Alle vier Martin-Schlosser-Romane: Kindheitsroman - Jugendroman - Liebesroman - Abenteuerroman: Mit einem Vorwort von Frank Schulz (German Edition)
Spaß, debilen Streifenpolizisten beim Saufen und Raufen zuzuschauen, aber Heiko Meier fand das alles klasse, und er lachte laut über jeden Kopftreffer und über jede noch so blöde Schweinigelei der korrupten Cops. Bescheuerter ging’s überhaupt nicht mehr.
»Nun denn«, sagte Heiko Meier, als wir’s überstanden hatten und ich draußen mein Fahrradschloß öffnete. »Man sieht sich!«
Oder auch nicht.
Die Saison näherte sich ihrem Ende, ohne daß sich an der Tabellenspitze viel bewegte. Gladbach schlug Braunschweig 3:1, und das war natürlich gut, aber da mußte noch etwas mehr passieren, irgendwas Großes, Außergewöhnliches. Sonst war der Zug für Gladbach abgefahren.
Schweren Herzens gab ich Kurt Wilkens die Platte von Cohen zurück.
Zur Einstimmung auf die höchsten Feiertage der Christenheit zeigte das ZDF eine Verfilmung des Lebens Jesu, und ich merkte mir den Namen des Regisseurs: Franco Zeffirelli. Von dem wollte ich nie wieder irgendwas sehen, nachdem ich seinen Christusschmalzstreifen genossen hatte.
Am ersten echten Osterferientag ließ Mama mich bis mittags pennen. Weil die Drucker mal wieder streikten, gab es keine Zeitungen, aber es lag ein Brief von Michael Gerlach auf der Treppe.
Ich ging erst einmal pieseln, und dann kroch ich mit dem Brief zurück ins Bett und riß den Umschlag auf.
Es ist zwar schon Mitternacht, aber ich schreibe trotzdem noch. Sonst tu ich’s nämlich überhaupt nicht mehr.
Was dabei stört, ist ein Hamster, der gerade mein Hosenbein von innen erobert und das dort ansässige Bein duch Kratzen zu vertreiben sucht. Jetzt kitzelt er auch noch meinen Fuß durch! Hätt ich doch die bloß die Socken anbehalten! Au! Jetzt hau aber ab!
So, nun kann ich mich wichtigeren Dingen zuwenden. Wie ich höre, hast Du bis zum 3. April Ferien. Um so besser. Dann wird das ganze also vom 28.3. bis zum 3.4. dauern. Wegen der Fahrzeiten hab ich mich noch nich’ erkundigt. Wird alles nachgeholt und womöglich sogar telefonisch mitgeteilt (wenn meine Alten gerade nich’ da sind).
Mann, der Hamster nervt mich! Der soll sich gefälligst das nächste Mal, wenn er meine Beine hochkrabbeln will, vorher die Nägel schneiden! Is’ ja nicht auszuhalten. Ich bring’s aber auch nich’ übers Herz, ihn einzusperren. Sonst, bei meiner Schwester (die is’ nach Österreich gefahren und hat ihn für die Zeit bei uns gelassen), kann er nur ein paar Meter rumtraben. Ins Laufrad geht er nämlich nich’. Is’ schließlich ein schlauer Hamster. Fänd ich auch zu dämlich, stundenlang in so ’nem Rad rumzuwetzen, ohne vom Fleck zu kommen. AAAA! Autsch! Ich hab gar nich’ gewußt, wie kitzlig ich in der Kniekehle bin. AAA! Mann, jetzt ist aber Schluß! Komm schön da raus ... ja, brav ... altes Mistvieh.
Als Du angerufen hast (war’s jetzt Donnerstag oder Mittwoch?), war ich auf ’nem Rockkonzert. Oder halt ... wenn Du Donnerstag angerufen hast, war ich Geigen, und wenn am Mittwoch, dann im Rockkonzert. Wann war eigentlich Donnerstag? Dienstag ... Mittw ... ach, heute is’ ja Donnerstag. Oder vor zwanzig Minuten war’s noch Donnerstag.
Na, jedenfalls war ich auf’m Rockkonzert. Davon will ich doch die ganze Zeit erzählen. Also:
Wo is’ der Hamster? Himmelherrgott, wo steckt der nur? Hoffentlich scheißt er nich’ in meine Schuhe ... nee, aber vielleicht ... nein, das darf nich’ wahr sein! Das gibt’s nich’! Das is’ streng verboten! Lümmelt der Kerl auf meiner Bettdecke rum! Was hast du da zu suchen? Du versaust doch alles! Igittigitt, bäh! Jetzt auch noch aufs Kopfkissen! Schluß! Selbst wenn mein Bettzeug auf’m Boden rumliegt, hast du noch lange nicht das Recht, dich darin rumzuwälzen und alles zu verdrecken! Marsch ab!
Wovon wollt’ ich erzählen? Ach ja, vom Rockkonzert. 11,50 DM hat mich der Spaß gekostet. Und wenn Du jetzt erwartest, daß ich anfange, wie wild herumzumeckern, dann irrst Du Dich. Tja, es war nämlich tatsächlich nich’ übel. Wenn mein Hörvermögen jetzt auch um 50 % geringer ist und ich vom Sitzen auf den Drecksstühlen Schwielen am Hintern habe, ganz zu schweigen von dem Krampf im rechten Oberschenkel. Es hat mir trotzdem gefallen. Kein wildes Herumkreischen mit Aufruf zu Massenprügelei und Brandstiftung. Am Ende gab’s sogar ’ne Zugabe, so daß die ganze Sache bis Viertel vor elf gedauert hat. Ich bin dann noch bis zwölf mit ’n paar Leuten (keine haschsüchtigen Leute-im-Brunnen-Ertränker) inne Kneipe gegangen.
Mit der Erwähnung der
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