Kahlschlag (German Edition)
sich dann eine Lösung finden. Mit mir möchtest du kein Problem haben. Comprende?«
»Ja, Sir.«
»Ich hab nichts dagegen, mal ein bisschen Schmiergeld zu zahlen. Ich hab auch nichts dagegen, wenn jemand gelegentlich die Hand aufhält. Aber ich kann es nicht ausstehen, wenn ein Mann nicht weiß, wo seine Grenzen sind. So wie bei Pete, der Henry und mich im großen Stil übers Ohr hauen wollte. Das mag ich ganz und gar nicht. So etwas würdest du doch nicht versuchen, Rooster?«
»Nein, Sir.«
»Gut. Dann wäre das erledigt. Bis auf eine letzte Kleinigkeit.«
McBride erhob sich, und sein Morgenmantel klaffte auf. Rooster starrte die Kaffeetasse auf dem Tisch an. McBride ging in das angrenzende Zimmer, kam mit einer Handvoll Geldscheinen zurück, ging quer durch den Raum und stellte sich neben Rooster. Er stand so dicht neben ihm, dass sich sein Penis beinahe an Roosters Ellbogen rieb. »Streck die Hand aus, Rooster«, sagte er.
Rooster drehte sich zur Seite, streckte die Hand aus, und McBride legte einen Hundert-Dollar-Schein hinein. Dann einen zweiten und einen dritten. Die anderen vier faltete er zusammen und steckte sie in die Tasche seines Morgenmantels. »Das Geld bekommst du, weil du wie ausgemacht zu mir gekommen bist. Aber du bekommst nicht alles, was du eigentlich bekommen hättest, weil du die Sache vermasselt hast, Rooster. Besorg die Karten, Amigo.«
McBride legte Roosters Finger um die Geldscheine und drückte sie dann so fest zusammen, dass Rooster vom Stuhl fiel und nur mühsam wieder auf die Knie kam. McBrides Penis hing ihm ins Gesicht. »Küss ihn, Rooster.«
»Nein.«
»Doch. Küss ihn.« McBride drückte fester zu, und man hörte etwas knacken. Rooster beugte sich vor und küsste die Eichel von McBrides Penis. McBride ließ ihn los und trat einen Schritt zurück. Rooster, rot wie eine reife Tomate, stand auf.
»Das hätte wirklich nicht sein müssen«, sagte Rooster. »Das hätten Sie nicht tun sollen.«
»Zum Teufel, Rooster, meinen Schwanz zu küssen, hat dir doch den Tag versüßt.«
Nachdem Rooster gegangen war, rief McBride nach der Blonden. Sie kam ins Zimmer, und er führte sie zum Sofa. Als er fertig war, sagte sie: »Ich weiß gar nicht, warum ich mir eigentlich die Mühe mache, was anzuziehen.«
»Ich hab dich nicht drum gebeten«, entgegnete McBride. »Du kannst jetzt verschwinden. Geh nach Hause.«
»Ich wollte Sie nicht auf die Palme bringen. Es ist nur so, dass Two mich ganz nervös macht.«
»Ist er aufgestanden?«
»Ja. Ich will nicht dahinten mit ihm zusammen sein. Aber ich wollte Sie nicht wütend machen.«
»Ich bin nicht wütend, ich habe nur die Schnauze voll von dir. Geh lieber, solange ich noch gute Laune habe.«
Sie verschwand in dem angrenzenden Raum und zog sich an. Als sie wieder herauskam, lag McBride auf dem Sofa. Sie warf ihm einen Blick zu, sagte aber nichts.
Sobald sie aus dem Zimmer war, stand er auf, riegelte die Tür hinter ihr ab, trank einen Schluck Kaffee, band seinen Morgenmantel zu und ging in die Küche. Er hatte gerade erst gegessen, aber er wollte sich etwas kochen, und er ging davon aus, dass es ein bisschen länger dauern würde, sich eine Mahlzeit zuzubereiten, wie er sie sich vorstellte. Er band sich seine Schürze um. Es war eine große Schürze mit kurzen Rüschenärmeln und ein wenig Spitze am Saum und an den Seiten. Er nahm ein paar Schüsseln herunter, zündete den Kerosinherd an und stellte einen Topf mit Wasser auf, um Spaghetti zu kochen. Dann nahm er eine Knoblauchzehe, riss sie mit den Händen auseinander, legte die Stücke auf ein Holzbrett und zerkleinerte sie mit einem Holzhammer. Er arbeitete so gründlich, dass ihm keine einzige Knoblauchzehe entging, aber ihm stand auch das Wasser in den Augen.
Als er ein Geräusch hörte, drehte er sich um. In der Tür stand halb verdeckt Two in seinem langen schwarzen Gehrock. Die beiden Schwänze des Gehrocks ließen Two wie einen riesigen Käfer aussehen, schwarz, dick, schweigsam und mit funkelnden grünen Augen. Ein Nigger mit solchen Augen und in einem Gehrock. Kaum zu glauben, aber da stand er.
»Ich bin dabei, was zu kochen«, sagte McBride. »Es wird ein bisschen dauern, aber ich kann auch mehr machen. Willst du auch was essen?«
»Wir sind nicht hungrig«, entgegnete Two und ging hinaus.
KAPITEL 26
In der Nacht, bevor sich all das zwischen Rooster und McBride zutrug, war Sunset nach den Stunden mit Hillbilly in euphorischer Stimmung heimgefahren. Sie
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