Tanz der Aranaea (German Edition)
getarnte Expedition verläuft auf dem Seeweg von Port Harcourt durch den Golf von Biafra an der Küste von Gabun vorbei, bis nach Luanda. Dort wird gelöscht und das Zeug geht nach Dilolo. So vermuten wir jedenfalls. Wir würden das Fahrzeug schon in einem europäischen Hafen verschiffen. Das macht uns ja so misstrauisch. Bist du bei der Party jetzt noch dabei, Francesco?«
»Weiß ich noch nicht genau, Janine. Eigentlich ist es mir gründlich vergangen. Im Grunde genommen weißt du gar nichts, Janine. Weder du, noch dein KGB. Ihr seid so schlau wie der Idiot Vancelli. Ich mache mit, aber nur bis Mali, dann ist Ende der Fahnenstange. Du bedeutest mir sehr viel, Janine Knöpfler, doch die Janine Rachmanikoff, KGB Leiterin Büro Genf, wird von mir keine Detailinformationen erhalten. Kannst du damit leben, Liebes?«
»Ja Frantschi, es geht. Wichtig für mich ist, dass du auch nicht für die andere Seite arbeitest. Tust du doch nicht, oder?«
»Ich arbeite nur für mich, Rachmanikoff!«
***
Die Eisenbahn rumpelte von Nyon nach Lausanne. Bei jedem Schlag, den die Waggons über die Dehn-Schwellen der Geleise machte, hämmerte es in meinem Schädel: Bist du bei der Party jetzt noch dabei, Francesco?
Janine sah mich fast bittend an, als sie dies fragte. Vom Hauptbahnhof Lausanne telefonierte ich nach Nyon. Jean war am Telefon und ich sagte ihm, dass ich bei der Sache mit von der Partie sein werde. Jean Knöpfler war plötzlich wieder der Alte. Wie je zuvor. Ich telefonierte auch noch mit meinem Chef Ullrich Wegener und teilte ihm mit, dass ich mit dem nächsten Flieger von Lausanne nach Zürich fliegen werde. Er musste an meiner veränderten Stimmung gemerkt haben, dass ich noch einige Erklärungen von ihm einfordern werde. Kleinlaut, was ja sonst nicht seine Art ist, bat er mich zum Essen einladen zu dürfen.
Am Mittag spielten Ullrich Wegener und Markus Helmer Empfangs-Komitee am Flugplatz Zürich-Kloten. Helmer sah mich verlegen an und Ullrich Wegener, das kleine fette Energiebündel sprang forsch auf mich zu und mit seinen Bärentatzen schüttelte er meine beiden Hände. Wegener war nicht unsympathisch, im Gegenteil. Seine joviale und leutselige Art gefiel den meisten Menschen. Mir auch. Wir fuhren von Kloten nach Zürich und Wegener lud zum Essen in das Restaurant "Baur au Lac".
Beim Martini wollte Wegener noch vor dem Hauptmenü seine Fronten abgesteckt wissen. Ich spürte dies und sagte ihm, dass ich alles über meine bevorstehende Reise wüsste, und darüber hinaus auch von seinen Beweggründen unterrichtet sei. Er wollte gar nicht wissen, woher ich diese Informationen erhalten habe. Vermutlich sah er in Zouzou Zizanie die Informantin und schien dies auch als völlig in Ordnung zu sehen. Wegeners dicker Glatzenschädel glänzte wie ein polierter Nonnenbauch, als ich ihm auch mitteilte, dass ich meinen Beitrag zu diesem Unternehmen leisten werde. Markus Helmers Adamsapfel konnte sich nicht mehr beruhigen. Er strahlte, klopfte mir freudig auf meinen Unterarm und war der Annahme, dass der Agentenring um ihn, eine Neugeburt zu vermelden habe Wir besprachen einige Einzelheiten bis zum geplanten Abflug nach Algier und es wurde doch noch ein gelungener kulinarischer Abend.
Mir blieb keine andere Wahl als gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Lehnte ich ab, so würde mich Wegener fristlos aus seinem Laden entfernen. Nicht jetzt, dachte ich, nicht nachdem ich mir endlich ein neues Appartement mit Seeblick und Gästezimmer in Küsnacht zulegte, ein einmaliges Schnäppchen. Wenn die Maler rechtzeitig fertig würden, könnte ich noch vor meiner Reise einziehen. So meine Gedanken.
»Da wäre noch eine Sache Herr Wegener, die müsste geklärt dringend werden«, sagte ich forsch.
»Spuck dich aus, mein Junge!« Wegener lachte.
»Meine relativ schmale Apanage verträgt eine kleine Anpassung!«
»OK, Francesco, du kommst morgen früh in mein Büro, und dann sehen wir uns mein Budget an. Da ist bestimmt noch etwas für dich zu machen. Übrigens, Solange ist vor einer Woche nach Marseille geflogen, um noch die nötigen Vorbereitungen zu tätigen. Sie wird morgen wieder hier sein. Du holst sie am Flughafen Kloten ab, Francesco, einverstanden? Im Übrigen, du kannst mich Ullrich nennen!«
»Natürlich hole ich Zouzou von dort ab, Ullrich.«
»Wo ist eigentlich Willy,
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