BACCARA EXKLUSIV Band 52
kleinen warmen Hand. Beide spürten die Spannung, die sich zwischen ihnen aufbaute. Sie starrten sich an, und Tyler konnte an nichts anderes denken, als dass er Lane küssen wollte. Weshalb, das konnte er sich selbst nicht erklären. Er wusste nur, diese Frau faszinierte ihn.
Lautes Gelächter erinnerte ihn daran, dass sie nicht allein waren. Schnell ließ er Lanes Hand los, stand auf und sammelte ihre Pappteller und Servietten ein.
Lane war sitzen geblieben. Vieles ging ihr durch den Kopf. Wenn sie nicht so schlechte Erfahrungen mit Dan Jacobs gemacht hätte und gezwungen wäre, hier in Bradford ihre wahre Identität zu verbergen, würde sie sich dann mit Tyler einlassen?
Sie drehte sich um und sah, wie er mit langen geschmeidigen Schritten auf die Abfallbehälter zuging. Wahrscheinlich sah er in Anzug und Krawatte genauso gut aus wie in Jeans und Hemd. Ja, sie würde sich mit ihm einlassen, ohne Frage. Jetzt versuchte er, die Pappteller wie eine Frisbeescheibe in den Behälter zu werfen, traf jedoch daneben. Lane musste grinsen, als er sich bückte, um die Teller aufzuheben.
In diesem Augenblick drehte sich ein Mädchen um, das ein paar lange Holzbretter unter dem Arm trug, und traf Tyler damit so hart am Kopf, dass er hinfiel.
Lane sprang auf und ging zu ihm. „Tyler, hast du dir wehgetan?“
Das Mädchen ließ die Bretter fallen. Sie war ganz blass geworden und stammelte eine Entschuldigung nach der anderen, während Lane neben Tyler kniete.
„Oh, Mann!“ Er hielt sich den Hinterkopf.
Lane strich ihm über den Kopf. Sie konnte fühlen, dass sich bei ihm eine Beule entwickelte, aber er blutete nicht. „Genauso habe ich mir das vorgestellt. Dein Schädel ist einfach zu dick.“
„Aber ich bin verwundet“, jammerte er. „Du musst mich trösten.“
„Armer Kleiner.“ Sie sah sich seine Augen genauer an. Wie oft hatte sie miterleben müssen, dass Models während einer Modenschau zusammenbrachen, meist weil die Mädchen so gut wie nichts aßen und vor Schwäche ohnmächtig wurden. Aber Tylers Augen wirkten klar und blau wie der Himmel.
Sie hielt zwei Finger hoch. „Sieh mich an, Tyler. Was siehst du?“
Er griff nach ihrer Hand. „Dornröschen.“
„Hör auf zu flirten, und antworte mir.“
„Ich bin vollkommen in Ordnung. Hm, du duftest gut.“
Lane blickte hoch. Um sie herum hatte sich ein Kreis von Neugierigen gebildet. „Kann mir jemand Eis besorgen?“ Dann nickte sie dem Mädchen zu, das immer noch in Tränen aufgelöst war und sich an seinen Freund klammerte. „Keine Sorge, es ist nichts passiert.“ Erstaunlich, wie erleichtert selbst ich bin, dachte Lane.
„Ich finde es nett, wenn du dir meinetwegen Sorgen machst“, sagte Tyler jetzt.
„Ich hätte mich um jeden in einer solchen Situation gekümmert“, sagte sie schnell, musste sich aber eingestehen, dass ihr ganz elend gewesen war, als er zu Boden gegangen war. „Du bringst dich immer wieder selbst in diese gefährlichen Situationen. Erst mein Auto, dann dieses hier.“
Jemand reichte ihr ein Handtuch, in das Eiswürfel gewickelt waren. Sie presste den provisorischen Eisbeutel an Tylers Hinterkopf. „Kann ich Sie nach Hause fahren?“, fragte einer der Umstehenden.
„Nein, ich kann fahren“, erklärte Tyler und setzte sich auf. „Beim Football habe ich ganz andere Sachen aushalten müssen.“
„Aber du bist nicht mehr achtzehn und unbesiegbar“, meinte Lane. „Und dass du nicht gerade ein exzellenter Fahrer bist, hast du ja bereits bewiesen.“
Er sah sie wütend an. „Das musste ja wieder kommen!“
„Natürlich“, entgegnete sie zuckersüß. „Ich werde dich nach Hause fahren.“
Er lächelte triumphierend.
„Du brauchst gar nicht so zu grinsen.“ Sie drehte sich schnell um, holte ihre Tasche und vergewisserte sich dabei, dass ihr Arbeitsplatz ordentlich aufgeräumt war.
Auf dem Weg nach draußen stützte sich Tyler schwer auf sie und tat, als könne er ohne sie keinen Schritt gehen. „Nun hör schon auf mit dem Theater!“, protestierte Lane und versuchte, ihn von sich zu stoßen. Die Wärme seines Körpers und sein Duft blieben nicht ohne Wirkung auf sie. Wütend auf sich selbst, schüttelte sie den Kopf, als könne sie sich so von Tyler befreien.
Glücklicherweise hatte sie ganz in der Nähe geparkt. Erleichtert öffnete sie die Beifahrertür, ließ Tyler einsteigen und setzte sich ans Steuer. Sie ließ den Motor an und setzte aus der Parklücke. An diesem regnerischen Abend war kaum noch jemand
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