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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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müssen, um die anderen daran zu hindern, zu viel Mut zu entwickeln.
    Carmondai wunderte sich, warum ihm Carâhnios nicht einfach befahl, dass er seine albischen Kräfte der Furcht einsetzte oder seine eigenen nutzte. Er wird seine Gründe haben.
    Der wippende Halm stand abrupt still. »Ich traue ihnen nicht.«
    »Wem?«
    »Den beiden Spitzohren, die jüngst aus den Wäldern gekrochen kamen und die Goldene Ebene mit neuen Spitzohren fluten wollen.« Der Zhadár klang verächtlich. »Ich wüsste nicht, woher diese frischen Elben kommen sollten, es sei denn …«
    »Nun, von außerhalb?«, schlug Carmondai vor.
    »Klugscheißer! Natürlich von außerhalb. Hätten sie dann aber nicht früher schon erscheinen müssen, um das Geborgene Land zu retten?« Carâhnios kniff die Lippen zusammen und spie den Stängel in hohem Bogen aus.
    »Wie hätten sie? Die Tore waren verschlossen oder die Brücken abgebrochen.«
    »Pah. Als ob sie das aufhalten würde! Die Spitzohren sind das feigste Volk, das ich kenne. Kommen um die Ecke, wenn die blutige Hauptarbeit getan ist, sprechen ein paar gesalbte Worte. Und alle schauen zu den schimmernden Elblein auf, als wären es Götter. Ich scheiße auf sie und ihre Schöpferin.« Er spuckte einen Speichelklumpen nach rechts. »Schreib das auf! Ich scheiße auf sie.«
    »Das tue ich.« Carmondai schob es auf die Veränderungen durch das Elixier der Albae, dass der Hass auf die Elben blieb. Abgrundtiefer, fortwährender Hass. Sisaroths Mittel wirkt unverändert, was das angeht.
    Carâhnios griff an seinen Gürtel und nahm aus einer Lederhülle eine Metallphiole heraus, die er öffnete, an die schwarz gefärbten Lippen setzte und einen Tropfen auf die dunkle Zunge gab. Seine Züge entspannten sich etwas. Er grinste böse und verstaute die Phiole wieder sorgsam.
    Carmondai nahm an, dass es das Mittel war, das die Drillinge angefertigt hatten und den Zhadár ihre einzigartigen Kräfte gab. »Ich hörte, es sei destilliertes Elbenblut«, merkte er an.
    »Hörtest du das?« Der Unterirdische kicherte erneut. »Oh, das war es einst.« Er pochte mit der flachen Hand gegen die Halterung. »Es wird noch eine Zeit lang reichen, hoffe ich.«
    »Und was wird als Ersatz dienen?«
    Die dunklen Augen des Zhadár richteten sich auf ihn, das faltige Gesicht nahm einen lauernden Ausdruck an. »Was glaubst du?«, raunte er gefährlich. »Ich gebe dir den Hinweis, dass auch diese Quelle im Geborgenen Land mehr und mehr versiegt.«
    Deswegen jagt er die Albae. Carmondai schluckte. »Du bist in der Lage, das gleiche Mittel wie die Aklán herzustellen?«
    »Unsere Augen waren überall, auch in Sisaroths Laboratorien.« Carâhnios schmatzte. »Ob es das Gleiche ist, vermag ich nicht zu sagen, aber ich hoffe, es tut seinen Dienst.« Er schloss erneut die Lider. »Du bist sicher, Schreiberling.«
    Carmondai fühlte, dass der Zhadár log, und zwar ohne sich Mühe dabei zu geben. Ich bin vor nichts und niemandem im Geborgenen Land sicher.
    Selten hatte sich der Alb so alleine gefühlt wie in diesem Augenblick. Nicht einmal in Phondrasôn.
    Die langsamer werdenden Atemzüge des Unterirdischen wirkten ansteckend einschläfernd.
    Er schlummert, als befände er sich in seinem sicheren Bett in einem Stollen. Carmondai musste ihn bewundern. Entweder ist er so verrückt, dass es ihm egal ist, wo er in die Träume gleitet, oder er verlässt sich darauf, dass ihn seine Kriegersinne vor Gefahren warnen.
    Er beschloss, sich ebenfalls auszuruhen.
    Der Alb legte Papier und Tinte zur Seite und streckte sich im weichen, dunkelgrünen Gras unter dem Baum aus. Die Hände musste er der Länge nach zusammenlegen, da die Fesseln ihn banden, dann bettete er seinen Kopf darauf.
    Kaum schien er eingeschlafen, traf ihn ein Tritt in die Seite.
    Carmondai zuckte zusammen und schoss in die Höhe, um einen grinsenden Carâhnios vor sich zu sehen.
    Die Nacht war während seines Schlummerns hereingebrochen, zarter Nebel erhob sich aus dem Gras.
    »Es geht los«, raunte der Zhadár. »Schauen wir nach, ob sich Schwarzaugen im Hügel verborgen halten.«
    Mit sehr widersprüchlichen Gefühlen stand Carmondai auf und ging zu seinem Pferd, um dem Unterirdischen zu folgen.

    Ishím Voróo, 5452.   Teil der Unendlichkeit (6491.   Sonnenzyklus), Sommer
    Aiphatòn hatte eben von seinem Ausguck springen wollen, um mit Nodûcor weiter nach Nordwesten zu ziehen, als die Schlacht losbrach. Das muss ich mir ansehen.
    Ohne einen Aufschrei, ohne Signale von

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