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Silberband 057 - Das heimliche Imperium

Titel: Silberband 057 - Das heimliche Imperium Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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einen riesigen Baum, der verdorrt war. Er wirkte wie bearbeiteter Marmor. Sandal lief hinunter in den Schatten einer Felswand, und vor ihm wurden die ersten Bäumchen deutlicher, immer größer. Kein einziges Tier war zu sehen. Nur das ferne Donnern und das Zischen der vielen Geysire erfüllte die Luft.
    »Endlich bin ich in Sicherheit!« sagte er einige Minuten später.
    Er hatte den Wald erreicht. Ein kühler, frischer Geruch nach Pflanzen und Wasser mischte sich mit dem schwefligen Geruch der Luft. Als Sandal sich im Schutz des ersten Baumstammes herumdrehte und die blaue Luft über sich absuchte, sah er außerhalb der Reichweite seiner Pfeile eine Kette von mehr als einhundertfünfzig Schwarminstallateuren auf sich zu kommen beziehungsweise auf die Trennlinie zwischen dem auslaufenden Hang und dem Anfang des Waldes.
    »Sie werden mich bis zur Kuppel verfolgen!« dachte Sandal laut und verschwand zwischen den Stämmen. Je tiefer er in den kümmerlichen Wald eindrang, desto dichter standen die Bäume, und desto besser war die Deckung.
    Sandal schlug einen Haken und lief zurück nach Osten. Nach einhundert Metern nahm er in der Luft einen stechenden Geruch wahr, gleichzeitig ertönte ein lautes, zischendes Geräusch. Ein Schleier zerstäubten Wassers überschüttete ihn von vorn – ein Geysir brach aus und schleuderte seine Wassermassen fünfzig Meter hoch in die Luft. Sandal brachte sich in Sicherheit und kam nach weiteren zehn Minuten an den Rand eines kleinen Sumpfes, aus dem schwarze, faulige Blasen aufstiegen. Hier wimmelte es von fliegenden Insekten. Sandal blieb stehen, schob sich vorsichtig zwischen den Ästen hindurch und suchte den Himmel ab.
    Er schirmte die Augen gegen das grelle, rötliche Sonnenlicht ab und sah sich um. Die Fremden suchten ununterbrochen nach ihm – vermutlich hatten sie seine Spuren im Schiff entdeckt und wußten, daß er indirekt am Absturz des Schiffes schuld war. Im Augenblick bedeuteten die Fremden, die ihm auf dem Boden folgten, keinerlei Gefahr für ihn.
    »Aber die Flieger«, sagte er leise.
    Sie hatten eine Kette gebildet, deren äußerste Punkte wesentlich höher flogen als die Mitte. Sie durchkämmten systematisch den Wald, und er sah, wie immer wieder einer der fliegenden Fremden sich fallen ließ, zwischen den zurückschnellenden und abbrechenden Ästen verschwand und kreischende Schreie ausstieß wie ein jagender Raubvogel.
    Sie hatten, jetzt etwa zweihundert Fremde, genügend Zeit zwischen Erwachen und Absturz gehabt, um sich aus den Magazinen im unteren Schiffsteil die Fluganzüge zu holen, die ihnen in vielen Fällen auch das Leben gerettet hatten. Jetzt jagten sie Sandal. Wie konnte er ihnen entkommen?
    Er hatte wenig Chancen, wenn er offen angriff oder sich aus der Verteidigung hervorwagte; sie besaßen Energiewaffen und waren in der Übermacht. Die Fluganzüge schienen keine Geräte zu besitzen, mit denen man Lebewesen aufspüren konnte, also mußten sich die Verfolger auf die Augen verlassen.
    Wenn Sandal einen von ihnen tötete, verriet er sein Versteck.
    Wenn er ihnen aber noch lange Zeit ließ, dann entdeckten sie ihn ohnehin. Sie kamen von Westen und durchkämmten das schmale Waldstück nach Osten.
    »Ich muß weiter nach Süden fliehen, dann wachsen meine Chancen!« sagte er.
    Wenn es ihm gelang, hinter die Linie der Sucher zu kommen, dann war die Gefahr beseitigt. Sandal wartete, suchte seinen Weg und lief dann langsam los. Er rannte nach Süden; auf ein Ziel zu, das irgendwo links von der Sonne lag.
    »Schneller … leiser!« flüsterte er.
    Einige Minuten vergingen. Der junge Krieger jagte schräg auf die Linie der Angreifer zu, duckte sich immer wieder unter Büsche, verharrte regungslos zwischen Baumstämmen und hielt in der Hand, die den Bogengriff umklammerte, auch drei Pfeile. Sein Hunger nahm wieder zu, aber jetzt kümmerte es ihn nicht mehr. Schließlich hielt Sandal an.
    Die Jäger befanden sich direkt über ihm.
    Er stand im Halbdunkel zwischen langsam schaukelnden Blättern und kleinen Ästen. Er rührte sich nicht und hielt den Atem an. Dann überflog ihn der erste Schatten. Einige Schreie ertönten, dann ein zweiter Schatten. Sandal wartete bewegungslos; er war sicher, daß ihn niemand gesehen hatte.
    Minuten später rannte er los. Er lief im Zickzack, schnell und fast geräuschlos über dicke Moospolster, durch hohe, schwankende Gräser und durch das Sonnenlicht. Dann, als er hinter sich den Schrei eines Verfolgers hörte, warf er sich

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