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Olympos

Titel: Olympos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dan Simmons
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Sycorax nennen, noch nicht … «
    »Das reicht jetzt«, fiel ihr Prospero ins Wort. Das Hologramm klang tatsächlich verlegen.
    Harman wollte es nicht dabei bewenden lassen. »Aber was du uns vor einem Jahr erzählt hast, stimmt, nicht wahr?«, fragte er den Magier. »Calibans Mutter war Sycorax, und sein Vater war Setebos … oder war das auch eine Lüge?«
    »Nein, nein«, sagte Prospero. »Caliban ist eine Kreatur, die ein Monster mit der Hexe gezeugt hat.«
    »Es würde mich interessieren, wie ein riesiges Gehirn von der Größe eines Lagerhauses mit Dutzenden von Händen, die gr ö ßer sind als ich, sich mit einer Hexe von menschlicher Größe paart«, sagte Harman.
    »Äußerst behutsam«, sagte Moira – ziemlich vorhersehbar, wie Harman fand. Die Frau, die wie die junge Savi aussah, zei g te zum Bruch. »Wollen wir uns auf den Weg machen?«
    »Nur noch eine Frage an Prospero«, sagte Harman, doch als er sich umdrehte, um mit dem Zauberer zu sprechen, war dieser fort. »Verdammt. Ich kann es nicht leiden, wenn er das tut.«
    »Er hat woanders etwas zu erledigen.«
    »Ja, das glaube ich gern. Aber ich wollte ihn ein letztes Mal fr a gen, warum er mich in den atlantischen Bruch schickt. Es ergibt keinen Sinn. Ich werde da draußen sterben. Ich meine, es gibt dort nichts zu essen … «
    »Ich habe dir ein Dutzend Nahrungsriegel eingepackt«, sagte Moira.
    Harman musste lachen. »In Ordnung … nach zwölf Tagen gibt es dort nichts mehr zu essen. Und kein Wasser … «
    Moira zog ein weiches, gebogenes, fast flaches Gebilde aus dem Rucksack. Das Ding hatte große Ähnlichkeit mit einem der Wei n schläuche aus dem Turin-Drama – aber mit einem, der so gut wie leer war. Ein dünner Schlauch ragte heraus. Sie gab es Harman, und er bemerkte, wie kühl es sich anfühlte.
    »Ein Hydrator«, erklärte Moira. »Er sammelt und filtert schon geringste Spuren von Luftfeuchtigkeit. Wenn du deine Therm o haut trägst, sammelt er deinen Schweiß und die Luft, die du au s atmest, reinigt beides und liefert dir auf diese Weise Trin k wasser. Du wirst da draußen nicht verdursten.«
    »Ich habe meine Thermohaut nicht dabei«, sagte Harman.
    »Ich habe sie dir eingepackt. Du wirst sie für die Jagd bra u chen.«
    »Die Jagd?«
    »Fischen ist vielleicht ein besserer Ausdruck. Du kannst dich j e derzeit durch die Kraftfelder zwängen, die das Wasser zurückha l ten, und Fische unter Wasser töten. Du warst schon einmal in de i ner Thermohaut unter Wasser – oben auf Prosperos Insel, vor zehn Monaten –, also weißt du, dass die Haut dich vor dem Druck schützt und die Osmosemaske dir das A t men ermöglicht.«
    »Was soll ich als Köder benutzen, um diese Fische zu fa n gen?«
    Moira warf ihm Savis schnelles Lächeln zu. »Für Haie, Killerw a le und viele andere Bewohner der Tiefsee da draußen wird dein eigener Körper durchaus reichen, mein Prometheus.«
    Harman fand das nicht komisch. »Und womit soll ich die Haie, Killerwale und anderen Bewohner der Tiefsee töten, die ich mö g licherweise verspeisen will … mit unanständigen Au s drücken?«
    Moira zog eine Faustfeuerwaffe aus dem Rucksack und reic h te sie ihm.
    Sie war schwarz – dunkler, gedrungener und weitaus weniger elegant als die Flechette-Waffen, die er gewohnt war – und schw e rer. Aber der Griff, der Lauf und der Abzug waren ganz ähnlich.
    »Diese Waffe verschießt Kugeln, keine Glaspfeile«, erklärte Moira. »Sie arbeitet mit Sprengladungen statt mit Gasdruck wie die Waffen, die du bisher benutzt hast … aber das Prinzip ist n a türlich dasselbe. In deinem Rucksack sind drei Schachteln Munit i on … sechshundert Patronen selbstkavitierende Munit i on. Das bedeutet, dass jede Kugel unter Wasser vor sich ihr eigenes Vak u um erzeugt. Sie hat mehr Rückstoß als Flechette-Waffen und ist viel lauter, aber daran wirst du dich gewö h nen.«
    Harman wog das Tötungsgerät ein paarmal in der Hand, richt e te es aufs ferne Meer, vergewisserte sich, dass es gesichert war und steckte es wieder in seinen Rucksack. Er würde es später te s ten – sobald er draußen im Bruch war. »Ich wünschte, wir kön n ten ein paar Dutzend dieser Waffen nach Ardis bringen«, sagte er leise.
    »Du kannst ihnen diese geben«, sagte Moira.
    Harman ballte die rechte Hand zur Faust. Er wirbelte zu Moira herum. »Das sind über dreitausend Kilometer«, sagte er grimmig. »Ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich pro Tag schaffe, selbst wenn ich diese gottverdammten Fische

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