Privatdetektive (16 Romane in einem Band)
Drohbriefe kamen. Wenn diese Sache erst einmal ausgestanden ist, kann sie sich hoffentlich wieder ganz auf die Agentur konzentrieren. Das wäre sehr wichtig."
"Läuft das Geschäft nicht? Ich hatte einen guten Eindruck."
"Es könnte besser gehen."
"Wenn Sie ein so großes Licht in Ihrer Branche sind - warum wechseln Sie dann nicht die Firma oder machen sich selbstständig? Mrs Wyner sagte, Sie wären alleine gut für eine Million im Jahr."
"Kommt etwa hin."
"Reicht das nicht?"
"Ach, Walker. Bleiben Sie bei Ihrem Geschäft, davon verstehen sie mehr! Fangen Sie Ihre Mörder und ich versuche Corn-Flakes und Waschmittel zu verkaufen!"
Jo zuckte mit den Schultern fragte sich nach dem Grund für diese Abfuhr. Indessen sagte Mary Wilkins: "Ich schätze, Mrs. Wyner wird im Augenblick wohl kaum ein Ohr für mein Konzept haben - nach dem, was Sie mir geschildert haben."
"Ich fürchte Sie haben recht."
"Naja, aber ich kann von dort aus wenigstens ein Taxi rufen."
"Ich bringe Sie auch nach Hause", schlug Jo vor. "Kein Problem für mich."
Aber Mary Wilkins winkte ab.
"Ich ziehe das Taxi vor, Mister Walker!"
*
Am nächsten Morgen war Jo schon früh auf den Beinen. Das Joggen mußte ausfallen. Stattdessen telefonierte er mit Tom Rowland.
"Ich habe den Namen von Calderwoods Partner!" hörte Jo die Stimme des Dicken.
"Und?"
"Lieutenant Cole Marvin - einer meiner besten Männer. Nachdem sein Partner erschossen worden war, ist er vom Rauschgift zu uns versetzt worden?"
"Warum?"
"Er hat darum gebeten."
"Wenn er wirklich unser Mann ist, kann es nicht mehr verwundern, daß er immer gut informiert war!"
"So ist es, Jo. Der Aktenschrank stand sozusagen zu seiner Verfügung. Ich kenne Marvin nur als guten Polizisten. Ein bißchen hitzköpfig und ein Gerechtigkeitsfanatiker. Aber ein Mörder? Das hätte ich nicht gedacht?"
Jo lehnte sich im Sessel zurück und legte die Füße auf den Tisch.
In der Muschel hörte der Privatdetektiv seinen Freund Rowland ausgiebig gähnen. Er schien eine Nachtschicht eingelegt zu haben.
"Hast du zufällig mal überprüft, ob dieser Marvin zu den fraglichen Zeiten ein Alibi hatte?" erkundigte sich Jo.
"Für wen hältst du mich? Die halbe Nacht habe ich Dienstpläne gewälzt."
"Und?"
"Meistens hatte er frei. Zweimal war er krank gemeldet. Dreimal hatte er Dienst, war aber alleine unterwegs."
"Mit anderen Worten..."
"Er hat kein Alibi. Jedenfalls laut Dienstplan. Vielleicht finden wir ja noch eine Freundin, bei der er war oder so etwas in der Art."
"Hast du schon etwas unternommen, Tom?"
"Nein. Er kommt in drei Stunden zum Dienst. Vielleicht möchtest du ja dabei sein, wenn ihm auf den Zahn gefühlt wird."
"Ich bin da, Tom!"
Etwas später tauchte April auf.
"Na, wie war dein gestriges Rendezvous mit dieser Diane Wyner, an der du ja wohl einen Narren gefressen zu haben scheinst, Jo?" fragte sie ziemlich spitz.
Jo atmete tief durch und meinte dann mit einem schwachen Grinsen:
"Es war ziemlich nervenaufreibend. Alles dabei, was einen schönen Abend ausmacht: Ein Mordanschlag, eine Verfolgungsjagd, eine Schießerei... Ich kann mich nicht beklagen! Leider habe ich den Kerl nicht gekriegt."
April hob die Augenbrauen.
"Aber deine Klientin lebt noch?"
"Ja, dafür konnte ich sorgen."
Sie lehnte sich mit der Hüfte auf den Schreibtisch und meinte sarkastisch: "Wie schön für dich! Übrigens steht heute im Wirtschaftsteil etwas über deine Freundin! Nur eine kleine Notiz, aber sie ist deutlich."
"In wie fern?"
"Eine ehemals führende Werbeagentur wird langsam aber sicher heruntergewirtschaftet - so in dem Tenor."
"Hm", brummte Jo nachdenklich. "So etwas ähnliches deutete gestern Abend auch Mary Wilkins an."
April stutzte.
"Wer ist das?"
"Ihre Chefin nennt Sie das hellste Licht der Agentur. Sie allein soll für eine Million im Jahr gut sein."
"Wenn das der Wahrheit entspricht, dann frage ich mich, warum diese Wilkins in einem Betrieb bleibt, mit dem es doch rapide bergab geht!"
"Den Gedanken hatte ich auch schon. Ich habe gefragt, aber sie ist mir ausgewichen."
"Irgendetwas ist faul bei Wyner & Wyner, Jo. Da kannst du mir erzählen, was du willst! Nach den Unterlagen, die du mir gestern gegeben hast, ist der Killer, den wir suchen ein hervorragender Schütze. Es will mir einfach nicht in den Kopf, daß er nun schon zum dritten Mal erfolglos war. Präzise Vorbereitung, exaktes Timing - das ist die Handschrift des Killer-Cops. Unter seinen Opfern sind Leute, die sich gut zu
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