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Elben Drachen Schatten

Elben Drachen Schatten

Titel: Elben Drachen Schatten Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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Fantasie entsprangen, als dass sie ein exaktes Bild damaliger Begebenheiten und Geschehnisse lieferten. Das war wohl das Schicksal aller, die eine so lange Lebenspanne hatten, wie sie den Elben nun einmal eigen war.
    Aber in diesem Momenten standen König Keandir diese Erinnerungen wieder so deutlich vor Augen wie seit den Tagen nicht mehr, da die Elben die Küste des Zwischenlandes Ethranor erreicht und unter seiner Führung die Stadt Elbenhaven und das Reich Elbiana gegründet hatten.
    Eine kurze Kampfpause war eingetreten, ein paar Momente des Verschnaufens. Sandrilas trat auf Keandir zu und fragte: »Seid Ihr wieder bei Sinnen, mein König?«
    Sein Tonfall klang so hart und glasklar, dass er Keandir an klirrendes Eis erinnerte. Er drehte den Kopf. Alle unterbrachen ihre momentane Tätigkeit und blickten in seine Richtung: Thamandor, der durch irgendwelche Schaltungen an seinem Flammenspeer versucht hatte, der Waffe doch noch den ein oder andere Schuss abzuringen; Uéndorn der Starke, der einigen erschlagenen Katzenkriegern die Pfeile aus dem Körper gezogen hatte, um sie noch einmal verwenden zu können; Shorindorn und Yintaril, die ihre Einhandarmbrüste nachgeladen hatten, nachdem sie vor wenigen Augenblicken noch auf sich nähernde Riesenfledertiere geschossen hatten.
    »Wollt Ihr mit Eurer Frage irgendeinen Zweifel kundtun, dass ich weiterhin in der Lage bin, das Reich der Elben zu regieren, Prinz Sandrilas?«, brachte Keandir gereizt hervor.
    »Ich fragte Euch lediglich nach Eurem Befinden, mein König«, erwiderte Sandrilas ruhig.
    »Wie soll sich ein Krieger fühlen, der eine Schlacht führt, die er nicht gewinnen kann?«, entgegnete Keandir. »Ich fürchte, diese kurze Verschnaufpause hier dient nur dazu, dass wir erkennen, dass wir dem Untergang geweiht sind!«
    »Ich habe gerade die letzten Bolzen in meine Einhandarmbrüste gespannt«, erklärte Thamandor der Waffenmeister und hob dann den Flammenspeer. »Und diese vortreffliche Waffe wird sich leider erst wieder einsetzen lassen, wenn wir auf Naranduin waren und ein paar Steine des Magischen Feuers gesammelt haben, die ich dann zu Pulver zerkleinern kann und …«
    »Euer Optimismus ist geradezu naiv, wenn Ihr denkt, dass wir je noch einmal Gelegenheit haben werden, unseren Fuß auf Naranduin zu setzen«, fiel ihm Sandrilas ins Wort, was eine äußerst unelbische Art war und mehr den Geflogenheiten der Rhagar entsprach. »Im Augenblick sieht es so aus, als würde dieses Felsmassiv, dem man den Namen Elbenturm gab, zu unserem Grabmal werden.«
    Keandir wandte sich an Yintaril und Shorindorn. »Wie viele Bolzen tragt ihr noch in Euren Gürtelschärpen?«
    »Einen!«, erklärte Hauptmann Yintaril. Der Kommandant der elbischen Wachmannschaft, die zum Schutz der Manufaktur abbestellt war, strich mit der linken Hand über die leeren Schlaufen seiner Schärpe.
    »Zwei!«, antwortete der Wachmann Shorindorn.
    »Mein König - seht dort!«, rief auf einmal Uéndorn der Starke und streckte seine für Elbenverhältnisse sehr ungeschlacht wirkende Hand aus.
    Die triumphierenden Katzenkrieger auf den anderen Türmen hatten ihre letzten Feuerdämonen freigelassen, und diese tanzten die Wehrgänge entlang auf den Hauptturm zu, während gleichzeitig aus Süden ein paar weitere Riesenfledertiere auf die Manufaktur zuflogen.
    König Keandir trat an die Zinnen, stieg auf die Wehrmauer des Turms, die fast zwei Schritt breit war, und blickte in die Tiefe. Im Hof der Manufaktur herrschte eine grausige Stille. Der Kampflärm war verstummt. Die abgetrennten Körperteile von niedergemetzelten Elben lagen verstreut auf dem Pflaster. Die Katzenartigen spießten sie auf ihre Rapiere und trieben grobe Scherze damit.

7. Kapitel
    Kampf der Elemente

    Die Flammendämonen kletterten die Mauer des Hauptturms empor, wo Keandir stand und sie mit wuchtigen Hieben seines Schwerts Schicksalsbezwinger empfing. Immer wieder tauchte er seine Klinge in die Flammenkörper, woraufhin sich sein Schwert mehr und mehr mit der Kraft der Feuerwesen auflud. Keandir befürchtete schon, dass es irgendwann schmelzen würde, wie es bisher bei allen anderen Klingen der Fall gewesen war, die von diesen unheimlichen Flammen der Feuerdämonen umhüllt worden waren. Aber noch war dies nicht der Fall.
    Keandir wehrte den Angriff der heraufkriechenden Flammengeister beinahe im Alleingang ab. Viele dieser flackernden Wesen hatten nach dem Aufstieg die Mauer empor zur Turmspitze bereits die Hälfte ihrer Ausdehnung

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