BACCARA EXKLUSIV Band 52
Parkplatz herauszukommen und sich in den Verkehr einzureihen.
Ein paar Minuten später hielten sie vor Tylers Haus. Ächzend stieg er aus, er hatte offensichtlich Schmerzen. Er schloss die Tür auf. „Mach es dir gemütlich.“
Das war leichter gesagt als getan in diesem sehr sparsam möblierten Haus. Es sah vollkommen unbewohnt aus. Hatte Tyler nicht selbst gesagt, er fühle sich hier immer wie auf Besuch? Kein Wunder.
„Soll ich uns einen Kaffee machen?“, fragte Lane.
„Wenn du welchen finden kannst, gern. Seit Beginn des Festivals bin ich nicht mehr einkaufen gewesen.“ Tyler hinkte langsam die Treppe hinauf.
„Ich hoffe, du wirst dich immer an diesen Augenblick erinnern, McKay, falls es dir wieder in den Kopf kommen sollte, mit Teenagern Football zu spielen“, rief sie ihm hinterher.
„Vielen Dank für dein Mitleid.“
„Bitte sehr!“ Der Arme, er litt wirklich. Bei jedem Schritt stöhnte er. Lane hätte ihm beinah geholfen, aber dann entschied sie sich doch dagegen. Damit musste er allein zurechtkommen. Stattdessen sah sie sich in dem Haus um. Von der Architektur her gefiel es ihr sehr gut, die Einrichtung jedoch war grauenvoll – sofern man überhaupt davon sprechen konnte. Es war deutlich zu sehen, dass Tyler sich hier nur selten aufhielt und sich bestimmt in dem Haus nicht wohl fühlte.
Lane setzte den Kaffee auf, holte Becher heraus, und als der Kaffee durchgelaufen war, hörte sie das Rauschen der Dusche.
Sollte sie Tyler den Kaffee bringen? Wohl lieber nicht, denn er war sicher nackt und sah sexy aus, nass, wie er war. Außerdem war sein Bett nicht weit …
Sie schenkte sich Kaffee ein, lehnte sich an den Tresen und trank in kleinen Schlucken, während sie versuchte, zu einer Entscheidung zu kommen. Sie dachte an letzte Nacht, an das Gefühl, in seinen Armen zu liegen, an die Lust, die er ihr geschenkt hatte. Ihre Brustspitzen wurden hart, zwischen den Schenkeln verspürte sie ein verräterisches Ziehen. Sie musste sich eingestehen, dass sie bereits verloren gewesen war, als er ihren Wagen gerammt hatte. Sie war dabei, sich in Tyler McKay zu verlieben, und es wurde Zeit, dass sie ihm endlich die Wahrheit über sich erzählte.
Aber würde das nicht alles zerstören, was zwischen ihnen entstanden war? Wäre damit nicht alles vorbei, ohne dass sie ihrer Beziehung eine Chance gegeben hätte, sich weiterzuentwickeln? Nachdenklich ging sie in dem fast leeren Haus hin und her, bis sie sich schließlich am Fuß der Treppe wiederfand, zwei Becher Kaffee in den Händen und einen Eisbeutel unter den Arm geklemmt.
Sie stieg langsam die Stufen empor, während nach wie vor die Dusche rauschte. Im ersten Stock sah sie sich um und war überrascht, wie geräumig alles war. Sie folgte dem Wasserrauschen und öffnete schließlich eine der vier Türen. Das war ohne Zweifel Tylers Schlafzimmer.
Ein großes bequemes Bett stand in der Mitte des Raums, der mit dunklen Mahagonimöbeln eingerichtet war. Lane konnte den Blick nicht von dem Bett lösen, weil sie sich sofort vorstellen musste, wie Tyler und sie nackt auf den glatten Laken lagen. Ihr Herz klopfte schneller, ihre Haut prickelte. Sie kam nicht von ihm los, sie war wie besessen von ihm.
Sie blickte auf die leicht geöffnete Badezimmertür, aus der dichter Dampf herauswaberte, und wusste plötzlich genau, was sie tun musste. Es wurde Zeit, dass sie aufhörte, vor allem davonzulaufen. Vor dem Leben. Vor Tyler.
Leise stellte sie die Becher ab, legte den Eisbeutel auf den Tisch und trat an die Badezimmertür. Tyler stützte sich mit den Händen an den gefliesten Wänden ab und ließ sich das Wasser auf den Nacken prasseln. Die Duschkabine war aus Klarglas, und so konnte Lane ihn genau beobachten. Er war fantastisch gebaut.
Jetzt hob er den Kopf und begegnete ihrem Blick.
Er erstarrte.
Sie lächelte.
Schnell drehte er das Wasser ab und griff nach einem schwarzen Handtuch, das über der Tür der Duschkabine hing. Er wischte sich einmal kurz über Gesicht und Haar, dann schlang er sich das Handtuch um die Hüften und stieß die Tür ganz auf.
„Du bist aus freien Stücken hergekommen“, sagte er leise und musste sich sehr zusammennehmen, um Lane nicht sofort in die Arme zu schließen. Er wusste, die Tatsache, dass sie jetzt hier war, hatte etwas zu bedeuten.
„Ja.“
Er trat auf sie zu. „Ich muss dich doch nicht fragen, ob dir auch klar ist, was du tust?“
„Nein.“ Sie nahm die Brille ab. „Und wie findest du das?“
„Wie kannst du
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