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1197 - Der Psi-Schlag

Titel: 1197 - Der Psi-Schlag Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Unbekannt
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SERUNS etwa ein Kilogramm der halbflüssigen, auf seinen Metabolismus abgestimmten Nahrung zu sich, die die Systeme des Anzugs gespeichert hatten und bei Bedarf aus dem organischen Abfall seines Trägers für einen langen Zeitraum immer wieder reproduzieren konnten/ „Entschuldige bitte, daß ich es nicht schon früher getan habe", erklärte er danach. „Aber die Trennung von meiner Armadaeinheit bedrückt mich sehr."
    „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen", erwiderte Irmina. „Ich verstehe dich und achte deine Gefühle. Wie gehen wir vor? Ich denke, daß ich zuerst einmal allein in den Trichter fliegen werde, damit wir uns nicht beide gleichzeitig einer eventuellen Gefahr aussetzen."
    „Nein!" wehrte An ab. „Du bist eine Frau. Ich werde zuerst fliegen."
    „Ich bin keine Cygridin, sondern eine Terranerin", entgegnete Irmina. „Bei uns haben die Frauen gleiche Rechte und gleiche Pflichten wie die Männer."
    „So etwas gibt es nicht", widersprach An. „Dann müßten bei euch nämlich auch die Männer die gleichen Pflichten haben wie die Frauen, also auch Kinder bekommen. Das ist aber nicht der Fall.
    Auch bei euch spielen die Frauen die wichtigste Rolle bei der Sicherung der Nachkommenschaft. Daraus resultiert ein besonderes Schutzbedürfnis, das von den Männern respektiert werden muß."
    „Wir wollen uns nicht darüber streiten, mein Freund", gab Irmina zurück. „Erstens bringen zwar wir Frauen die Kinder zur Welt, aber dann bekommen sehr oft die Männer sie, damit wir Frauen unsere Unabhängigkeit behalten - und zweitens bin ich nicht schwanger."
    Sie schaltete ihr Flugaggregat ein und startete.
    Jercygehl An schwieg eine ganze Weile. Sie sah ihn schon nicht mehr, als sie über die Helmverbindung einige Grunzlaute hörte, die anscheinend seine Verblüffung über ihre Argumentation ausdrückten.
    Es war, wie die Terranerin erwartet hatte.
    In zirka siebenhundertfünfzig Metern Tiefe verengte sich der Trichter nicht weiter, sondern ging in einen Schacht über, der zweihundert Meter tiefer in eine geräumige Halle mündete, von dem eine etwa dreißig Meter breite und zwanzig Meter hohe Wand ein Schleusentor darstellte. Jedenfalls besaß sie alle Attribute eines Schleusentors - und da die Hohlräume von Wabenziegel mit einer gasförmigen Atmosphäre gefüllt waren, konnten sie logischerweise nur durch Schleusen erreicht werden.
    Irmina berichtete An über die HzH-Verbindung von ihrer Feststellung. Der Cygride bat sie, auf ihn zu warten. Sie stimmte zu, denn sie hatte nicht vor, zuviel zu riskieren und dadurch eventuell von An getrennt zu werden. In einem Objekt vom siebzigfachen Volumen Terras hätten sie sich anschließend wochenlang suchen können und auch das womöglich erfolglos.
    Jercygehl An traf nur wenige Minuten später ein. Er mußte demnach aufgebrochen sein, bevor Irminas Bericht ihn erreicht hatte.
    Sie verzichtete darauf, ihm deshalb Vorwürfe zu machen und tat statt dessen so, als wäre ihr nichts aufgefallen.
    „Versuchen wir unser Glück!" sagte sie und deutete auf das Tor.
    Nebeneinander gingen sie darauf zu - und als sie noch einige Schritte davon entfernt waren, öffnete es sich in der Mitte. Die beiden Schotthälften glitten so langsam auseinander, als würden sie von einem halb eingerosteten Mechanismus bewegt. Doch das hatte sicher eine andere Ursache.
    Die Schleusenkammer erwies sich als überraschend groß. Sie war fast so geräumig wie die Halle davor.
    „Sie wurde für den Durchgang größerer Objekte gebaut", schloß An daraus.
    Da es eine auf der Hand liegende Feststellung war, ging Irmina nicht darauf ein. Außerdem überwog bei ihr die Erleichterung darüber, daß sich das Schleusentor ohne weiteres geöffnet hatte.
    Zweifellos hatte Ans Armadaflamme dazu beigetragen, aber es hätte Sicherheitsvorkehrungen gegen die Benutzung der Schleuse durch Nichtarmadisten geben können.
    Wie erwartet, strömte Luft in die Schleusenkammer, nachdem das Außenschott sich geschlossen hatte. Starke Infrarotstrahler an der Decke sorgten dafür, daß sie nicht gefror. Sie erloschen, als der Druck sich nicht weiter erhöhte.
    Als das Innenschott sich öffnete, bot sich den Blicken der beiden Kundschafter ein langgestreckter breiter Korridor dar. Zahlreiche rechteckige Leuchtflächen an der zirka zwanzig Meter hohen Decke spendeten Helligkeit, aber es war ein anderes und schwächeres Licht als das, was die Leere außerhalb und innerhalb des Loolandre erfüllte. Außerdem flackerten die

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