Vampire Earth 2 - Wolfsdämmerung
Standes bei den Kur betrachteten sich die Arier anderen Menschen gegenüber als überlegen. Die Spielzeuge, die die Kur ihnen überlassen haben, haben sie in die Lage versetzt, auch andere davon zu überzeugen, und so haben die Arier bald ganze Armeen aufgestellt, die nach der Pfeife der Kur tanzten.«
Ura reckte eine Hand hoch. »Dabei sollten wir uns erinnern, dass die Kur bei ihrer ersten Invasion gescheitert sind, und die Macht der Arier gebrochen war.«
»Und was hat nun das Verbogene Kreuz zu bedeuten?«, fragte Valentine.
»Ich weiß es nicht«, sagte Ryu. »Manche interpretieren es als Glyphe für das Wort ›Leben‹. Um ein extremes Beispiel zu nennen: Es gibt keinen physiologischen Grund, warum ein Mensch nicht von Lebensaura existieren und etwas erreichen sollte, was in Unsterblichkeit gipfelt. Das erfordert keine viel umfassendere Umwandlung als die, die du kürzlich erlebt hast, David. Dein Körper generiert und nutzt schon jetzt die Lebensaura; der Verlust dieser Aura in fortgeschrittenen Jahren ist die Ursache eures Alterns. Alles, was nötig wäre, um das Altern aufzuhalten, ist die Fähigkeit, die Aura eines anderen zu beschaffen und sich zunutze zu machen.«
Valentine dachte einen Moment über seine Worte nach. Vielleicht war das das Lockmittel, das man den Menschen vor die Nase gehalten hatte, die ihre eigene Spezies hintergangen hatten. Würde ihm das ewige Leben angeboten, wie fiele seine Antwort aus? War das wirklich so anders als ein Steak oder eine Scheibe Schinken zu essen?
»Alessa, David, tut, was ihr könnt, um etwas über diese neue Bedrohung herauszufinden. In den Bergen an der Ostküste haben wir, wie meine Schwester mir sagt, vor zwei Sommern einen mysteriösen Verlust hinnehmen müssen. Am einen Tag gab es dort ein blühendes Freies Territorium in einem geschützten Tal. Zehntausend eurer Art. Und am nächsten nur noch eine Einöde. Im letzten Sommer haben wir vollständig den Kontakt zu Verbündeten am Golf von Mexico auf der Florida-Halbinsel verloren. Wir befürchten, die Ozarks könnten als Nächste an der Reihe sein. Ich habe noch andere Teams mit den gleichen
Anweisungen ausgesandt, die ich euch erteile: Bringt so viel wie möglich über diesen General und die Leute, die seiner Flagge folgen, in Erfahrung.«
»Wir werden tun, was wir können«, entgegnete Duvalier. »Und ich habe eine Idee, wo wir anfangen sollten. Aber die Spur ist bereits kalt. Vielleicht sind wir bald wieder zurück.«
»Du bist noch nicht bereit, aber das bin ich auch nicht«, sagte Duvalier ein paar Tage später zu Valentine. »Das macht nichts. Wir brechen trotzdem auf.«
Ihre Stimme schallte durch die verlassene Halle. Von Valentine abgesehen war Duvalier die einzige verbliebene Katze. Sogar die anderen Aspiranten waren aufgebrochen, um sich während des Sommers ihren Tutoren anzuschließen. Natürlich war Welles noch da, aber sie war eine ständige Bewohnerin der Halle.
Sie widmeten sich den letzten Vorbereitungen: der Zusammenstellung einer Fotosammlung - Welles hatte mehrere Kameras und eine Dunkelkammer -, die sie für Ausweispapiere nutzen konnten, der Bereitstellung von Blankoformularen, die sie im Gulag möglicherweise brauchen würden, der Durchsicht der neuesten Berichte, die ihnen die notwendigen Informationen über die Bedingungen in ihrem Operationsgebiet lieferten.
Valentine war in seine neuen Sinne und Fähigkeiten hineingewachsen. Er führte sein Schwert mit der gleichen Sicherheit, wie er sie einst in Hinblick auf seine Büchse und seinen Parang empfunden hatte. Er machte Schießübungen mit der Waffe, die Bourne ihm geschickt hatte - bei Distanzen von über zweihundert Metern war sie nutzlos, aber in den Wirren eines direkten Schlagabtauschs mochte sie sich als tödlicher Vorteil für ihn erweisen.
Seine Nachtsicht war fast genauso gut wie sein Sehvermögen bei Tageslicht, wenn es nicht gerade um extreme Entfernungen ging, und er konnte mit Duvalier auf einer Seilbrücke, bestehend aus einem einzelnen Seil, ohne nachzudenken Fangen spielen. Während er das tat, konzentrierte er sich darauf, seinen Geist zu »dämmen«, seine höheren Bewusstseinsebenen auszuschalten, wie Ryu es ihn gelehrt hatte. Sich lautlos zu bewegen, musste ihm niemand beibringen; diese Fähigkeit hatte ihm schon vor langer Zeit seitens seiner Kameraden bei den Wölfen den Spitznamen »Ghost« eingebracht.
Sogar Duvalier fand seine Geschicklichkeit auf diesem Gebiet, ein wenig unheimlich. Er hörte,
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