Zauber des Orients
romantischsten Fantasie entsprungen zu sein.
Aber nicht hier und jetzt und mit diesem Mann! Und doch … mit welchem Mann sonst? Es hatte nie einen anderen als Salman gegeben, und sie glaubte nicht, dass es jemals einen anderen geben würde.
Salman war die Liebe ihres Lebens. Es hatte keinen Sinn, noch länger vor dieser Wahrheit davonzulaufen. Deshalb war es auch so wichtig, sich nicht noch einmal auf ihn einzulassen. Beim ersten Mal hatte er ihr Herz gebrochen, und Jamilah wollte sich nicht einmal vorstellen, wie er sie beim nächsten Mal zurücklassen würde.
In diesem Moment hörte sie ein Geräusch, und ein schüchternes Beduinenmädchen trat ein. Es war von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet und reichte Jamilah respektvoll einen Bademantel, bevor sie begann, die verzierte Badewanne zu füllen.
Jamilah war sich bewusst, dass dieses Ritual normalerweise für Mitglieder der herrschenden Familie reserviert war, für die Ehefrau und für die Geliebte des Scheichs.
Ihr brach der kalte Schweiß aus, als ihr ein furchtbarer Gedanke kam. War sie jetzt Salmans offizielle Geliebte? Genauso würde eine Konkubine behandelt werden. Salman hatte sie für ein Treffen eingeflogen. Er hatte ihr Kleidung gekauft, Wein und Essen standen bereit, und das Mädchen wartete darauf, dass sie für das Reinigungsritual bereit war.
Auch wenn dieser Gedanke Jamilah abstieß, war dieses Ritual so durch und durch sinnlich, dass es eine tief versteckte weibliche Seite in ihr weckte, die sie nie zuvor gekannt hatte.
Das Mädchen hatte das Bad vorbereitet. Der Duft exotischer Öle stieg von dem Wasser auf und ließ Jamilahs Haut kribbeln. Langsam entkleidete sie sich und stieg in die Wanne. Sie seufzte wohlig auf, als sie in das seidige, parfümierte Wasser glitt. Sie bemerkte kaum, wie das Mädchen mit ihrem Kleiderbündel fortging.
Jamilah hatte sich noch nie derart verwöhnen lassen. Für einen Moment vergaß sie ihre komplizierten Gefühle und ihre Wut auf Salman. Das hier war die reine Glückseligkeit.
Salman war für einen Moment in das Zelt zurückgekehrt und vergewisserte sich, dass die Vorbereitungen für das Abendessen getroffen waren. Hinter den weißen Tüchern hörte er leises Plätschern.
Zu wissen, dass Jamilah nur wenige Meter von ihm entfernt unbekleidet in dem duftenden Wasser lag, war beinahe mehr, als er ertragen konnte. Er wusste, wie verwerflich es war, und trat dennoch geräuschlos näher und spähte durch einen schmalen Spalt zwischen den Vorhängen.
Sein Atem ging schneller, als er Jamilahs perfekte Schultern sah, die aus dem Wasser ragten. Auf ihrer samtenen Haut perlten glänzende Tropfen. Jetzt bewegte sie sich, und der Ansatz ihrer schönen Brüste wurde sichtbar.
Das ist unverzeihlich! schalt er sich selbst. Er musste das Zelt verlassen. Doch er schaffte es nicht, sich von der Stelle zu rühren.
Jamilah griff nach dem Schwamm, um sich abzuseifen, aber plötzlich hielt sie inne. Sie hätte nicht sagen können warum, aber sie war sich sicher, dass sie beobachtet wurde.
Es konnte nur Salman sein. Sie konnte seine Gegenwart spüren. Außerdem würde niemand es wagen, die Geliebte des Scheichs in seinem eigenen Zelt zu bespitzeln.
Unwillkürlich musste Jamilah schmunzeln. Jetzt lag ausnahmsweise einmal die Macht bei ihr. Salman hatte keine Möglichkeit, das Bad zu betreten. Jederzeit konnte das Mädchen zurückkommen. Mit einem ganz neuen Stolz auf ihren eigenen Körper richtete sie sich auf und begann, ganz langsam ihre Arme bis hinauf zu den Schultern einzuseifen.
Dann verteilte sie den Schaum auf ihrem Oberkörper. Sie schloss die Augen, als sie mit sanften Bewegungen ausgiebig ihre Brüste wusch. Doch auch wenn sie nur Salman hatte ärgern wollen, spürte sie, wie ihre Brustspitzen bei der Berührung hart wurden. Der Gedanke, dass Salman kaum einen Meter von ihr entfernt war und ihr zuschaute, erregte sie so sehr, dass sie die Augen schloss und unwillkürlich leise aufseufzte.
Erst als sie glaubte, hinter dem Vorhang ein unterdrücktes Stöhnen zu hören, wurde ihr mit einem Mal bewusst, was sie tat. Abrupt tauchte sie bis zum Kinn unter Wasser.
In diesem Moment kehrte das Mädchen zurück. Jamilah sprang beinahe aus der Badewanne heraus und nahm eilig das Handtuch, das ihre Helferin ihr reichte.
Mit roten Wangen wickelte sie sich in den weichen Stoff. „Wo ist meine Kleidung?“, fragte sie mit unsicherer Stimme.
„Ich … ich habe sie zum Waschen gebracht, wie der Scheich befohlen hat“,
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