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Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition)

Titel: Delphi Saemtliche Werke von Karl May Band II (Illustrierte) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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ich auch geh und steh;
seit meinem ersten Tag bin ich geborgen.
Er kennt mein Herz mit allem seinem Weh,
mit seinen großen, seinen kleinen Sorgen.
Es schützen stetig mich bei Tagund Nacht
die lichten Engel, die er mir gesandt;
drum gibt’s für mich nichts, was mich bange macht;
ich weiß es ja, ich steh in Gottes Hand.Ich bin in Gottes Hand, die mich so sicher stellt,
daß keinem Feind ich in die Hände falle.
Drum fürcht ich mich nicht mehr vor der ganzen Welt,
so lang ich gläubig seine Pfade walle.
Ich bebe nicht, mag kommen was da will;
ich zittre nicht selbst an des Abgrunds Rand;
er führt mich doch dahin, wohin er will;
ich weiß es ja, ich steh in Gottes Hand.Ich bin in Gottes Hand. Sie hält mich treu und fest
wenn andre Hände gierig nach mir fassen.
Da sein Erbarmen nimmer mich verläßt,
so müssen sie doch endlich von mir lassen.
Mit ihm vereinigt mich für alle Zeit
mein Glaube als ein unzerreißbar Band.
Sein Eigentum bin ich in Ewigkeit;
ich steh und bleib in meines Gottes Hand.
     

Klage
     
    Mich jammert dein, du armer, armer Stern,
geschaffen einst wie alle andern Welten,
daß dein Geschlecht dies möge Gott, dem Herrn,
durch Liebessinn und Liebestat vergelten.Nun wartet er von Anbeginn derZeit
bis heutgen Tags, doch wartet er vergebens.
Es scheint, als sei ununterbrochner Streit
der erste und der letzte Zweck des Lebens.Die Sonne sendet Fluten dir des Lichts,
daß dir das Herz erwärmt, geöffnet werde;
von Liebe aber, Liebe, sieht sie nichts;
wo hast du deinen Dank, du Volk der Erde?!
     

Nachruf
     
    Wo gingst du hin? Ich weiß es leider nicht.
Du gingst und bist wahrscheinlich doch geblieben.
Obzwar die Trauer gern vom Scheiden spricht,
der Himmel hat’s wohl anders vorgeschrieben.
Du hörst vielleicht meinWort, hörst meine Fragen,
doch ahne ich, du weißt es selbst schon kaum,
und fühlst du es, so kannst du es nicht sagen;
im Grabe spricht kein Schläfer mehr im Traum.Wo gingst du hin? O wüßte ich es doch!
Ich muß ja auch denselben Weg einst gehen
und werde in der letzten Stunde noch
mit dieser Frage vor der Pforte stehen.
Denselben Weg? Und auch dieselbe Pforte?
Wer darf wohl sagen ja, und wer wohl nein!
Gibt es denselben Ort am selben Orte?
Und wer da kommt, tritt der auch wirklich ein?Wo gingst du hin? Ist diese Frage klar?
Ist wohl die Trennung örtlich zu verstehen?
Wo hier der Mensch mit seiner Seele war,
dorthin wird sie, sobald sie frei ist, gehen.
Wir waren Eins im Glauben und im Lieben;
du trachtetest wie ich nach Gottes Licht;
so sind wir also doch vereint geblieben
und beide glücklich; ich verlor dich nicht!
     

Das heilige Land
     
    Siehst du die Berge kahl sich legen
fernhin, so weit das Auge reicht?
Ein Schreien ist’s um Tau und Regen,
und Gott, der Herr, erhört’s vielleicht.So liegt vor seinem Angesichte
der Orient in heißem Flehn
und fordert von der Weltgeschichte
sein Recht, sein geistig Auferstehn.Und dieses Recht, es gilt auf Erden;
es werde ihm von uns gebracht:
Sobald wir wahre Christen werden,
ist er mit uns vom Tod erwacht.
     

Wahrheitstraum
     
    Ich bin im Traum gewesen
am einstgen Paradies
und hab ein Blatt gelesen,
das streng zurück mich wies.Ich hab im Traum gesehen
ins Innre mir alsbald
und wie es konnt geschehen,
daß dieses Blatt mir galt.Ich konnt im Traume schauen
weit über alle Zeit
und fühlte da ein Grauen
vor meiner Ewigkeit.Und als ich dann erwachte,
blieb mir ein Ahnen kaum
von dem, was er mir brachte,
doch war’s ein Wahrheitstraum.Nun sinn ich täglich, stündlich,
was auf dem Blatt wohl stand;
es ist mir unergründlich
und bleibt mir unbekannt.Doch wenn ich im Gebete
zu meinem Gott und Herrn
recht gläubig, innig trete,
so sagt er mir es gern.Dann macht der Traum als
Wahrheit Mich von der Sünde rein,
und ich tret’ in die Klarheit
des Paradieses ein.
     

Guter Rat
     
    Laß dich führen; laß dich führen,
ob du redest, ob du handelst;
tust du das, so wirst du spüren,
daß du unter Leitung wandelst.Laß dich leiten; laß dich leiten;
du allein kannst nichts erringen.
Auf den Berg der Seligkeiten
tragen dich nur Engelsschwingen.Laß dich tragen; laß dich tragen
ohne Wehr und Widerstreben;
dann wird dir ein Himmel tagen,
den kein Mensch vermag zu geben.
     

Zufall
     
    Gib dich nicht hin dem irrigen Gedanken,
daß du ein Spielball blinden Loses seist.
Befreie dich von deinen engen Schranken,
und such nach ihm, der für dich Zufall heißt.Du wirst sehr bald ein göttlichWalten spüren,
wohin du blickst, sei nah es oder

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