Irgendwie Top
und schlug sich betroffen die Hand vor den Mund.
„Homophobes Pack“, zischte Mark wütend. „Wenn ich die erwische, die können was erleben.“
„Weißt du, wer die waren?“, erkundigte sich Stewart relativ gefasst, doch auch in seinem Gesicht arbeitete es.
„Ja, weiß ich“, gab Tim zu, fügte jedoch sofort hastig hinzu: „Aber ich werde da nichts machen!“ Maria setzte zu einer Antwort an und auch Stewart zog pikiert die Augenbrauen nach oben. „Mann, Dad! Ich bin nur noch ein paar Wochen in der Schule, wenn ich da jetzt ein Drama daraus mache, machen die mir das Leben bis zum Abschluss zur Hölle und darauf habe ich echt keinen Bock!“, erklärte Tim entschieden. „Ich halte mich einfach zukünftig von denen fern und die sich hoffentlich auch von mir.“ Unsicher lächelte er seinen Vater und seine Mutter an.
„Aber Timothy, du kannst die doch nicht einfach so ...“ Maria brach ab und schaute hilfesuchend zu ihrem Mann hinüber. Der schüttelte nur den Kopf.
„Deine Entscheidung“, meinte er und an seine Frau gewandt fuhr er fort: „Tim ist erwachsen. Er kann selbst darüber entscheiden. Wenn er meint, es ist besser so, dann sollten wir ihm nicht dazwischenreden.“
„Kenne ich die Typen?“, knurrte Markus. Wenn Tim schon nichts unternehmen wollte, hieß das ja nicht, dass er ihnen nicht mal einen Besuch abstatten konnte. Ohne ihnen was zu tun, würde er ihnen natürlich nur klarmachen, was passieren könnte, wenn sie die Finger nicht von seinem Bruder ließen.
„Nein, kennst du nicht!“, meinte Tim entschieden. „Und das Letzte, was ich gebrauchen kann, ist, dass du Rambo die fertigmachst oder du“, er wandte sich an Mark, „mir als toller Supermann zu Hilfe eilst! Ich komme damit schon selbst klar, okay?“
Sowohl Mark als auch Markus starrten ihn mit offenem Mund an und erst Alex' leises, verstohlenes Lachen, zog ihre Aufmerksamkeit von Tim weg.
„Wenn sich schon zwei so starke Männer für dich prügeln, Kleiner, dann muss ich mich nicht mehr dazwischenwerfen, oder?“, fragte er in seinem typisch spöttischen Tonfall nach. Tim grinste ihn an und schüttelte den blonden Schopf.
„Nicht nötig. Ich habe die schon im Griff“, erklärte er verschmitzt und boxte Mark in die Seite, der leise ächzte. Tim küsste ihn rasch und lächelte entschuldigend.
„Dann lasst uns erst mal den Kuchen essen.“ Stewart beendete ihr Geplänkel und fügte schmunzelnd hinzu: „Ich persönlich muss schon den ganzen Tag nur mit diesem köstlichen Duft vorliebnehmen. Wann immer ich über Hunger klage, bekomme ich zu hören, dass es später noch Kuchen gibt. Also los! Ich sterbe vor Hunger!“ Er zwinkerte seiner Frau zu, die ihn anlächelte, doch der leicht besorgte Ausdruck in ihren Augen blieb. „Gibst du mir mal den Aufgeber, Alex? Was möchtest du denn als Erstes haben?“
„Applepie!“ Alex lächelte Maria selig an. „Und ein großes Stück, wenn es geht. Mit viel Sahne!“
Die nächste halbe Stunde verbrachten sie damit, Marias Kuchen zu vernichten und allgemeine Gespräche über Wetter und Sport zu führen. Stewart fragte sowohl Mark als auch Alex über ihre Berufe aus. Markus gab nur ab und an etwas von sich. Noch immer war er sich nicht sicher, ob Alex nur so tat, als ob alles in Ordnung wäre, und warf ihm immer wieder verstohlene Blicke zu. Vor den anderen würde Alex ihn wohl kaum rundmachen, aber wenn sie alleine waren? Alex musste mitbekommen haben, dass außer Markus jeder verblüfft reagiert hatte. Logischerweise würde er also drauf kommen, dass er Bescheid gewusst hatte. Schöner Mist! Warum nur hatte er ihn nicht rechtzeitig gewarnt?
Mark und Alex gingen vorsichtig miteinander um, schlichen geschickt um Themen, von denen wohl nur Markus und eventuell noch Tim ahnten, dass sie leicht gefährliches Terrain sein könnten. Zumindest in den Heterodenkmustern seiner Eltern.
Mark konnte sich dennoch die Frage nicht verkneifen, wie sich Alex und Markus nähergekommen waren. Obwohl ihn Tim beinahe schon zu auffällig in die Seite stieß, sah Mark Alex herausfordernd an. Alex lächelte souverän, lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und wirkte plötzlich sehr unnahbar und reserviert.
„Das würdest du zu gerne wissen, was?“ Seine Augen funkelten überaus gefährlich. Markus erschien er wie der Panther, der er war, das schwarze Fell leicht gesträubt, die Krallen minimal ausgefahren, das Maul ein wenig gebleckt und sein metaphorischer - und nur dieser - Schwanz zuckte
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