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Silberband 060 - Die Cynos

Titel: Silberband 060 - Die Cynos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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Soccostab auf die im Hintergrund des Raumes stehenden Maschinen.
    »Deine gesamten Gehirnströmungen werden aufgezeichnet. Wir besitzen ein genaues Muster deines Gehirns.«
    Der Gefangene schüttelte den Kopf.
    »Das genügt nicht. Damit kannst du bestenfalls feststellen, was mich im Augenblick beschäftigt. Du wirst jedoch nicht herausfinden, was in meinem Gehirn gespeichert ist.«
    »Du täuschst dich«, sagte Cryt Y'Torymona überlegen. »Ein einziger aufgezeichneter Impuls genügt bereits, denn er resultiert aus der Summe deines Wissens und deiner Erfahrungen. Von einem einzigen Impuls aus können wir die Entwicklung deines Wissens zurückverfolgen. Das, was wir jetzt aufzeichnen, ist die Spitze eines Datenbergs. Wir brauchen von dieser Spitze aus nur langsam nach unten zu forschen, um alles zu erfahren.«
    Er beobachtete den Fremden, der über diese Ausführungen nachzudenken schien und sie nur widerwillig akzeptierte.
    »Ich habe noch eine Überraschung für dich«, fuhr der Götze fort. »Kein Wesen kann mir in irgendeiner Phase gefährlich werden, denn ich besitze eine mächtige Waffe. Allein mit der Kraft meines Geistes kann ich jeden Gegenstand und jedes Lebewesen entstofflichen und in die Dakkarzone schleudern. Genau das habe ich mit dir vor.«
    Du bist wie benommen. Alles, was du erlebst, scheint ein schrecklicher Traum zu sein. Schon allein dieser unwirkliche Raum mit seiner lebenden Decke und dem vibrierenden Boden ist nur schwer als Realität zu akzeptieren. Er ist schlimmer als eine Gruft. Der Götze, den du in all seiner Häßlichkeit bereits zweimal kurz gesehen hast, kauert hinter einer silbernen Scheibe, die aus reiner Energie zu bestehen scheint.
    Wenn es stimmt, daß dein gesamtes Wissen im Besitz dieses Wesens ist, gibt es für die MARCO POLO innerhalb des Schwarms keine Sicherheit mehr. Nicht nur das: Die Herren des Schwarms werden veranlassen, daß die Erde angegriffen und vernichtet wird, denn die Terraner sind die einzigen Gegner, die den Götzen zum gegenwärtigen Zeitpunkt gefährlich werden können.
    Dein Verstand weigert sich, anzuerkennen, was deine Augen sehen.
    »Du kannst ihn besiegen!« Du erinnerst dich an Kytomas Stimme. »Du besitzt die Kraft dazu, aber du mußt ein großes Opfer bringen.«
    Es ist dir unmöglich, dich auf einen Gedanken zu konzentrieren. Was wollte das Mädchen sagen? Warum gab sie dir keinen besseren Hinweis?
    Hinter dem Silberschild bleibt es jetzt still. Der Götze von Gepla II beginnt sein Vorhaben zu verwirklichen, dessen bist du sicher. Wahrscheinlich hat er nicht geprahlt, als er von seiner schrecklichen Fähigkeit sprach.
    Das HIK-Feld, mit dessen Hilfe die vier Lacoons und du von Bord der MARCO POLO entführt wurden, kann nur technischen Ursprungs gewesen sein. Das Wesen hinter dem Silberschild jedoch ist in der Lage, ein solches HIK-Feld mit psionischer Energie aufzubauen und jeden beliebigen Gegenstand in die Sextadimdakkarzone abzustrahlen.
    Das also ist das Ende!
    In diesem Augenblick beginnt das Cappin-Fragment zu toben. Es erahnt offenbar, was bevorsteht.
    Deine Gedanken verlieren sich. Tief in deinem Innern flüstert eine Stimme. Andere Gedanken strömen wie lautlose Flügelschläge auf dich ein. Du spürst einen Pulsschlag; es ist der Rhythmus der Zeit, in die du auf geheimnisvolle Weise eingebettet bist. Du glaubst, einer großen Wahrheit sehr nahe zu sein, vor deinem geistigen Auge fügt sich ein Mosaik harmonisch zusammen.
    Deine Gesichtsmuskeln zucken, sie verkrampfen sich zu einem Lächeln. Es ist Jahre her, seit du dieses Gefühl zum letztenmal empfunden hast.
    Die Maske rutscht von deinem Gesicht, sie hat plötzlich keinen Halt mehr. Und dann begreifst du erschüttert, was geschehen ist: Das Cappin-Fragment ist verschwunden!
    Alles, was sich in deinem Innern zusammengeballt hat, löst sich in einem wilden Aufschrei. Dann sinkst du schluchzend zu Boden. Du reißt dir die Maske endgültig vom Gesicht und wälzt dich lachend und schreiend hin und her. Deine Hände tasten über die Wangen, Lippen, Nase und Augenbrauen.
    Du fühlst es! Du fühlst dein Gesicht. Es ist frei! Das Cappin-Fragment ist verschwunden!
    Saedelaere taumelte auf die Beine. Erst jetzt dachte er wieder an den Götzen. Die Gefahr war noch nicht vorüber. Jetzt, da er das Cappin-Fragment verloren hatte, fühlte Alaska einen unüberwindlichen Lebenswillen.
    Endlich hatte er seine Freiheit, nach der er sich seit Jahren sehnte, endlich konnte er wieder Alaska Saedelaere

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