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Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Titel: Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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Wandern
die rechte Stelle für mein kleines Zelt.
Es störte mich das Locken und das Prahlen
mit nichtgem Tand, mit eitlem Trug und Schein;
ich wollte nicht das Blei mit Gold bezahlen
und nicht der Erde meinen Himmel weihn.Ich kehre heim! Ich sehe rings ein Trachten
nach Zielen, die nicht meine Ziele sind.
Ich will zur Heimat; mag man mich verachten,
daß da ich sein will, wo ich war als Kind.
Ich will zurück zu jenen selgen Tagen,
wo ich an dich und deiner Engel Schar
so innig glaubte, ohne viel zu fragen,
und nur dein Kind und gar nichts Andres war.Ich kehre heim! Ich bin des Hastens müde
nach Flitterkram, nach gleißnerischem Ruhm.
Sei du mein Stab; führ mich in deiner Güte
zu meiner Kindheit süßem Heiligtum!
Ich weiß es ja, dies Trachten und dies Dichten
bringt nicht das wahre Heil, das wahre Glück;
ach will so gern. so gern darauf verzichten
und kehr in meine Jugendzeit zurück.Ich kehre heim? Ich sehne mich nach Ruhe,
und diese find ich nur und nur in dir,
denn was ich für das Zeitliche hier tue,
das rächt sich an dem Ewigen in mir.
Ich kehre heim. Mein himmlischer Berater.
ich bin so gern dein Kind. so gern noch klein:
Du warst schon meiner Jugend Schirm und. Vater
und sollst es, wenn ich sterbe. auch noch sein!
     

Wunsch
     
    Tret in ein Gotteshaus ich ein,
so soll es hell und freundlich sein.
Die Dunkelheit, ich lieb sie nicht;
ich will es um und in mir licht.Tret in ein Gotteshaus ich ein,
möcht dennoch es auch schattig sein.
In Gottes Schatten ruht sich’s lind;
ich freue mich, wo ich ihn find.Tret in ein Gotteshaus ich ein,
soll es des Vaters Haus mir sein.
Wenn seine liebe Glocke schallt,
komm ich gewiß, komm alsobald.
     

Mahnung
     
    Siehst du an des Berges Hange
irgendwo ein Kirchlein stehn,
warte, warte ja nicht lange;
sei so gut, hinein zu gehn!Liebst du es, mit Gott zu reden,
kniee hin, und bete still;
in der Kirche hört er Jeden,
der ihm Etwas sagen will.Bist du Zweifler, nun, so falte
wenigstens die Hände stumm,
daß der Herr dich noch erhalte,
wenn du auch nicht weißt, warum.Und bist du vielleicht gescheiter
als die »Einfalt, welche glaubt«,
nun, so tue gar nichts weiter
als: entblöß dein stolzes Haupt.Ja, siehst du am Bergeshange
irgendwo ein Kirchlein stehn,
dieses Opfer währt nicht lange:
sei so gut, hinein zu gehn!
     

Das Kapellchen am See
     
    Ein Glöcklein hör ich klingen
wohl über den lauschenden See;
das will mir immer bringen
ein wonniges Glück und Weh.Ein Glück, weil es mich mahnet:
»Fahr über, und glaube an mich;
was keine Erde ahnet,
bereitet der Himmel für dich!«Ein Weh auch, denn nur Einer
setzt über und betet allein.
Will außer mir denn Keiner
gerettet und selig dort sein?
     

Kannst du noch beten?
     
    Kannst du noch beten? Sag, kannst du es noch?
Wenn nicht. so denk an deine Mutter doch,
wie sie so liebend über dir gewaltet
und dir die kleinen Händchen fromm gefaltet,
damit der liebe Gott ihrGlück bewahre,
und dieses Glück warst du – – wie viele Jahre?Kannst du noch beten? Sag, kannst du es noch?
Wenn nicht, so denk an deine Kinder doch!
Hältst du’s für überflüssig, sie zu lehren,
den Herrn und Vater gläubig zu verehren?
Was kann der irdische von ihnen wollen,
wenn sie den himmlischen nicht achten sollen?Kannst du noch beten? Sag, kannst du es noch?
Wenn nicht. so fasse Mut: versuch es doch!
Es wartet Gott wohl gar Zeit deines Lebens
nur auf ein kleines Wörtchen. doch vergebens.
Die Todesangst wird dieses Wort dir zeigen.
Vielleicht zu spät: die Antwort ist dann – – Schweigen!
     

Andacht
     
    Sei mir gegrüßt in stiller Stunde,
du liebes, frohes Händefalten!
Du trägst zum Himmel auf die Kunde,
daß ich vertraue seinem Walten.
Des Tages Last ist mir genommen,
und meine Seele ruht im Herrn;
ich darf mit Dank und Bitten kommen,
und ich, ich komme ja so gern.Sei mir gegrüßt in stiller Stunde,
du liebes, frohes Händefalten!
Du bringst vom Himmel mir die Kunde,
daß mich des Vaters Hand wird halten.
Des Tages Stimmen sind verklungen,
und meine Seele ruht im Herrn;
es tönen in mir andre Zungen,
und ich, ich höre sie so gern.Sei mir gegrüßt in stiller Stunde,
du liebes, frohes Händefalten!
Steig auf und nieder, Himmelskunde,
mich für das Jenseits zu gestalten.
Will einst der letzte Tag verschwinden,
ruht meine Seele in dem Herrn
und wird die Heimat wiederfinden,
nach der sie sucht so gern, so gern.
     

Hilf mir!
     
    Hilf mir, o Gott, nur deinen Weg zu gehen,
den einzgen Weg, der uns zum Heile führt.
Ich fühl um

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