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Sternenfaust - 121 - Weg ins Unbekannte

Sternenfaust - 121 - Weg ins Unbekannte

Titel: Sternenfaust - 121 - Weg ins Unbekannte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anonymous
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Und er erkannte, was Roul fertig machte, sah es in seinen irrlichternden Augen.
    Der Offizier litt, seitdem er im ewigen Schwarz trieb, unter Klaustrophobie. Von diesem Effekt hatte Maverick gehört. Wenn das Auge keinen Fixpunkt, keine Orientierung mehr fand, konnte sich das aufs Gehirn niederschlagen, ähnlich einem Taucher, dem in 12000 Metern Tiefe die Lichter des U-Bootes verloschen. Plötzlich spürte der Taucher den auf ihm lastenden Druck des Wassers und geriet in Panik.
    An Bord von Shuttle III spürte man den lastenden Druck der Unendlichkeit.
    Soeben wollte Maverick eine weitere Eskalation verhindern, als der Shuttlepilot dazwischen trat. »Meine Herren …«, hob Ernst Koch beschwichtigend die Hände. »Ich bitte Sie. Wir sollten uns nicht benehmen wie Kinder, nicht wahr?«
    »Ach nein – nun mischt sich das kleine Scheißerchen auch noch ein?«, knurrte Roul. »Du solltest besser lernen, mit deinem Steuerknüppel umzugehen. Dann wäre das alles nicht passiert.«
    »Commander Roul …!«, hob Hammond seine Stimme.
    Ernst Koch runzelte seine Stirn. Er schüttelte den Kopf, als könne er nicht glauben, was Roul soeben vor der Crew rausgelassen hatte. Dennoch gab er nicht auf und beschwichtigte weiter. »Lieutenant Maverick … äh … McGregor hat während Ihrer Abwesenheit einen Vorschlag gemacht. Er stellt eine weitere Möglichkeit dar. Eine geringe zwar – aber immerhin eine Möglichkeit.«
    Roul fuhr herum. »Ach nein – ist Ihnen doch noch was eingefallen? Hat Ihnen Ihre Liebste doch noch was eingeflüstert, Blondschopf?«
    »Commander Roul. Bitte beherrschen Sie sich!«, schnauzte der Deutsche.
    Dann geschah etwas, dass alles an Bord von Shuttle III ändern sollte.
     
    *
     
    STERNENFAUST
     
    Eine so bedrückte und angespannte Stimmung auf der Brücke der STERNENFAUST hatte Joelle Sobritzky zuletzt erlebt, als Dana Frost und Vince Taglieri den Star-Corps-Befehl missachtet und die STARLIGHT verfolgt hatten.
    Man erwartete von ihr eine Lösung, zumindest eine Idee. Max Brooks, von dem sie ahnte, dass er sie seit fast einem Jahr still, innig und vergeblich liebte, blickte zu ihr hin und nickte freundlich.
    Hatte Joelle nicht erst kürzlich gehört, Max habe über sie gesprochen wie ein Poet und sie mit den schönsten Blumen des Universums verglichen? Das Gerücht hielt sich hartnäckig. Als Joelle davon erfuhr, empfand sie eine Mischung aus Wut und Freude.
    Einerseits war es schön, solche Komplimente zu hören, andererseits war sie mit ihrer zarten, puppenhaften Mädchenausstrahlung nicht immer zufrieden. Okay, ein fragiles Aussehen konnte durchaus seine Vorteile haben, besonders wenn man in der Schule war und den Jungs das Gefühl vermittelte, schon ein Datenpad sei für zarte Finger zu schwer. Aber das waren Oberflächlichkeiten. Manchmal wäre Joelle froh gewesen, nicht nur als sanftes Reh gesehen zu werden.
    Zu allen Zeiten hatten Jungs, später Männer sie umschwirrt und sie wusste auch warum: Sie legte den Beschützerinstinkt in ihnen frei, reduzierte Männer auf den kleinsten Nenner, da sie auf sportliche Muskelprotze genauso wie auf Nerds verletzlich wirkte, wie ein Kätzchen, dass man vom Baum retten musste.
    So ganz falsch war diese Einschätzung nicht.
    Es hatte einige Jahre gedauert, bis Joelle gelernt hatte, mit ihrer einerseits verträumten, andererseits durchsetzungsfähigen Persönlichkeit umzugehen.
    Sie besuchte die Militärakademie und quälte sich wie alle Männer durch die Grundausbildung. Sie schoss und kletterte, wühlte sich in den Schlamm und schleppte Steine, bis sie das Gefühl hatte, zu zerbrechen. Sie zeigte niemandem, was in ihr vorging und bestand mit Auszeichnung. Ihr Ausbilder, ein gewisser Leon Roul, ebenso wie sie aus der französischen Region Europas, machte sich hin und wieder einen Spaß daraus, sie zu drillen. Nun, nachdem sie die Uniform angelegt hatte, blickte er zu ihr herab und Tränen glänzten in seinen Augen. Er war stolz auf sich und stolz auf die Kleine, die es allen gezeigt hatte.
    Auch Roul ist auf dem Shuttle!
    Zusammen mit Jack.
    Jack McGregor, den sie vor fünf Monaten auf Vesta kennengelernt hatte. Ein blonder, gut aussehender Mann, der sie durch seine stille Art faszinierte. Er bot ihr einen Drink an und sagte wenig. Das gefiel ihr. Meistens quatschten Männer sie voll, holten ihren Machismo raus und irgendwann ging es um deren Exfrauen, Exgeliebte oder Mütter. Ganz so, als müsse man eine hübsche kleine Frau mit Blödsinn beeindrucken. Was,

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