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Der Schatten erhebt sich

Der Schatten erhebt sich

Titel: Der Schatten erhebt sich Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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gegen die auch die Heilkunst der Aes Sedai machtlos war, und er war so unvorsichtig auf den Blassen losgegangen. Meine Zähne in seine... Licht, ich muß mich besser beherrschen. Ich muß!
    Er hörte immer noch gedämpfte Geräusche aus der Dunkelheit am entgegengesetzten Ende der Insel -Hufgeklapper, Stiefelschritte und kehlige Stimmen. Noch mehr Trollocs. Er konnte nicht feststellen, wie viele es waren. Schade, daß sie nicht mit dem Myrddraal verbunden gewesen waren. Aber auch so würden sie vielleicht nicht angreifen, wenn der Myrddraal sie nicht dazu antrieb. Trollocs waren auf gewisse Weise Feiglinge und ließen sich meist nur auf Kämpfe in Überzahl ein, auf leichte Beute. Doch auch ohne Myrddraal wurden sie sich möglicherweise erneut zum Angriff entschließen. Es war jedenfalls gut möglich.
    »Zum Wegetor«, sagte er. »Wir müssen raus, bevor sich die anderen entschließen, auch ohne den da anzugreifen.« Er deutete mit dem blutigen Hammer auf den immer noch zuckenden Blassen. Faile ließ sofort ihre Stute wenden und er war so überrascht, daß er herausplatzte: »Du widersprichst ja gar nicht!« »Nicht, wenn du etwas Vernünftiges sagst«, antwortete sie knapp. »Nicht, wenn du recht hast. Loial?« Der Ogier übernahm auf seinem kräftigen, zottligen Reittier die Führung der Gruppe. Perrin reihte sich auf Traber hinter Faile und Loial ein, den Hammer kampfbereit in der Hand. Die Aiel schritten mit aufgelegten Pfeilen an seiner Seite. Schlurfende Stiefelschritte und gedämpfter Hufschlag folgte ihnen durch die Dunkelheit. Harsch und für menschliche Kehlen unaussprechbar klangen die Rufe ihrer Verfolger. Sie kamen langsam näher und hatten offensichtlich Mut gefaßt.
    Ein anderer Laut drang an Perrins Ohren. Es war, als riebe Seide über Seide. Es lief ihm kalt über den Rücken dabei. Dann lauter, als atme ein Riese aus, schwächer, stärker, und immer näher. »Beeilt euch!« schrie er. »Schnell!« »Ich mach ja schon!« schnauzte Loial ihn an. »Ich -dieser Laut! Ist das... ? Das Licht leuchte unseren Seelen, und die Hand des Schöpfers schütze uns! Es öffnet sich. Es geht auf, und ich muß als letzter hinaus. Raus mit euch! Schnell! Aber nicht zu... Nein, Faile!« Perrin riskierte einen Blick nach hinten in Richtung des Tores. Türflügel, die wie aus Blättern gefertigt schienen, schwangen langsam auf und gaben den Blick auf ein wie durch Rauchglas gesehenes Hügelland frei. Loial war abgestiegen, um das Avendesora-Blatt wegzunehmen und so das Tor aufzuschließen. Faile hielt die Zügel ihrer Packtiere und die seines riesigen Reittiers. Mit einem hastig gerufenen: »Folgt mir! Schnell!« gab sie ihrer Stute die Fersen zu spüren, und die galoppierte auf die Öffnung zu.
    »Hinterher!« sagte Perrin zu den Aiel. »Beeilt Euch. Gegen so etwas könnt Ihr nicht kämpfen.« Sie waren schlau genug, nur einen Augenblick lang zu zögern. Dann stürmten sie los, wobei Gaul die Zügel ihres Packpferdes nahm. Traber stand direkt vor Loial. »Kannst du es irgendwie verschließen? Oder blockieren?« Das kehlige Geschrei der Trollocs klang nun auch verängstigt. Die Trollocs hatten das Geräusch ebenfalls erkannt. Machin Shin kam herbei. Wer überleben wollte, mußte aus den Wegen hinauskommen.
    »Ja«, sagte Loial. »Ja. Aber geh nun. Geh!« Perrin ließ Traber schnell wenden und auf das Tor zuschreiten. Doch bevor ihm selbst klar wurde, was er da tat, legte er den Kopf zurück und heulte langgezogen, trotzig und herausfordernd zugleich. Du bist ein Narr! Er blickte sich weiter nach der Schwärze um, und Traber schob sich durch das Tor. Eisig überlief es ihn. Jedes einzelne Haar an seinem Körper sträubte sich. Die Zeit dehnte sich endlos aus. Ein Ruck ging durch ihn, als er die Wege verließ, so, als habe er aus vollem Galopp heraus mit einem Schlag angehalten.
    Die Aiel schwärmten mit schußbereiten Pfeilen auf dem Abhang aus, den Blick zurück zum Tor gerichtet. Niedriges Buschwerk und an den Hang geschmiegte Latschen prägten hier die Landschaft; vom Wind zerzauste Pinien und Fichten und Lederblattbäume. Faile rappelte sich gerade hoch. Sie war bei dem plötzlichen Halt offensichtlich vom Pferd gestürzt. Die schwarze Stute stand neben ihr und stupste sie mit der weichen Schnauze. Aus einem Wegetor herauszugaloppieren war zumindest genauso schlimm, wie in eines hineinzugaloppieren. Sie hatte Glück, daß sie sich nicht den Hals gebrochen hatte und den ihres Pferdes überdies. Loials großer Gaul und

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