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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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übrig.

    *

    "Laßt uns allein!" sagte Ray Chung zu seinen Gorillas. Sie schauten im ersten Moment etwas unwillig, aber Chung war der Boß und daher taten sie, was er gesagt hatte.
    Chung hob seine Mandelaugen und sagte mit unbewegtem Gesicht: "Unter vier Augen unterhält man sich doch irgendwie angenehmer, nicht wahr, Mister Walker?"
    "Stimmt", nickte Jo.
    "Ich habe von Ihnen gehört. Sie sollen ein sehr guter Privatdetektiv sein - bei dem nebenbei gesagt auch die Kasse stimmt."
    "Danke für die Blumen."
    "Wer hat Sie engagiert?"
    Jo hob abwehrend die Hände.
    "Das tut nichts zur Sache."
    Chung zuckte mit den Schultern und bot Jo einen Sessel an. Dann meinte er: "Ich kann es mir ohnehin denken."
    "So?"
    "Sie sind im Auftrag von Martha Randino hier - dieser Latino-Frau, mit der Arnie in den letzten Jahren verfallen war. Wer sonst sollte ein Interesse daran haben, daß Gonellas Mörder gefaßt wird?"
    "Sie zum Beispiel. Das habe ich Ihnen doch gerade erklärt."
    "Na gut. Einen Drink, Mister Walker?"
    Jo winkte ab.
    "Kommen wir lieber zur Sache!" meinte er.
    "Wie Sie meinen. Was wollen Sie wissen?"
    "Gab es einen Polizisten, der sich für Gonella besonders interessiert hat?"
    Jetzt wirkte Chungs Gesicht fast heiter.
    "Einen? Es waren ihm dauernd welche im Nacken. Meistens die vom Rauschgiftdezernat. Aber sie haben ihm nie etwas nachweisen können. Er war clever, der gute Arnie... Verdammt clever! Da mußte einer schon sehr früh aufstehen, um ihn reinlegen zu können."
    "Ich meine einen Polizisten, der sich mehr als die anderen für ihn interessierte."
    Chung blickte ratlos drein und zuckte nach einigem Nachdenken mit den Schultern. "Nein, keine Ahnung murmelte er. Außer..."
    "Außer...?"
    "Na, da war dieser Calderwood. Der hatte sich regelrecht in Arnie verbissen und wollte ihn unbedingt hinter Schloß und Riegel bringen. Ist ihm nicht gut bekommen. Jetzt ist er tot."
    Jo erinnerte sich. Jack Calderwood, so war der Name des Polizisten gewesen, den Gonella angeblich ermordet hatte.
    Aber Calderwood konnte natürlich unmöglich der Killer-Cop sein. Er hatte ein Alibi, das so felsenfest wie nur möglich war.
    "Vielleicht war es auch kein Polizist - oder er ist nicht als solcher aufgetreten. Irgendjemand, der Gonella vielleicht auffällig intensiv beobachtete, der sich vielleicht nach ihm erkundigt hat."
    "So wie Sie, Walker!"
    Jo lächelte dünn.
    "Ganz recht. Nur, daß es Arnie Gonella jetzt nicht mehr schaden kann."
    "Es haben sich immer viele Leute nach Arnie erkundigt", wich Chung aus.
    "Ich dachte, er war nicht beliebt!"
    "Es ging eigentlich immer um Geschäfte, Mister Walker. Arnies Geschäfte. Und Sie werden nicht von mir ernsthaft erwarten, daß ich dazu irgendetwas sage."
    Jo schüttelte den Kopf.
    "Nein, bestimmt nicht."
    "Aber da war einer, der mir auffiel. Ich hatte ihn zuvor nie gesehen und er schien mir auch nicht zu Arnies Geschäftspartnern zu gehören. Er war ein paarmal hier im Club und fragte nach Arnie. Er hat versucht, sich zu tarnen, aber seine Fragen waren immer noch dämlich genug, um ihn als einen zu erkennen, mit dem etwas faul ist. Ich habe ihn schließlich rauswerfen lassen."
    Jo horchte auf.
    "Wie sah er aus?"
    "Mittlere Größe, dunkle Brille, dunkle Haare. Aber bei den Haaren hatte ich irgendwie den Verdacht, daß sie nicht echt waren."
    Jo tickte mit den Fingern auf der Sessellehne.
    Besonders ergiebig waren diese Angaben nicht. Außerdem war noch nicht einmal gesagt, daß dieser Kerl auch tatsächlich der Mann war, den er suchte.
    Aber irgendwo mußte er ja anfangen, an dem Faden zu ziehen, der jetzt noch ein verworrenes Knäuel bildete.
    "Keine besonderen Kennzeichen?" hakte Jo noch nach, ohne viel Hoffnung dabei auf etwas zu stoßen. Aber schaden konnte es auch nicht.
    Ray Chung machte eine hilflose Geste.
    "Nein, Mister Walker ", meinte er. "Er war ein rundherum durchschnittlicher Mann und er tat auch alles dafür um durchschnittlich zu wirken. Vielleicht..."
    "Ja?"
    "Da blinkte einmal etwas in seinem Mund, als das Licht entsprechend fiel."
    "Eine Krone?"
    "Ja, wäre möglich. Eine Goldkrone."
    Jo Walker erhob sich. "Das wär's, Mister Chung."
    Chungs Mandelaugen fixierten den Privatdetektiv. Er wirkte jetzt ein wenig angespannt.
    "Dieses Gespräch hat nie stattgefunden. Haben wir uns verstanden, Walker?"
    "Versteht sich von selbst!"
    "Ich nehme an, Sie finden den Weg alleine, Mister Walker."
    "Noch eine Kleinigkeit: Meine Automatic hätte ich gerne zurück!"
    Chung rief seine

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