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Paranormal - Fuenf Romane mit Patricia Vanhelsing

Paranormal - Fuenf Romane mit Patricia Vanhelsing

Titel: Paranormal - Fuenf Romane mit Patricia Vanhelsing Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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dann.
    "Eine dieser Dämonengestalten ist aus seinem Bilderrahmen herausgestiegen, nicht wahr?", versuchte ich es ihr zu erleichtern. Sie sah mich erstaunt an.
    "Woher wissen Sie das?"
    "So war es doch, oder?"
    "Ja, genau so wahr es!" Sie schlug die Hände vor das Gesicht und begann aufzuschluchzen. Es dauerte einige Augenblicke, bis sie sich wieder gefasst hatte. Mit tränenumflorten Augen sah sie mich an. Sie wirkte wirklich verzweifelt.
    "Ich bin eine nüchterne Geschäftsfrau, Miss Vanhelsing. Eine Frau, der man eher den Vorwurf macht, etwas spröde und phantasielos zu sein... Ich litt auch niemals unter Wahnvorstellungen oder dergleichen! Aber als das mit den Bildern begann, glaubte ich schon, ich sei drauf und dran, den Verstand zu verlieren!"
    Ich hob die Augenbrauen. "Als was begann?", hakte ich nach.
    "Nun, es begann eigentlich schon, als ich zum ersten Mal ein Brennan-Gemälde zu Gesicht bekam. Sehen Sie, Allan Brennan ist sicher ein handwerklich sehr geschickter Maler. Ich persönlich halte seine Werke allerdings nicht für künstlerisch besonders wertvoll. In seinem Werk gibt es nichts, was man als relevante Aussage betrachten könnte, wenn Sie wissen was ich meine. Und doch... Da war etwas, das mich von Anfang an gefangennahm. Die Blicke dieser unheimlichen Wesen, die er auf die Leinwand bannte, schienen den Betrachter regelrecht zu verfolgen..." Evelyn Sounders'
    Blick war nach innen gekehrt. Die Erinnerung an das Geschehene nahm sie sichtbar mit. "Ich kann es nicht erklären, aber ich hatte sofort ein ungutes Gefühl. Am liebsten hätte ich Brennans Bilder überhaupt nicht in unser Programm aufgenommen!"
    "Und warum haben Sie es doch getan?", fragte Tom.
    Sie zuckte die Achseln.
    "Mr. McInnerty war sehr dafür. Er hatte immer eine Nase für das Geschäftliche - und er sollte ja auch recht behalten! Die Bilder verkauften sich blendend." Sie hob den Kopf und fuhr fort: "Wenn man sich einmal wirklich in eins dieser Bilder hineinvertieft hat, dann kommt man nicht mehr heraus... Es ist wie eine düstere Art von Magie. Ein unheimliche Anziehungskraft geht von den Brennan-Gemälden aus, die bewirkt, dass man sie wieder und wieder anstarren muss."
    "Ich verstehe sehr gut, was Sie meinen, Mrs. Sounders", nickte ich.
    Sie sah mich zweifelnd an, ging aber nicht weiter darauf ein. Statt dessen fuhr sie fort: "Ich bemerkte schließlich, dass diese Bilder sich bewegten. Manchmal waren es nur Nuancen, die verändert waren. Aber zweifellos ging da etwas unerklärliches vor sich. Unser Galerie-Katalog ist der Beweis. Dort sind die Bilder nämlich so zu sehen, wie sie anfangs waren. Ich wollte es erst nicht wahrhaben, überlegte schon, ob ich vielleicht den Rat eines Psychologen aufsuchen müsste. In meinem Job ist man einem großen Druck und viel Stress ausgesetzt, wie sie sich sicher denken können. Jedenfalls wäre ich nicht die Erste, die da durchdreht..."
    "Haben Sie den Katalog noch?", fragte ich.
    Sie nickte. "Ja, er liegt in der Galerie. Ich nehme nicht an, dass dieser Inspector Craven ihn als Beweisstück mitnehmen wird."
    "Sie haben ihm nichts von diesen Dingen gesagt, nehme ich an."
    "Glauben Sie vielleicht, dass das klug gewesen wäre, Miss Vanhelsing?"
    "Um ehrlich zu sein, ich hätte vermutlich genauso gehandelt wie Sie."
    Sie atmete tief durch. "Wenigstens verstehen Sie mich. Ich dachte schon, ich wäre mit dieser Sache völlig allein auf der Welt. Wissen Sie, es ist ein furchtbares Gefühl, sich niemandem anvertrauen zu können."
    "Sie haben auch McInnerty nichts gesagt?", erkundigte ich mich.
    "Heute habe ich es versucht. Er hat mir natürlich nicht geglaubt. Ich beschwor ihn, die Bilder wegzuschaffen, da geschah es..." Sie schlug erneut die Hände vor das Gesicht.
    Sie war völlig am Ende mit ihren Nerven. Und nach dem, was ihr widerfahren war, konnte ich das auch gut verstehen.
    Sie sah mich an. In ihren Augen flackerte es angstvoll.
    "Ich darf gar nicht daran denken, was noch geschehen kann, Miss Vanhelsing... All diese grauenhaften Kreaturen, die Brennan auf seinen Gemälden dargestellt hat... Ich will nicht hoffen, dass sie eine nach der anderen lebendig werden, von der Leinwand herabsteigen und zu morden beginnen..."
    Sie nahm meine Hände.
    Die ihren fühlten sich eiskalt an.
    "Helfen Sie mir, Miss Vanhelsing!"
    "Ich werde tun, was ich kann, aber..."
    "Ich wüsste niemand anderen, der die Sache überhaupt ernstnehmen würde!"
    Ich seufzte hörbar, wechselte einen Blick mit Tom und sagte dann:

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