Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
Vom Netzwerk:
Loth dem Hinweis des Bruders nicht gefolgt wäre, hätte er im selben Moment wie dieser gewusst, was er entdeckt hatte. Ein unsichtbares Netz verknüpfte die Archonten miteinander – jeder besaß in jedem Moment das gesamte Wissen aller. Und so wussten auch Zoe, Jada und die anderen, die unterwegs zur Feste Ophit waren, längst, dass ihre beiden Brüder Elisabeth Stifter, die Diebin der Zeit, zunächst hatten entkommen lassen...
    ... und nun wieder, weit voraus, die Treppe zum Eingang des magischen Korridors hinabsteigen sahen!
    Elisabeth Stifter war den weiten Weg zu Fuß gegangen, und dennoch hatte sie ihr Ziel vor ihren berittenen Häschern erreicht.
    Sie musste beinahe ebenso erschöpft und am Ende ihrer Kraft sein wie die Tiere, die Natan und Loth getragen hatten. Aber das spielte jetzt keine Rolle mehr. Sie hatte es geschafft. Sie war wieder dort, von wo aus sie in die Zeit aufbrechen konnte, aus der sie gekommen war. Die Zukunft.
    Aber solange
ihr aller Vater
tot war, interessierte die Archonten nur die Vergangenheit. Nur dort lag der Schlüssel, den Tod des Teufels zu verhindern...
    Wir schaffen es nicht,
raunte es in Natans Hirn.
Alles war vergebens.
    Er wusste, dass ihre zehn in die fernsten Winkel der Welt verstreuten Geschwister zur Feste Ophit aufgebrochen waren, um sich dort zu sammeln.
    Zwölf waren sie insgesamt – und zu zwölft hatten sie sich von Elisabeth Stifter an der Hand nehmen lassen wollen, um durch den gefahrenreichen magischen Tunnel zum richtigen Zeitpunkt geführt zu werden. In der Vergangenheit hatten sie die Weichen für eine Zukunft im Sinne Satans stellen wollen.
    Doch nun...
    »Wir haben uns zu sehr darauf verlassen, dass sie bestechlich ist und unser Angebot nicht ausschlagen würde«, erreichte Loths Stimme Natans Ohr.
    Auch der Bruder war vor Enttäuschung am Boden zerstört. Auch er hatte begriffen, dass sie zu spät kommen würden. Aus eigener Kraft würden sie Elisabeth Stifter nicht mehr am Betreten des Korridors hindern können.
    Die Flüchtige war längst ihren Blicken entschwunden, als die Archonten ihre zu Tode geschundenen Kamele vor der Treppe stoppten, die zu einem Phänomen führte, das sich jedem Erklärungsversuch entzog. Herzzerreißend röchelnd brachen die Tiere zusammen, nachdem Natan und Loth aus den Satteln gesprungen waren. Die Herzen der Archonten rührte es nicht. Sie hetzten auf die Treppe zu und die Stufen hinab.
    »Elisabeth Stifter!«, schrie Natan, als er abrupt vor der Schwelle anhielt, vor der er schon einmal gestanden hatte.
    Sein Ruf schien in der schrecklichen Weite des Korridors zu verhallen, der aus purer Zeit und aus nichts anderem zu bestehen schien.
    »Elisabeth Stifter – komm zurück!«
    Jenseits der Schwelle lag das Kleid, das die Verfolgte getragen hatte, als sie in der Feste Ophit eingekerkert gewesen war.
    Von der knabenhaft schlanken Frau selbst war nichts mehr zu sehen. Nicht das geringste.
    Dafür nahte etwas anderes.
    Das groteske Gespenst, das schon den Vampir Tyk verschlungen hatte, als er auf Natans Geheiß in den Korridor getreten war...
     
     
    »Wo ist sie? Hast
du
ihr etwas angetan?«
    »Wem?«
    »Der Frau, die gerade in den Tunnel gegangen ist!«
    »Hier ist keine Frau.«
    Die Stimme, die Loths Fragen antwortete, klang, als wehe sie aus einem tiefen Schacht herauf – dabei trennten die albinoiden Archonten rein optisch nur wenige Schritte von der schattenhaften Gestalt hinter dem Tor, deren Konturen nicht fest, sondern in ständiger Bewegung befindlich waren, gerade so, als drohte sie zu zerlaufen.
    »Du lügst!«, Natan trat neben seinen Bruder. »Du
musst
sie bemerkt haben! Nennst du dich nicht Wächter dieses Tores? Und wachst du nicht
aufmerksam

    »Ich bin der Wächter«, bestätigte der verschwommene Schemen emotionslos. »Bleibt nicht draußen stehen, kommt herein. Wir können über alles reden. Ihr seid... sonderbar. Ich habe Mühe, euch zu erkennen. Wer seid ihr? Was wollt ihr? Kennt ihr die Erlöserin? Seid ihr ihre Vorboten?«
    Nach einer »Erlöserin« war schon Tyk gefragt worden.
    Und wer erlöst uns?
dachte Loth abstrakt.
    »Wir kennen deine Erlöserin nicht«, sagte er, ohne sich den Kopf über mögliche Folgen zu zerbrechen. »Hilf uns, die Frau zu finden, die wir suchen, und wir erlösen
dich
, ganz gleich, wie der Fluch beschaffen sein mag, der auf dir liegt!«
    »Ihr wisst nicht, was ihr redet. Ihr seid nicht die Erlöserin.«
    »Wenn du Elisabeth wahrhaftig nicht bemerkt hast, bist du ohnehin

Weitere Kostenlose Bücher