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Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Titel: Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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fern,
und dies Empfinden wird dich weiter führen,
bis du sie deutlich fühlst, die Hand des Herrn.Zwar wird von ihr dem Unverstande nimmer
das, was er will, schnell in den Schoß gelegt,
doch kennt die Weisheit und die Liebe immer
den Wunsch, der sich in deinem Herzen regt.Und ist die Sonne heute dir entschwunden,
so wirst du sie schon morgen wiederschaun.
Es hängt der Ratschluß Gottes nicht an Stunden;
er fordert nur Gehorsam und Vertraun.
     

Abschied
     
    Ade, ade! Ich ziehe von dir fort,
kenn nicht das Ziel, kenn weder Zeit noch Ort.
Das Auge weint; es tut das Herz mir weh,
doch zag ich nicht. Ade, ade, ade!Ade, ade! Ich ziehe von dir fort
und nehm den Glauben mit als meinen Hort.
Er kündet mir, indem ich von dir geh,
ein Wiedersehn. Ade, ade, ade!Ade, ade! Ich ziehe von dir fort
und sage dir ein liebes, schönes Wort:
Wenn ich auch nicht an deiner Seite steh,
es schützt dich Gott. Ade, ade, ade!
     

Ernste Weisung
     
    Laßt euch ein ernstes Wort der Liebe sagen,
und grabt es tief in eure Herzen ein:
Der Starke hat den Schwachen hier zu tragen,
und dieser soll ihm dafür dankbar sein.Es ist das Beider Pflicht,vom Herrn geboten,
und wer sie nicht erfüllt, hat einst und dann
als seelisch Toter bei den seelisch Toten
weit mehr zu tragen, als er tragen kann.Und wer sich weigert, hier den Dank zu zollen,
wenn ihn die Hülfe liebevoll umarmt,
der wird einst gerne, gerne danken wollen,
doch Niemand finden, der sich sein erbarmt.
     

Schweigen
     
    Geh still, geh still durchs Leben hin!
Geräusch wohnt nur im Hohlen, Leeren,
und nie wird edler Mannessinn
sich durch Trompetenschall entehren.
Schließt deines lautern Wortes Gold
den Demant des Gedankens ein,
so sei die Sparsamkeit ihm hold
und lasse es nicht billig sein.Sei still, wenn deine Eigenart
jetzt noch nicht Anerkennung findet.
Du weißt ja, wer die Kränze spart
und wem die Nachwelt einst sie windet.
Vor Allem dann sei still, ganz still,
und geh nicht ein auf niedern Zwist,
wenn dich der Neid befeinden will,
weil du ihm überlegen bist.Siehst du dich deines Ziels bewußt
und weißt’s auf gutem Grunde stehen;
so ist es für dich kein Verlust,
den Weg allein und still zu gehen.
Steig weiter nur, bergan, bergan,
wie deine ernste Pflicht es will,
und da man dir nicht folgen kann,
wird’s ganz von selbst da unten still.
     

Der Feind
     
    Auf, wappne dich, ein Held zu sein;
es gilt ein Ringen sondergleichen.
Nicht hüll dich in den Panzer ein;
nicht sollst das Schlachtroß du besteigen.
Es ist kein glänzendes Turnier
mit einem ebenbürtgenRecken,
und doch gleicht er in Allem dir
und ist ein Hüne zum Erschrecken.Entstammt dem niedrigsten Geschlecht
und trotzger Gegner allen Rechtes,
ist er ein ungetreuer Knecht
und doch der strengste Herr des Knechtes.
Nicht edlen Waffengang gewohnt,
hat er die Tücke sich erkoren,
und wen im Streite er verschont,
der ist gewiß erst recht verloren.Auf, wappne dich; er kommt nicht erst;
er ist schon da, ist’s stets gewesen.
Wie sorglos du mit ihm verkehrst,
kannst du in deinem Herzen lesen.
Und fragst du doch: »Wer ist gemeint?
Ich kann mich seiner nicht erinnern«,
so wisse es: Dein ärgster Feind,
er wohnt in deinem eignen Innern.
     

Deine Welt
     
    Denk stets an dich! Nie darfst du dich vergessen.
Wer sich vergißt, denkt immer nur an sich.
Es wurde deine Weit dir zugemessen
niemals für dich und dennoch nur für dich.
Nimm sie nur hin! Sie ist ja ganzdein Eigen,
und dennoch soll sie nicht dein Eigen sein.
Nie darf sie dir sich untertänig zeigen,
und trotzdem ist sie dein, nur immer dein.
Wer an sich denkt und seine Welt bezwingt,
macht sich zur Gabe, die der Welt er bringt.Vergiß dich ganz! Nie darfst du an dich denken.
Wer an sich denkt, vergißt sich ganz und gar.
Strebst du, in deine Welt dich zu versenken,
wird sie nur dir, doch nur für Andre klar.
Gib sie nur hin! Du darfst sie nicht behalten,
denn dann, erst dann nimmst du Besitz von ihr.
Hör niemals auf. als Herr sie zu verwalten,
denn keinen Augenblick gehört sie dir.
Wer sich vergißt und in die Welt versenkt,
hat sich und sie dem Herrn zurückgeschenkt.
     

Sein ist die Zeit
     
    Dich hör im Leide oft ich klagen,
daß du von Gott verlassen seist.
Wie darfst du so zu lästern wagen!
Ihn, den der Himmel Loblied preist!
Vertraue; sei nicht ungeduldig,
und denk an die Gerechtigkeit.
Gott bleibt dir keinen Heller schuldig,
doch zahlt er nur zu seiner Zeit.Und dich hör ich im Glück oft sagen,
daß du von Gott erlesen seist.
Wie darfst du so zu

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