Silberband 025 - Brennpunkt Andro-Beta
Rhodan konnte ein Lächeln nicht unterdrücken.
»So«, sagte er mit Nachdruck, »jetzt können wir uns wieder unterhalten.«
»Was wollen Sie überhaupt?« erkundigte sich Saidiik.
»Wir verlangen freien Abzug für uns und unser Schiff«, eröffnete Rhodan den beiden Twonosern.
Es war offensichtlich, daß die Rüsselwesen Rhodans Ankündigung mit Erleichterung aufnahmen.
Rhodan glaubte förmlich zu sehen, wie es hinter den Stirnen Saidiiks und Vorbaags arbeitete. Die
Twonoser überlegten wahrscheinlich bereits, wie sie die Station für ihre Kaste zurückerobern
konnten.
»Niemand wird euch aufhalten«, versicherte Saidiik.
Rhodan wußte, daß der Rotrüssel log.
»Wir werden mit unserem Raumschiff den Moby verlassen«, sagte er.
»Gut«, stimmte Saidiik rasch zu. »Ich bin einverstanden.«
Vorbaag gab sein Einverständnis, indem er kurz mit den Rüsseln wedelte.
»Larkaat wird Sie beide solange hier zurückhalten, bis wir unser Schiff erreicht haben«, sagte
Rhodan. »Sozusagen als doppelte Sicherheit.«
Saidiik wollte protestieren, verstummte jedoch sofort, als Tolot einen Schritt auf ihn zu
machte.
»Inzwischen«, fuhr Rhodan fort, »werden die Weißrüssel diese Verteilerstation und alle vier
atomaren Kraftstationen besetzen. Garko der Starke und sein Sohn Larkaat werden zukünftig über
die Twonoser regieren. Alle weiteren Befehle erhaltet ihr von ihnen.«
Das war für die beiden Befehlshaber zuviel. Sie verloren ihre Beherrschung und wollten sich
auf Rhodan stürzen. Blitzschnell trat Tolot dazwischen und hob sie abermals in die Höhe.
»Ich habe viel gelernt«, sagte Larkaat, als er Rhodan einen Rüssel reichte.
»Noch sind Sie nicht außerhalb des Mobys!« schrie Saidiik dazwischen.
Rhodan hielt Tolot fest, der sich auf den Rotrüssel stürzen wollte.
»Ihre Zeit ist abgelaufen«, sagte Rhodan ruhig. »Was immer Sie noch tun wollen, es kann den
Umschwung innerhalb des Mobys nicht verhindern.«
Saidiik hielt es für klüger zu schweigen. Verbittert schaute er den fünfzig Fremden nach, die
zwischen den Energiegattern verschwanden.
»Sie sind weg«, sagte Vorbaag leise.
»Ja«, sagte Saidiik mit einem Blick auf Larkaat, »aber ihre Saat ist aufgegangen.«
12.
Scheinbar unberührt stand das Flaggschiff des Solaren Imperiums, die CREST II,
innerhalb der riesigen Halle, wo man es zur Landung gezwungen hatte. Rhodan wußte, daß dieses
Bild täuschte. Die Wissenschaftler der C-Kaste hatten fieberhafte Anstrengungen unternommen, die
Arbeitsweise der verschiedenen Maschinen zu ergründen. Vereinzelt hatten sie sogar mit der
Demontage von Aggregaten begonnen. Der Angriff der Blaurüssel auf die Rückenetage hatte die
Rotrüssel schließlich gezwungen, ihre Arbeit innerhalb der CREST II einzustellen.
Die fünfzig Männer stiegen den Landesteg bis zur Schleuse hinauf. In der Schleusenkammer
erwartete sie Tronar Woolver.
»Es hält sich kein einziger Twonoser an Bord auf«, verkündete der Mutant. »In der Zentrale und
an den Triebwerken konnte ich keine Beschädigungen feststellen. Die von den Rotrüsseln
demontierten Teile werden leicht zu ersetzen sein. Auch die Energieversorgung funktioniert wieder
einwandfrei.«
Rhodan empfing diese Nachrichten mit Erleichterung. Seine Befürchtungen, die CREST II könnte
flugunfähig sein, erwiesen sich als unbegründet.
Tronar Woolver hatte bereits die Kraftstationen eingeschaltet, so daß die Raumfahrer durch die
Antigravschächte zur Zentrale gelangten. Rhodan hielt eine kurze Lagebesprechung.
»Noch sind wir nicht in Sicherheit«, sagte er. »Wir müssen vor allem die Besatzung zur CREST
zurückholen. Zu diesem Zweck werden wir eine Korvette ausschleusen, die den Flüchtlingen
entgegenfliegen und sie an Bord nehmen wird.«
»Das wird aber ziemlich enge Verhältnisse geben, Sir«, warf Melbar Kasom ein.
»Allerdings«, stimmte Rhodan zu. »Die Männer werden jedoch eine kurze Zeit des Platzmangels
lebenslänglicher Gefangenschaft vorziehen.«
Rhodan wählte fünf Männer aus, die die Korvette fliegen sollten und schickte sie in den
Hangar. Dann wandte er sich an die beiden Wellensprinter.
»Ich weiß, daß Sie beide ziemlich erschöpft sind«, sagte er. »Trotzdem müssen Sie noch einen
Einsatz wagen.«
Die Imarter lächelten. »Seit wir wieder an Bord der CREST sind, fühlen wir uns wie
neugeboren«, sagte Rakal.
»Wir wissen inzwischen, daß der Laderstrahl, mit dem man die CREST bezwungen hat, nicht von
der
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