09 - Befehl von oben
President?«
»Ja, Doktor?«
»Der Film, den Sie sahen - das Budget für den Film hat den Gesamtetat für Forschung zur Virologie weit überstiegen. Ich vermute, letzteres ist nicht sexy genug.« Arnie holte Luft. Alex bremste ihn mit erhobener Hand. »Ich bin schon lange nicht mehr auf Regierungsgehalt angewiesen, Sir. Meine Forschung wird privat gestützt. Ich sage nur, wie's ist. Zum Teufel, ich schätze, wir können nicht für alles gleichzeitig das Geld aufbringen.«
»Wenn wir's nicht behandeln können, wie sollen wir's aufhalten?« fragte Ryan, um die Sache wieder in die Spur zu bringen. Er wandte seinen Kopf. Ein Schatten fiel auf den Südrasen, und das Röhren eines Hubschraubers durchdrang die kugelsicheren Fenster.
*
»Ahh«, bemerkte Badrayn mit einem Lächeln. Das Internet war darauf ausgelegt, Informationen auszuteilen, nicht, sie zu verbergen. Von dem Freund eines Freundes, der am Emory in Atlanta Medizinstudent war, hatte er das Paßwort, um in die E-Mail der Medizinischen Fakultät einzubrechen. Und da war es: 14.00 Uhr an der Ostküste Amerikas, und Emory berichtete an CDC, daß man jetzt schon sechs vermutete Fälle hämorrhagischen Fiebers hätte. Noch besser, CDC hatte bereits geantwortet und das sagte ihm noch mehr. Badrayn druckte beide Briefe aus und tätigte einen Anruf. Jetzt hatte er wirklich gute Nachrichten zu überbringen.
*
Raman fühlte, wie die DC-9 in Pittsburgh auf die Landebahn rumste, nach kurzem Flug, der ihm erlaubt hatte, verschiedene Optionen zu durchdenken. Sein Kollege in Bagdad war etwas zu stark auf Selbstaufopferung ausgerichtet gewesen. Zu dramatisch, und die Sondereinheit rund um den Führer Iraks war eigentlich größer als die, mit der er selbst zu tun hatte. Wie es tun? Der Witz war, soviel Verwirrung wie möglich zu stiften. Vielleicht, wenn Ryan zum Bad in die Menge schritt. Den Schuß setzen, ein oder zwei Agenten töten, dann in der Menge verschwinden. Wenn er es durch die ersten ein, zwei Reihen Zuschauer schaffte, mußte er bloß seine Secret-Service-Plakette hochhalten: besser als eine Schußwaffe, um freie Bahn zu schaffen. Jeder würde meinen, er jage den Täter. Der Schlüssel dazu, von einem Attentat zu entkommen - das hatte ihn der USSS gelehrt -, lag in den ersten dreißig Sekunden.
Danach würden die Chancen zu überleben besser als eins zu eins. Und er würde der sein, der Freitag die Sicherheitsmaßnahmen für die Reise festsetzte. Dann könnte er den Präsidenten an einen Fleck manövrieren, an dem er die Option hätte. Nimm POTUS, nimm Price, einen anderen.
Dann verschmelze in der Menge. Besser, aus der Hüfte zu feuern. Gut, wenn die Bürger die Waffe in seiner Hand vor den Schüssen nicht sahen.
Ja, das könnte funktionieren, dachte er, als er den Sitzgurt abnahm und aufstand. Hier würde auf ihn ein örtlicher Treasury Agent warten, der ihn gleich zum Hotel führen würde, wo Ryan seine Rede hielt. Raman hätte dann den ganzen Tag und einen Teil des folgenden, es zu durchdenken, direkt unter den Augen von Bruder-Agenten. Welche Herausforderung.
*
Generalmajor John Pickett, so stellte sich heraus, war Absolvent der Yale Medical School, mit zwei weiteren Doktoraten - in Molekularbiologie von Harvard, im öffentlichen Gesundheitswesen von UCLA. Er war blaß, ein hagerer Mann - mangels Zeit zum Kleiderwechsel trug er noch tarnfarbene BDU, also Schlachtanzug -, bei dem die FallschirmspringerFlügel stark aus dem Rahmen fielen. Ihn begleiteten zwei Colonels, gefolgt von Direktor Murray vom FBI, der vom Hoover-Gebäude herübergerannt war. Jetzt war das Oval Office zu klein, und der Präsident geleitete sie über den Gang ins Roosevelt-Zimmer. Unterwegs reichte ein Secret-ServiceAgent dem General ein Fax, das noch vom Gerät im Sekretariat warm war.
»Fallzahl ist jetzt einhundertsiebenunddreißig, laut Atlanta«, sagte
Pickett. »Fünfzehn Städte, fünfzehn Bundesstaaten, von Küste zu Küste.« »Hi, John«, sagte Alexandre und gab ihm die Hand. »Drei habe ich
selbst gesehen.«
»Alex, gut, sich wiederzusehen, Kumpel.« Er sah hoch. »Vermutlich hat
Alex alle in den Grundlagen unterrichtet?«
»Korrekt«, sagte Ryan.
»Haben Sie irgendwelche unmittelbaren Fragen, Mr. President?« »Sie sind sich sicher, daß dies eine vorsätzliche Tat ist?«
»Bomben gehen nicht zufällig hoch.« Pickett entfaltete eine Karte. Eine Anzahl Städte war mit roten Punkten markiert. Einer der
begleitenden Colonels markierte drei weitere: San Francisco, Los
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