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Grimms Märchen, Vollständig überarbeitete und illustrierte Ausgabe speziell für digitale Lesegeräte (German Edition)

Grimms Märchen, Vollständig überarbeitete und illustrierte Ausgabe speziell für digitale Lesegeräte (German Edition)

Titel: Grimms Märchen, Vollständig überarbeitete und illustrierte Ausgabe speziell für digitale Lesegeräte (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Wilhelm Carl Grimm , Jacob Ludwig Carl Grimm
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»O ja, wenn’s der Vater Hollenthe, die Mutter Malcho, der Bruder Hohenstolz und die schöne Katrinelje will, so kann’s geschehen.«
     
»Wo ist dann die schöne Katrinelje?«
     
»Sie ist in der Kammer und zählt ihre Pfennige.«
     
    »Guten Tag, schöne Katrinelje.« – »Großen Dank, Pif Paf Poltrie.«
     
    »Willst du wohl mein Schatz sein?« – »O ja, wenn’s der Vater Hollenthe, die Mutter Malcho, der Bruder Hohenstolz, die Schwester Käsetraut will, so kann’s geschehen.«
     
    »Schön Katrinelje, wieviel hast du an Brautschatz?« – »Vierzehn Pfennige bares Geld, drittehalb Groschen Schuld, ein halbes Pfund Hutzeln, eine Handvoll Prutzeln, eine Handvoll Wurzeln,
     
    Und so der watt:
     
Is dat nig en guden Brutschatt?«
     
    »Pif Paf Poltrie, was kannst du für ein Handwerk?
     
    Bist du ein Schneider?« – »Noch viel besser.«
     
    »Ein Schuster?« – »Noch viel besser.«
     
    »Ein Ackersmann?« – »Noch viel besser.«
     
    »Ein Schreiner?« – »Noch viel besser.«
     
    »Ein Schmied?« – »Noch viel besser.«
     
    »Ein Müller?« – »Noch viel besser.«
     
    »Vielleicht ein Besenbinder?«
     
    »Ja, das bin ich! Ist das nicht ein schönes Handwerk?«
     
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    1 Melkkuh
     

Der Fuchs und das Pferd
     
    E s hatte ein Bauer ein treues Pferd, das war alt geworden und konnte keine Dienste mehr tun; da wollte ihm sein Herr nichts mehr zu fressen geben und sprach: »Brauchen kann ich dich freilich nicht mehr; indes meine ich es gut mit dir; zeigst du dich noch so stark, daß du mir einen Löwen hierherbringst, so will ich dich behalten; jetzt aber mach dich fort aus meinem Stall«, und er jagte es damit ins weite Feld. Das Pferd war traurig und ging nach dem Wald zu, dort ein wenig Schutz vor dem Wetter zu suchen.
     
    Da begegnete ihm der Fuchs und sprach: »Was hängst du so den Kopf und gehst so einsam herum?« – »Ach«, antwortete das Pferd, »Geiz und Treue wohnen nicht beisammen in einem Haus; mein Herr hat vergessen, was ich ihm für Dienste in so vielen Jahren geleistet habe, und weil ich nicht mehr recht ackern kann, will er mir kein Futter mehr geben und hat mich fortgejagt.« – »Ohne allen Trost?«, fragte der Fuchs. »Der Trost war schlecht, er hat gesagt, wenn ich noch so stark wäre, daß ich ihm einen Löwen brächte, wollte er mich behalten, aber er weiß wohl, daß ich das nicht vermag.«
     
    Der Fuchs sprach: »Da will ich dir helfen, leg dich nur hin, strecke dich aus und rege dich nicht, als wärst du tot.«
     
    Das Pferd tat, was der Fuchs verlangte; der Fuchs aber ging zum Löwen, der seine Höhle nicht weit davon hatte, und sprach: »Da draußen liegt ein totes Pferd, komm doch mit hinaus, da kannst du eine fette Mahlzeit halten.«
     
    Der Löwe ging mit, und wie sie bei dem Pferd standen, sprach der Fuchs: »Hier hast du’s doch nicht nach deiner Gemächlichkeit, weißt du was? Ich will’s mit dem Schweif an dich binden, so kannst du’s in deine Höhle ziehen und in aller Ruhe verzehren.«
     
    Dem Löwen gefiel der Rat, er stellte sich hin, und damit ihm der Fuchs das Pferd festknüpfen könnte, hielt er ganz still. Der Fuchs aber band mit des Pferdes Schweif dem Löwen die Beine zusammen und drehte und schnürte alles so wohl und stark, daß es mit keiner Kraft zu zerreißen war. Als er nun sein Werk vollendet hatte, klopfte er dem Pferd auf die Schulter und sprach: »Zieh, Schimmel, zieh.«
     
    Da sprang das Pferd mit einmal auf und zog den Löwen mit sich fort. Der Löwe fing an zu brüllen, daß die Vögel in dem ganzen Wald vor Schrecken aufzogen; aber das Pferd ließ ihn brüllen, zog und schleppte ihn über das Feld vor seines Herrn Tür. Wie der Herr das sah, besann er sich eines Bessern und sprach zu dem Pferd: »Du sollst bei mir bleiben und es gut haben«, und gab ihm satt zu fressen, bis es starb.
     

Die zertanzten Schuhe
     
    E s war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter, eine immer schöner als die andere. Sie schliefen zusammen in einem Saal, wo ihre Betten neben einander standen, und Abends, wenn sie darin lagen, schloss der König die Tür zu und verriegelte sie. Wenn er aber am Morgen die Türe aufschloss, so sah er dass ihre Schuhe zertanzt waren, und niemand konnte herausbringen wie das zugegangen war.
     
    Da ließ der König ausrufen wer es könnte ausfindig machen, wo sie in der Nacht tanzten, der sollte sich eine davon zur Frau wählen und nach seinem Tod König sein: wer sich aber meldete und es nach drei

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