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Lewis, CS - Narnia 7

Lewis, CS - Narnia 7

Titel: Lewis, CS - Narnia 7 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Der letzte Kampf
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Stall gedrängt hatte, kämpfte er gegen den Tarkhan mit letzter Kraft.
    Plötzlich kam Tirian ein neuer Gedanke. Schnell ließ er sein Schwert fallen, stürzte vor, schlüpfte unter Tarkhans Krummsäbel durch, ergriff mit beiden Händen den Feind am Gürtel, sprang mit ihm zum Stall zurück und rief: »Komm nur herein und begegne deinem Tasch selbst!«
    Auf diese Worte folgte ein ohrenbetäubender Lärm. Genau wie beim Hineinschleudern des Affen bebte die Erde, und blendendes Licht erschien. Die kalormenischen Soldaten draußen schrien »Tasch, Tasch!« und knallten die Tür zu. Wenn Tasch ihren eigenen Hauptmann wollte, dann mußte er ihn auch bekommen. Sie selber wollten mit Tasch nicht zusammentreffen.
    Eine oder zwei Minuten lang wußte Tirian nicht, wo noch wer er war. Dann wurde er seiner sicher, blinzelte und sah sich um. Es war nicht dunkel im Stall, wie er erwartet hatte, sondern ein grelles Licht blendete ihn.
    Tirian wandte sich nach Rischda Tarkhan um, aber der sah ihn nicht. Rischda erhob ein großes Wehgeschrei und zeigte auf etwas; dann bedeckte er sein Gesicht mit den Händen und fiel flach mit dem Gesicht auf den Boden. Doch als Tirian in die Richtung sah, in die der Tarkhan gezeigt hatte, verstand er alles.
    Eine schreckliche Gestalt kam auf sie zu. Sie war viel kleiner als die, die sie vom Turm aus gesehen hatten, aber trotzdem viel stärker als ein Mensch, und es war doch dieselbe Gestalt. Sie hatte einen Geierkopf und vier Arme. Der Schnabel stand offen, und die Augen loderten. Eine krächzende Stimme kam aus dem Schnabel.
    »Du hast mich nach Narnia gerufen, Rischda Tarkhan. Hier bin ich. Was hast du mir zu sagen?«
    Aber der Tarkhan erhob weder sein Haupt vom Boden, noch sprach er ein einziges Wort. Er zuckte wie ein Mensch mit einem großen Schluckauf. Im Kampf war er mutig genug. Aber die Hälfte seines Mutes hatte ihn in dieser Nacht schon verlassen, als er ahnte, es könnte wirklich einen Tasch geben. Der Rest seines Mutes war ihm jetzt vergangen.
    Mit einem plötzlichen Ruck – wie eine Henne, die sich bückt, um einen Wurm aufzupicken – fiel Tasch über den jämmerlichen Rischda her und steckte ihn unter die Achseln seiner zwei rechten Arme. Dann drehte Tasch seinen Kopf seitwärts und sah Tirian mit einem seiner schrecklichen Augen an.
    Aber sofort ertönte hinter Tasch eine mächtige Stimme, ruhig wie die sommerliche See: »Hinweg mit dir, du Ungeheuer, und nimm dein rechtmäßiges Opfer mit, im Namen von Aslan und Aslans großem Vater, dem Herrscher über alle Meere!«
     
     
     
    Das gräßliche Geschöpf verschwand mit dem Tarkhan unter seinen Armen. Tirian wandte sich, um zu sehen, wer gesprochen hatte. Was er da sah, ließ sein Herz schneller schlagen, als es jemals in einem Kampf geschlagen hatte.
    Sieben Könige und Königinnen standen vor ihm, alle mit Kronen auf ihren Häuptern und in schimmernde Gewänder gehüllt. Aber die Könige trugen trotzdem vortreffliche Panzer und hielten gezogene Schwerter in den Händen. Tirian verbeugte sich höflich und wollte sprechen, als die jüngste der Königinnen lachte. Er sah ihr genau ins Antlitz und schnaufte dann vor Erstaunen, denn er erkannte Jutta, aber nicht die Jutta, die er zuletzt gesehen hatte, mit einem Gesicht voller Schmutz und Tränen und einem alten Kleid, das ihr halb von den Schultern fiel. Jetzt sah sie frisch und erholt aus, als wäre sie soeben dem Bad entstiegen. Zuerst meinte er, sie sähe älter aus, aber dann doch nicht; er konnte sich darüber nicht klar werden. Dann bemerkte er, daß der jüngste König Eugen war, ebenso verwandelt wie Jutta. Tirian fühlte sich plötzlich unbehaglich, weil er vor den Königen und Königinnen stand und noch Blut, Staub und Schweiß einer Schlacht an ihm klebten. Doch schon im nächsten Augenblick befand er sich in einem ganz anderen Zustand. Er war frisch, abgekühlt und sauber und in ein Gewand gehüllt, das er immer bei großen Festen in Otterfluh trug.
    In Narnia trug man besondere Kleider, die nie unbequem waren. Man verstand in Narnia Dinge herzustellen, die sich ebenso schön anfühlten, wie sie aussahen. Doch es gab weit und breit keine bei uns gebräuchlichen Dinge wie Stärke, Gummi oder Flanell.
    »Majestät«, begrüßte ihn Jutta, kam vor und machte einen artigen Knicks. »Ich möchte dich Peter dem Prächtigen, König über alle Könige in Narnia, vorstellen.«
    Tirian brauchte nicht zu fragen, wer der Prächtige König war, denn er erinnerte sich an sein Gesicht

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