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Die Anderen IV - Der Weg aus der Dunkelheit (German Edition)

Die Anderen IV - Der Weg aus der Dunkelheit (German Edition)

Titel: Die Anderen IV - Der Weg aus der Dunkelheit (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Chris P. Rolls
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er den anderen Mann an, der ihm mit einem Mal überaus fremd vorkam. Die beinahe schwarzen Augen schienen plötzlich leicht zu glühen.
    Das kam ihm so bekannt vor … das … war unmöglich.
    „Das bedeutet, Finn“, erklärte Dave langsam und betonte jede Silbe. „Dass ich nicht ganz der bin, für den du mich hältst.“
    Vor Finns weit aufgerissenen Augen verwandelten sich die vertrauten Gesichtszüge langsam in eine dämonische Fratze. Die Lippen wurden zu dünnen Strichen, durchbrochen von langen, scharfen Zähnen, die Haut rissig, die Augen rotglühende Höhlen und hoch über dem Kopf ragten die Hörner auf. Eine Fratze, die Finn kaum weniger bekannt vorkam.
    Das war … unmöglich. Nein!  
    Triumphierend brüllte der Dämonensinn auf, schlug Finns Verstand kollegial auf die Schulter. Dieser begriff sehr wohl, starrte trotzdem ungläubig auf den Dämon. Endlich verstand Finn, warum er immer dieses merkwürdige Gefühl der Ähnlichkeit zwischen Dave und dem Dämon gespürt hatte.
    Sie ist deshalb so frappierend, weil er ein und derselbe ist, keuchte seine innere Stimme ungläubig auf, während sein Verstand noch mit offenem Mund dastand, als das letzte Steinchen des Bildes an seinem Platz lag. Dave ist ein Dämon. Dein Dämon.  
    Instinktiv wich Finn zurück. Der Dämon hob seine Flügel an und starrte ihn unverwandt aus rotglühenden Augen an. Noch immer vermochte sein Blick Finn zu bannen und obwohl das Entsetzen und die Fassungslosigkeit ihm den Atem nahmen, sein Herz zum Stillstand brachten, spürte Finn dennoch die erotische Ausstrahlung des alten Dämons.
    Mit zischenden, knurrenden Lauten wichen die anderen Dämonen vor der großen Gestalt zurück. Sogar Thubal machte einen winzigen Schritt zurück, derart beeindruckend war die gewaltige Präsenz des alten Dämons, der in voller Größe und mit ausgebreiteten Flügeln nahezu den ganzen Raum ausfüllte.
    Endlich löste sich Finn aus der Starre und keuchte auf. Er hatte das furchtbare Gefühl, jemand hätte ihm gerade den Boden unter den Füßen weggezogen und er würde haltlos tiefer und tiefer stürzen. Über seine eigenen Füße stolpernd wich er weiter zurück, ungläubig auf die Gestalt vor ihm starrend, die eben noch Dave gewesen war. Sein Kopf schien wie leergefegt, frei von allen Stimmen, außer dem Dreiklang: Dave ist der Dämon.  
    „Du?“, würgte Finn ächzend hervor, während ihm eine unsichtbare Hand langsam und schmerzhaft gleichzeitig Kehle und Herz zusammenpresste. „Das warst die ganze Zeit du? Du hast mir das alles angetan?“ Er wich noch weiter zurück, unfähig, wirklich zu erfassen, was geschah. Dave war der Dämon? Er?  
    „Es tut mir wirklich leid, Finn.“ Da war sie, die nur zu bekannte, dunkle Stimme, die auch in dieser absurden Situation in Finn Hitze aufsteigen ließ. Ein wohliges Zittern durchlief seine Wirbelsäule und seine Nerven reagierten instinktiv auf die Stimme. Für skurrile Sekundenbruchteile vermeinte Finn die rauen Liebkosungen auf seiner Haut, die unglaubliche Erregung und grenzenlose Lust seines Körpers, als der Dämon ihn genommen hatte, zu fühlen. Er seufzte unwillkürlich sehnsuchtsvoll auf und bemerkte sehr wohl, wie einige der Dämonen hinter Thubal herandrängelten und ihn nun sichtlich gierig betrachteten.
    Thubal musterte ihn ebenfalls erstaunt und warf Dave einen eigentümlichen Blick zu. Nur der Klang der dämonischen Stimme vermochte bereits etwas von Finns sexueller Energie freizusetzen. Jeder der Dämonen konnte es spüren.
    Der Dämon Dave trat einen Schritt auf Finn zu. Seltsam traurig und doch verlangend sah er ihn an. Finn zwang sich dazu, die Hitze, die Begierde in ihm zu ignorieren und wich weiter zurück. Die Enge in seiner Kehle drohte ihn zu ersticken. Sein Herz wollte zerspringen, in tausend schmerzende Einzelteile zerfallen. Etwas in ihm rastete mit einem beinahe hörbaren „Klick“ ein. Eine unglaublich kalte, einsame Leere entstand in ihm.
    Dave hatte ihn belogen. Er hatte mit ihm gespielt. Er war der Dämon. Immerzu war er es gewesen. Hatte ihn betört, getäuscht, verführt. Alles war nur ein Spiel gewesen. Ein weiteres, grausames Dämonenspiel.
    Sein Mund war trocken und ihm war übel. Seine Hände zitterten und er ballte sie zu Fäusten zusammen, presste die Nägel in die Handballen, bis es schmerzte.
    „Ah, jetzt verstehe ich endlich, warum du das Menschlein nicht sofort getötet hast.“ Thubals Stimme war durchwoben von gierigem Verlangen. „Diese Energie, so

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