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Julia Extra Band 0350

Julia Extra Band 0350

Titel: Julia Extra Band 0350 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: P Jordan
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herum glitzerten so hell wie Belles Freudentränen. Lächelnd legte sie Loukas die Arme um den Hals.
    „Ich will.“
    Sieben Monate später kamen die Zwillinge zur Welt.
    Sie nannten sie Petros und Anna, und als sie zwei Wochen alt waren, fuhren sie mit ihnen nach Aura. „Wenn er älter ist, nehme ich ihn mit zum Fischen“, versprach Loukas und wiegte seinen Sohn in den Armen.
    „Aber Anna auch“, forderte Belle und betrachtete das kleine Gesicht ihrer Tochter.
    „Natürlich, Anna auch – die ganze Familie wird fischen gehen.“
    Und er zog Belle eng an sich. Wie sie so beieinanderstanden und ihre Babys in den Armen hielten, floss Loukas das Herz über vor Glück. „Ich liebe unsere Kinder“, bekannte er inbrünstig. „Aber Sie, Mrs Christakis, sind die Liebe meines Lebens.“
    – ENDE –

Mit dir um die halbe Welt

1. KAPITEL
    Jeden Moment würde sie das Opfer von Taschendieben werden. Abgeklärt beobachtete Sergej Kholodov, wie die drei Straßenkinder der Touristin einen Stapel Zeitungen unter die Nase hielten. Die junge Frau mochte Anfang zwanzig sein und dem Aussehen nach Amerikanerin.
    Sie trug einen roten Parka und stand vor der Basiliuskathedrale und blickte bewundernd zu den Zwiebeltürmen hoch, als sich die drei ihr näherten, auf sie einredeten und sie bedrängten, eine Zeitung zu kaufen. Sergej wusste genau, was da ablief. Die junge Amerikanerin offensichtlich nicht. Sie wich einen Schritt zurück und klopfte lächelnd auf die Zeitungen. Lächelnd! Konnte man wirklich so naiv sein?
    Genau aus dem Grund hatten die Burschen sie natürlich ausgewählt. Sie war ein leichtes Opfer. „ Spasiba, spasiba, njet … danke, danke, nein“, versuchte sie sich jetzt lachend in gebrochenem Russisch der drei zu erwehren.
    Aber Sergejs Scharfblick entging nicht, wie plötzlich einer der Jungen eine Hand in die Parkatasche der jungen Frau schob. Keiner wusste so gut wie Sergej, wie geschickt diese kleinen Langfinger zu Werke gingen. Keiner kannte wie er den Reiz der Gefahr ebenso wie die spöttische Befriedigung, wenn der Beutezug erfolgreich war.
    Seufzend entschied sich Sergej, es nicht so weit kommen zu lassen. Zwar hatte er für diese amerikanischen Touristen nicht viel übrig, aber sie war noch sehr jung und anscheinend völlig ahnungslos. Entschlossen ging er über den Roten Platz auf sie zu – mitten durch Touristen und Straßenhändler, die ihm unwillkürlich Platz machten.
    Sergej packte den Jungen, der seine Hand in die Tasche der Amerikanerin gesteckt hatte, beim Kragen seines schmuddeligen Sweatshirts und hob ihn mühelos hoch, sodass seine Füße in der Luft baumelten. Die anderen beiden gaben so schnell Fersengeld, dass Sergej sogar etwas Mitleid mit ihrem Kumpel empfand, den sie so schmählich im Stich gelassen hatten. Trotzdem schüttelte er ihn unsanft.
    „ Daj mne … gib es mir!“
    „Njet, njet“, protestierte der Junge. „Ich habe nichts.“
    Eine zarte Hand legte sich Sergej überraschend energisch auf die Schulter. „Bitte“, sagte die Frau in gebrochenem Russisch, „lassen Sie ihn los.“
    „Er hat Sie bestohlen“, erwiderte Sergej, ohne sich umzudrehen, und schüttelte den Jungen erneut. „ Daj mne! Gib es mir!“
    Doch die junge Frau zerrte so heftig an seiner Schulter, dass er sich für einen Moment ablenken ließ und den Griff lockerte. Blitzschnell trat der kleine Taschendieb zu, traf Sergej schmerzhaft am Schienbein und suchte sein Heil in der Flucht.
    Langsam drehte sich Sergej zu der jungen Frau um. „Zufrieden?“, fragte er spöttisch auf Englisch, was sie sichtlich überraschte.
    „Sie sprechen Englisch?“
    „Besser, als Sie Russisch“, entgegnete er. „Warum haben Sie sich eingemischt? Jetzt bekommen Sie Ihr Geld nie wieder.“
    „Mein Geld?“, fragte sie verständnislos.
    „Der Bursche, den Sie so freundlich verteidigt haben, war ein Taschendieb.“
    Sofort schüttelte sie lächelnd den Kopf. „Nein, nein, Sie irren sich. Er wollte mir nur eine Zeitung verkaufen. Schön, vielleicht waren die drei ein wenig übereifrig“, räumte sie ein. „Verstehen Sie das Wort?“
    „Ja, ich verstehe … und noch einiges andere mehr. Lady, die Burschen waren nicht übereifrig, sondern haben Sie hereingelegt.“ Er zog spöttisch die Brauen hoch. „Verstehen Sie das?“
    Sie sah ihn überrascht und ein wenig gekränkt an. „Tut mir leid, aber ich glaube wirklich nicht, dass die drei etwas Böses im Schilde geführt haben.“
    Sergej presste die Lippen zusammen.

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