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Elben Drachen Schatten

Elben Drachen Schatten

Titel: Elben Drachen Schatten Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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Katzenkrieger im Hof der Manufaktur richteten ihre Waffen gegen sich selbst. Ihre Todesschreie und ihr gurgelndes Röcheln hallten durch den immer noch prasselnden, aber inzwischen nachlassenden Regen.
    Dann stieg Andir in die Höhe, schwebte immer weiter empor, verharrte dann gut dreißig Schritte über dem Hof und brachte mit einer einzigen Handbewegung ein herannahendes Riesenfledertier dazu, die Flugbahn zu senken, sodass es mit voller Wucht gegen das Felsmassiv rammte, auf dem die Manufaktur errichtet war. Betäubt taumelte das Ungeheuer in die Tiefe und riss seine Reiterbesatzung, bestehend aus sieben Katzenkriegern, mit sich. Ihre Schreie hallten schauerlich zwischen den Felsen wider.
    Unter den Angreifern brach jegliche Ordnung auseinander, doch offenbar unterlagen Andirs Einflussmöglichkeiten auf den Geist der Katzenkrieger räumlichen Begrenzungen. Jedenfalls hielten sie nun einen gewissen Abstand zu dem Elbenmagier, der zurück auf das Pflaster des Hofs sank. Keandir machte sich Sorgen um ihn, denn was er getan hatte, musste ungeheuer anstrengend gewesen sein.
    Einige Riesenfledertiere umflatterten noch immer in einiger Entfernung den Elbenturm, trauten sich aber nicht näher, als wären ihre Reiterbesatzungen unschlüssig darüber, was sie tun sollten.
    »Sie haben Angst davor, sich zurückzuziehen, weil ihnen ihr Meister ein Scheitern übel nehmen würde«, vermutete Prinz Sandrilas.
    »Oder sie warten ab, bis Andirs magische Kräfte erlahmen«, befürchtete Keandir.
    »Gut möglich«, murmelte der Einäugige.
    Keandir steckte Schicksalsbezwinger zurück in die Scheide. Im Moment war der Hauptturm nicht mehr Angriffsziel der unheimlichen Kreaturen, und die Katzenkrieger auf den anderen Türmen hatten sich ebenso wie jene im Hof der Manufaktur selbst umgebracht. Manche, indem sie sich in die Tiefe stürzten, andere, indem sie sich die eigenen Waffen entweder selbst oder gegenseitig in die Leiber stießen.
    Doch weiter reichte auch die immense magische Kraft Andirs nicht. Entfernten sich die Riesenfledertiere mit ihren Besatzungen über eine bestimmte Distanz hinaus, so übte er auf sie keinen geistigen Einfluss mehr aus.
    Keandir hielt es nicht mehr länger auf dem Hauptturm. Während er Yintaril, Shorindorn und Uéndorn befahl, dort auszuharren, stieg er zusammen mit Thamandor, Sandrilas und Siranodir die Treppe hinunter, die in den Hof der festungsartigen Anlage führte.
    Ein Bild des Schreckens bot sich ihnen dort, und auch der Blutgeruch war kaum zu ertragen und für die feinen Elbensinne eine Qual.
    Andir stand mit geschlossenen Augen da und rührte sich nicht. Er war voll und ganz konzentriert und hielt den Zauber aufrecht. Aber wie lange schaffte er dies noch?
    »Werter Thamandor, gibt es hier auf der Manufakturburg nicht noch ein paar Lagerstätten für Bolzen für die Einhandarmbrüste?«, fragte Keandir. »Die wenigen Überlebenden könnten dann ihre Waffen nachladen.«
    Mit diesen Worten nahm Keandir eine der Einhandarmbrüste vom Boden auf. Der Elbenkrieger, dem sie gehört hatte, war so arg zugerichtet, dass man nicht einmal mehr erkennen konnte, dass es sich um einen Elb gehandelt hatte. Die Schlaufen seiner blutgetränkten Schärpe waren leer; auch er hatte vor seinem Ende sämtliche Bolzenmunition aufgebraucht.
    »Nein«, antwortete Waffenmeister Thamandor, wobei sich in der Mitte seiner glatten Stirn jene Falte bildete, die so charakteristisch für ihn war. »Ihr wisst, dass wir mit der Produktion unserer handgefertigten Bolzen arg im Rückstand sind, seit die Zahl der Einhandschützen im elbischen Heer so stark vergrößert wurde. Und obwohl jeder dieser Schützen nur eine Waffe bekommen hat und an ihr ausgebildet wurde, kommen wir mit der Fertigung einfach nicht hinterher. Deswegen war die Wachmannschaft der Manufaktur auch nur mit einem unerlässlichen Vorrat ausgerüstet, der uns allerdings ausreichend erschien, um einen Angriff auf den Elbenturm abzuwehren.«
    »Offensichtlich war er das nicht«, warf Prinz Sandrilas ein.
    »Ihr wahrt es doch, der immer wieder neue Lieferungen gefordert hat, mein Prinz!«, warf Thamandor ihm, der auch Befehlshaber des Elbeheeres war, vor.
    »Dieser Streit führt zu nichts«, beschwichtigte Keandir den Waffenmeister. »Niemand hat damit rechnen können, dass ein so massiver Angriff ins Herz des Elbenreichs erfolgen würde. Auch ich habe das nicht kommen sehen.«
    »Euer Sohn Magolas geht aufs Ganze«, sagte Sandrilas bekümmert.
    Aber Keandir

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