Invasion 03: Der Gegenschlag
Pruitt, rutschte ebenfalls in seinen Sitz und klickte die Gurte ein. »Bun-Bun ist im grünen Bereich und jederzeit bereit, es den Posleen zu zeigen.«
Mitchell ließ seine Schultern kreisen und schnippte seinen Kommandantenbildschirm an. »Tarnung absprengen, und dann wollen wir mal sehen, wie's hier aussieht.«
»Tulo'stenaloor, diese Verteidigungszone ist ausgeschaltet, und die Menschen befinden sich auf der Flucht«, sagte Orostan. »Die Versorgungskompanien sind nachgerückt und sammeln jetzt alles, was an Thresh und Waffen vom Pass geborgen werden kann.«
Letzteres war auch eine Innovation. Gewöhnlich ließen einzelne Kessentai ihre Streitkräfte auf dem Vormarsch einsammeln, was sie konnten. Tulo'stenaloor hatte dem ein Ende gemacht. Ganz gleich, mit welcher Effizienz das eine Einheit auch machte, es hatte meist zur Folge, dass es den Vormarsch verlangsamte. Einheiten, die durch die Lücke zogen, mussten in gleichmäßigem Tempo vorrücken und durften nicht anhalten, um Beute zu machen. Deshalb hatte er von Cosslain und Kenstain geleitete Spezialeinheiten dazu abgeordnet, das Schlachtfeld zu säubern.
»Der Vormarsch durch den Pass läuft gut. Wir werden zu unseren Sekundärzielen vorrücken.«
»Einverstanden«, bestätigte Tulo'stenaloor. »Es ist sehr gut gelaufen.«
»Dass wir die meisten Tenaral und zwei Schiffe verloren haben, ist doch ganz sicher nicht ›sehr gut‹«, wandte Orostan ein.
Tulo'stenaloor schlappte belustigt mit dem Kamm. »Ich vergesse das immer wieder; du hast bisher noch nicht gegen Menschen gekämpft. Das hier war einfach; du solltest dich vor dem fürchten, was im Tal auf uns wartet. Die Metall-Threshkreen werden bald hier sein, da bin ich ganz sicher. Und andere Menschen werden alles Mögliche tun, um dich zu quälen, während du vorrückst. Achte nicht darauf; konzentriere dich auf deinen Einsatz und lasse dich von Widerstand nicht aufhalten.«
»Ich werde es bedenken«, sagte Orostan und bedeutete seinem Verbindungsmann, dass er den Befehl zum Vorrücken ins Tal weitergeben solle. »Dennoch werden wir siegen.«
»Oh, ja«, pflichtete Tulo'stenaloor ihm bei. »Das werden wir. Nichts kann uns jetzt aufhalten.«
»Ich habe sechs Lander erfasst, Sir«, rief Pruitt. »Fünf Lampreys, einen K-Dek. Ich weiß nicht, wo die übrigen sind.« Dies würde sein erster »Kriegsschuss« sein. Er hatte an dem starren Simulator in Roanoke geschossen, wo das ganze östliche Virginia Zielgebiet war. Aber man hatte ihm gesagt, dass es in den SheVas und mit scharfer Munition anders sein würde; die mobilen Geschütze waren trotz ihrer riesigen Größe viel mehr dem Feuerschock ausgesetzt.
»Wahrscheinlich auf dem Boden«, sagte Major Mitchell, tippte an seinen Bildschirm und markierte die entsprechende Einheit. »Den hier und den«, sagte er und tippte sie an, so dass sie in der Darstellung die Farbe wechselten. »Und dann verduften wir hier schleunigst.«
»Yes, Sir«, sagte Pruitt und richtete das Geschütz auf einen K-Dek, der fast genau über der Stelle stand, wo früher einmal Mountain City gewesen war. Er war nervös, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Sie waren dabei, sich zu einer gigantischen Zielscheibe zu machen, und der Abgang von SheVa Vierzehn war viel zu spektakulär gewesen, um noch glauben zu können, sie wären unverwundbar. Und um am Leben zu bleiben, würden sie diese verdammten Schiffe treffen müssen, die da herumschwirrten – keine leichte Aufgabe. Und dann war dies sein erster Kriegsschuss. Deshalb spürte er, während er etwa eine halbe Sekunde wartete, bis der K-Dek grün wurde, wie seine Handflächen feucht und sein Mund trocken wurden. Aber er tat das, wozu er ausgebildet war, und würde denen klarmachen, dass jetzt Bun-Bun hier eingetroffen war. »ZIEL!«
»Bestätigt!«
»FEUER!«, brüllte der Kanonier und drückte ab. Und das hatte zur Folge, dass sie sich alle fühlten, als befänden sie sich im Inneren einer riesigen Glocke, auf die gerade ein Riese mit einem Hammer eingeschlagen hatte. Die Kommandozentrale war natürlich hervorragend schallisoliert, aber die Folge eines Abschusses war nicht so. sehr »Geräusch«, sondern eher eine gewaltige Präsenz, die sie am ganzen Körper erfasste, das massive Gebilde des SheVa erzittern und alle Oberflächen vibrieren ließ. Er hatte noch nie ein so überwältigendes, beängstigendes und zugleich belebendes Gefühl empfunden; so als würde er wirklich Shiva, den Gott der Vernichtung,
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