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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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dunkelgrünen Band entgegen, das irgendwann am Horizont aufgetaucht war.
    Bis sie Gesellschaft bekamen …
    »Orthmar«, sagte Thalin, der neben ihm an der Spitze des Zuges schritt. »Sieh dort!«
    Der Blick des Zwergenführers folgte dem Fingerzeig seines Stellvertreters, der nach Westen deutete. Dort zeichneten sich jenseits der kargen Ebene die schroffen Zinnen des Schwarzgebirges ab. Was Thalins Aufmerksamkeit erregte, waren jedoch nicht die fernen Berge, sondern das Blitzen, das im fahlen Tageslicht davor auszumachen war, und die Staubwolke, die dem Blitzen folgte.
    »Da kommt jemand«, stellte Thalin überflüssigerweise fest.
    »Nicht nur einer«, brummte Orthmar. »Das ist ein ganzes verdammtes Heer, das sich da nähert!«
    Der Zwergenführer ließ sich auf die Knie nieder und legte das Ohr auf den staubigen Boden. Was er hörte, ließ ihn erschaudern, denn es war der Tritt von Hunderten von Stiefeln. Und die absolute Gleichförmigkeit, mit der sich die Herannahenden bewegten, ließ nur einen Schluss zu:
    »Elfen«, stellte Orthmar verächtlich fest, als er sich wieder erhob.
    »Elfen?« Thalin schaute wieder gen Westen. Das Blitzen, das von Waffen und Rüstungen kündete, war heller geworden, und Konturen schälten sich bereits aus dem Staub. »Aber das ist unmöglich!«
    »Zweifelst du an meinen Worten? Dann horche selbst!«, knurrte Orthmar. »Seit meiner Jugend habe ich solchen Gleichklang bei einer Armee nicht mehr vernommen. Nur Elfen bewegen sich in großer Zahl wie ein einziger Mann.«
    Thalin wollte Orthmars Worte nicht anzweifeln. Zum einen war der Zwergenführer für seine ausgeprägten Sinne bekannt, zum anderen war es der Gesundheit nicht zuträglich, ihm zu widersprechen. Vor allem dann nicht, wenn des Orthwins Sohn so schlechter Laune war wie dieser Tage.
    »Verdammt!«, maulte der Zwergenführer in seinen Bart, während das wenige, das von seinem Gesicht zu sehen war, puterrot anlief. »Das hat mir gerade noch gefehlt. Seit hundert Jahren wurde kein Elfenheer mehr in durumin gesichtet – ausgerechnet jetzt kehren sie zurück!«
    »Glaubst du, das hat etwas mit der entführten Priesterin zu tun?«, fragte Thalin besorgt.
    »Nicht doch.« Orthmar schnitt eine Grimasse. »Die machen nur einen Spaziergang, um sich die Beine zu vertreten.« Dann brauste er auf: »Natürlich hat es etwas mit der entführten Priesterin zu tun, Dummkopf. Sie wollen sie befreien, damit sich keiner den Schatz unter den Nagel reißt. Aber worauf des Orthwins Sohn einmal sein Auge geworfen hat, das nimmt ihm keiner mehr weg!«
    »Was hast du vor? Bis zum Wald ist es noch weit, und die Elfen sind verdammt schnell. Sie werden uns eingeholt haben, noch ehe wir den Wald erreichen.«
    »Du glaubst doch nicht, dass ich vor diesem Elfenpack davonlaufe, hm?«, brummte Orthmar, und er rammte den spitzen Sporn am Ende seiner Axt in den Boden. Auf seine Waffe gestützt, blickte der Zwergenführer dem herannahenden Zug der Elfen gefasst entgegen.
    »Was willst du tun?«
    »Was wohl?« Orthmar grinste breit. »Verhandeln und das Beste für uns herausschlagen, wie immer.«
    Dagegen gab es nichts einzuwenden, und obwohl den übrigen Zwergen ihre Nervosität deutlich anzumerken war, warteten sie ab, gespannt darauf, was ihr Anführer für sie herausholen würde. In der Vergangenheit hatten sie keinen Grund gehabt, sich über Orthmars Verhandlungsgeschick zu beklagen (von dem missglückten Handel mit Muril Ganzwar einmal abgesehen).
    Eine Vorhut zu Pferd ritt der nahenden Armee voraus, deren stampfender Gleichschritt bereits in der Ferne zu hören war, und erreichte den Trupp der Bärtigen. Die Elfenkrieger zügelten ihre großen, schlanken Tiere, die nicht weniger hochmütig und erhaben wirkten als sie selbst, und blickten mit unverhohlener Geringschätzung auf die Zwerge herab.
    »Wer seid Ihr?«, fuhr einer der Elfenkrieger Orthmar an; sie alle trugen wehende weiße Umhänge und Brustpanzer aus blitzendem Silber, dazu Helme mit weißen Federbuschen – nur der Elf, der sprach, hatte einen blauen –, und an ihren Lanzen flatterte das Banner von Tirgas Dun. »Erklärt Euch, Zwerg, oder Ihr seid des Todes!«
    »Warum droht Ihr mir, Herr Elf?«, fragte Orthmar pikiert. Er stand an der Spitze seines Trupps, und so hatte der Elf ihn als Anführer erkannt. Beide bedienten sie sich der Sprache der Menschen. »Gehört das Land nördlich von Trowna nicht allen Völkern? Und habt nicht Ihr selbst dieses Gesetz erlassen?«
    »Das stimmt

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