Elben Drachen Schatten
häufig bereits verletzten und daher schwankenden Fledertieren hockend, vermochten die Katenwesen kaum mehr richtig zu zielen. Hier und dort gab es ein paar letzte verzweifelte Versuche, erneut Flammendämonen zu beschwören, aber in dem andauernden, phasenweise leicht nachlassenden und dann wieder etwas stärker werdenden Regen konnte dies nicht gelingen; ehe das Pech an den Spitzen der Fackeln richtig brannte, löschte es das Regenwasser schon wieder.
Gleich reihenweise stürzten die Riesenfledertiere getroffen in die Tiefe. Bereits nach wenigen Augenblicken waren die Verluste des Feindes so furchtbar, dass die noch unversehrten Fledertiere in größere Höhen zu entkommen versuchten, um außerhalb der Reichweite der elbischen Waffen zu gelangen. Aber hinsichtlich der Armbrüste – sowohl einhändig abzuschießende als auch konventionelle Waffen - war das gar nicht so leicht.
Hinzu kam der Regen, denn in den Mannschaftskörben der Katzenkrieger sammelte sich das Wasser, dessen Gewicht die Riesenfledertiere zusätzlich nach unten drückte. Hier und dort sah man die Besatzungen in verzweifelter Hast Wasser schöpfen, wozu ihnen jedoch das geeignete Werkzeug fehlte. Schließlich befanden sich die Katzenkrieger ja nicht an Bord von Schiffen, auf denen man stets eine entsprechende Anzahl von Schöpfgefäßen parat hatte.
Die Angriffe auf die Manufakturburg verebbten schließlich. Die Katzenkrieger suchten nur noch sich selbst und ihre Reittiere, soweit es ging, zu schützen. Sie stiegen höher und höher empor. Diejenigen Riesenfledertiere, die dazu nicht mehr in der Lage waren, weil Dutzende von Pfeilwunden sie schwächten, wurden früher oder später völlig vernichtetet – sei es, dass sie einen tödlichen Treffer mit einem Pfeil oder einem herkömmlichen Bolzen erhielten oder dass das Geschoss eines Einhandschützen ihnen den Garaus machte.
Hier und dort stürzten Fledertiere ab, ohne dass dabei die komplette Korbbesatzung getötet wurde. In diesen Fällen sorgten die Kommandanten der einzelnen Gruppen des von Lirandil angeführten Elbenheers dafür, dass die Überlebenden aufgespürt und niedergemacht wurden, sofern dies mit einem einigermaßen vertretbaren Aufwand möglich war; Lirandil wollte seine Männer dafür nicht in unwegsames Gebiet schicken und der Gefahr aussetzen, abzurutschen und in die Tiefe zu stürzen.
Zwei Drittel der ursprünglichen Armada der Riesenfledertiere war schließlich auf die eine oder andere Weise vernichtet, und vielen anderen Geschöpfen des Limbus stand der Tod noch unmittelbar bevor. Nur einem Bruchteil der Invasoren gelang es, hoch genug zu steigen, dass sie hoffen konnten, den elbischen Waffen zu entkommen. Dort war allerdings die Luft so dünn, dass die Fledertiere kaum für längere Zeit überleben konnten. Abgesehen davon herrschten so hoch oben eisige Temperaturen. Manches Riesenfledertier fiel wie ein Stein vom Himmel, nachdem es bereits in Höhen aufgestiegen war, die Rettung verhießen.
Ein Teil versuchte über die Berge hinweg zu entkommen, doch nur wenige schaffte es, das Gebiet zu verlassen, in dem das durch die Beschwörung der Elementargeister hervorgerufene Unwetter herrschte.
»Tötet so viele von ihnen, wie ihr könnt!«, rief Lirandil der Fährtensucher grimmig, der selbst seinen Pfeilköcher bereits leer geschossen hatte. »Tötet sie, denn sonst werden sie uns töten, wenn wir ihnen wieder begegnen!«
Die Schlacht rund um den Elbenturm löste sich allmählich auf, und der Kampfeslärm wich einer furchtbaren Stille, die nur noch von der Geräuschkulisse des nachlassenden Regens erfüllt wurde.
Andir sank in sich zusammen, und König Keandir war gerade noch rechtzeitig zur Stelle, um ihn aufzufangen, sodass er nicht zu Boden schlug.
»Andir, mein Sohn!«, stieß er hervor. Er kniete nieder und hielt Andir im Arm, dessen Gesicht einer Totenmaske glich; pergamentartig spannte sich die selbst für einen Elben blasse Haut über die Wangenknochen. Seine Hände waren knochig und dürr geworden, das Haar des größten aller Elbenmagier so schneeweiß wie der Elbenzwirn seines Gewandes.
»Einen Heiler!«, rief Keandir. »Ruft einen Heiler!«
Aber Piandolas war nirgends auffindbar, und nachdem Siranodir mit den zwei Schwertern schließlich den blinden Rhiagon aufgespürt hatte, erfuhr man von dem schrecklichen Ende, das der für die Manufakturburg zuständige Heiler genommen hatte.
»Ich glaube kaum, dass ein Heiler ihm helfen kann«, gestand Prinz
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