Privatdetektive (16 Romane in einem Band)
Nicht nach dem, was heute passiert ist. Schauen Sie noch bei mir vorbei?"
"Das hatte ich versprochen."
"Dann bis gleich."
*
Als Jo dann etwas später vor Diane Wyners Wohnsuite stand und sie ihm die Tür öffnete, empfing ihn die schwarzmähnige Schöne in einem engen roten Strickleid, daß sich derart an ihren biegsamen Körper schmiegte, daß Jo unwillkürlich schlucken mußte.
Dieses Kleid hob mehr hervor, als es verbarg.
Sie sah Jos Gesichtsausdruck und lächelte nachsichtig.
"Ich habe mir Mühe gegeben, die Schrammen am Kopf ein bißchen zu übertünchen!" lächelte sie.
"Welche Schrammen?" fragte Jo scheinheilig und sie lachten beide. Aber Diane war der Druck deutlich anzumerken, unter dem sie stand. Jo schloß die Tür hinter sich, legte seinen Mantel ab und folgte seiner Klientin dann zu einem für zwei Personen gedeckten Tisch.
"Setzen Sie sich, Jo!"
"Danke."
Diane zündete zwei Kerzen an und dämpfte das Licht.
"Es war ein furchtbarer Tag für mich", sagte sie.
"Ich weiß, Diane."
"Und da dachte ich, ich mache Ihnen und mir eine kleine Freude. Schauen Sie nicht so! Ich koche wirklich gut!"
"Eine knallharte Geschäftsfrau als Heimchen am Herd?" grinste Jo. "Wie paßt das zusammen?"
"Ein Hobby von mir." Ihre dunklen Augen blitzten verführerisch, der wiegende Gang, mit dem sie sich dann auf ihn zu bewegte, ließ zweimal hinsehen. "Lassen Sie sich ein wenig verwöhnen..."
"Nichts lieber als das!"
Sie stand jetzt ganz dicht bei ihm und blickte zu ihm auf. Jo fühlte ihre elektrisierenden Hände an seinen Schultern.
"Sie haben sich ja immer noch nicht hingesetzt, Jo!" hörte er ihre Stimme in gespieltem Tadel.
Jo fand, daß sie gut roch.
Einen Sekundenbruchteil noch standen sie so in knisternder Spannung beieinander, dann trafen sich ihre Lippen zu einem leidenschaftlichen, fordernden Kuß.
Vielleicht wäre noch mehr daraus geworden. Vielleicht hätten sie Dianes Diner erst einmal stehen lassen, um sich zunächst anderen Genüssen hinzugeben, aber ausgerechnet in diesem Augenblick läutete es an der Tür.
Jo blickte die dunkelhaarige Frau in seinen Armen fragend an.
"Erwarten Sie noch Besuch?"
Diane schüttelte den Kopf.
"Nein."
Sie warteten einen Augenblick lang, dann läutete es noch einmal. Jo löste sich von Diane. Sein Griff ging unter das Jackett - dorthin, wo er seine Automatic trug.
Er lud die Waffe durch und meinte: "Vielleicht ist es besser, wenn ich öffne, Diane. Besser Sie gehen aus der Schußlinie!"
Diane gehorchte, während Jo zur Tür ging.
Er warf einen Blick durch den Spion, konnte aber nichts erkennen. Das Licht im Flur war ausgeschaltet worden. Vielleicht eine herausgesprungene Sicherung. So etwas kam überall vor. Aber möglicherweise steckte auch etwas anderes dahinter.
Jo war auf alles gefaßt.
Jetzt klingelte es zum dritten Mal und zwar ziemlich ungeduldig und fordernd. Jo löste den Riegel, den Diane vorsorglich davor geschoben hatte und öffnete mit der Linken die Tür, während die rechte die schußbereite Automatic umkrallte.
Jo hatte die Tür noch gar nicht vollends geöffnet, da sah er draußen, in der Dunkelheit des Flurs bereits einen Mündungsblitz aufblitzen.
*
Alles war nur eine Frage von Sekundenbruchteilen.
Da war ein schemenhafter, dunkler Umriß, eine aufblitzende Revolvermündung und ein krachendes Schußgeräusch.
Aber Jo hatte blitzschnell geschaltet und sich zur Seite fallenlassen. Das Projektil des Unbekannten donnerte haarscharf über ihn hinweg. Irgendwo hinter ihm klirrte etwas und ging zu Bruch.
Noch im Fallen ballerte Jo zurück.
Es war ein ungezielter Schuß, der dem Unbekannten einfach nur zeigen sollte, daß er mit Gegenwehr zu rechnen hatte.
Am Boden rollte Jo herum, während sein Gegenüber den zweiten und dritten Schuß abgab. Jo fühlte, wie die Geschosse dicht neben ihm in den Parkettboden einschlugen und rettete sich hinter einen Sessel.
Als er dann einen Augenaufschlag später mit der Automatic im Anschlag hinter dieser Deckung wieder hervortauchte, war der Schemen verschwunden.
Jo wandte ein wenig den Kopf und sah mit den Augenwinkeln nach Diane.
"Alles in Ordnung?" rief er.
"Ja", kam es fast tonlos zurück.
Dann stürmte der Privatdetektiv mit schnellen Schritten zur Tür der Wohnsuite. Vorsichtig blickte er um die Ecke in den dunklen Flur hinein. Am Ende des Ganges nahm eine Bewegung wahr.
"Stehenbleiben! Keine falsche Bewegung!" rief Jo und brachte augenblicklich die Automatic in Anschlag.
Die
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