.
    »Sind alle nordischen Männer so schüchtern?« fragte Laren.
    Er riskierte einen Blick über die Schulter, ohne aber stehenzubleiben, und seufzte dann erleichtert. Die Dienerin raffte bereits ihre Röcke und wandte sich zu dem Pflanzenschirm um, während Elayne die Weisen Frauen und Reanne in einem dichten Kreis um sich versammelte. Dennoch erschauderte er. Frauen würden noch einmal sein Tod sein.
    Er umrundete die nächststehende Kutsche und ließ fast den Korb fallen, als er Beslan auf der Kutschentreppe sitzen sah. Das Sonnenlicht auf der schmalen Klinge seines Schwertes glitzerte, während er die Schneide prüfte. »Was tust du hier?« rief Mat aus.
    Beslan ließ das Schwert in die Scheide gleiten und grinste breit. »Ich komme mit Euch in den Rahad. Dort haben wir vermutlich noch mehr Spaß.«
    »Es sollte besser kurzweilig sein«, gähnte Nalesean hinter vorgehaltener Hand. »Ich habe letzte Nacht nicht viel geschlafen, und jetzt zerrt Ihr mich fort, obwohl Meervolkfrauen in der Nähe sind.« Vanin richtete sich auf seinem Faß auf, sah sich um, bemerkte keinerlei Bewegung und lehnte sich mit geschlossenen Augen wieder zurück.
    »Es wird keinen Spaß geben, wenn ich es verhindern kann«, murrte Mat. Nalesean hatte nicht viel geschlafen? Ha! Sie alle waren während des Festes ausgegangen und hatten sich amüsiert Nicht daß er sich nicht auch amüsiert hätte, aber nur, wenn er vergessen konnte, daß er mit einer Frau zusammen war, die ihn für eine verdammte Puppe hielt. »Welche Meervolkfrauen?«
    »Als Nynaeve Sedai letzte Nacht zurückkam, brachte sie ein Dutzend oder mehr von ihnen mit.« Beslan stieß den Atem aus und machte mit den Händen wiegende Bewegungen. »Wie sie sich bewegen, Mat...«
    Mat schüttelte den Kopf. Er konnte nicht klar denken. Tylin raubte ihm den Verstand. Nynaeve und Elayne hatten ihm von den Windsucherinnen erzählt, widerwillig und in verschwörerischem Tonfall, nachdem sie ihm zunächst nicht sagen wollten, wo Nynaeve hingehen wollte, und noch viel mehr warum. »Frauen halten Versprechen stets auf ihre eigene Art«, hieß ein Sprichwort. Wenn er darüber nachdachte, waren Lawtin und Belvyn nicht bei den

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