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Besessene

Besessene

Titel: Besessene Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: S Hayes
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  … aber jetzt muss Schluss damit sein. Ich mache mir Sorgen um dich.«
    »Ich glaube doch gar nicht wirklich an dieses ganze Zeug«, flunkerte ich. »Es war einfach nur eine gute Story, um meinen Lieblingsjournalisten zu beeindrucken.«
    »Versprich mir, dass du jetzt die Finger davon lässt«, sagte er in bittendem Ton. »Von Thomas Winter, seinem baufälligen Haus und all dem andern okkulten Reinkarnationsscheiß.«
    »Ich verspreche es«, antwortete ich ernst und meinte es auch so. Luke hatte recht, das alles war viel zu wahnsinnig, um sich noch länger damit aufzuhalten. Ich musste die Sache sein lassen.
    Als wir in Lukes Auto saßen und das Dorf verließen, warf ich noch einen Blick zurück und bemerkte auf einer kleinen Anhöhe ein schwarz-weißes Fachwerkhaus, das von einem Gerüst umgeben war. An den Eisentoren, die den Zugang versperrten, hingen Warnschilder und das Ganze sah aus wie eine Baustelle. Da fiel mir das Foto aus dem Artikel ein und ich hatte keinen Zweifel mehr daran, wie das Haus hinter uns hieß   – ›Martinwood‹.
    Wieder einmal war es herrenlos geworden.

Kapitel 22
    I n dieser Nacht schlief ich tief und traumlos, so tief sogar, dass ich meinte, nichts würde mich mehr an die Oberfläche des Bewusstseins zurückholen können. Aber dann wurde ich doch von dem Licht, das durch meine dünnen Schlafzimmervorhänge schimmerte, gegen zehn Uhr geweckt, blieb unter meiner warmen Decke liegen und dachte noch einmal gründlich über die Ereignisse des vergangenen Tages nach. Jetzt wusste ich schon einiges mehr über Genevieve. Sie hatte einen familiären Hintergrund und eine Vorgeschichte, was bedeutete, dass ich über mehr Munition verfügte, die ich verschießen konnte, um die Oberhand zu gewinnen. Bei Licht betrachtet war ich nicht wirklich überzeugt davon, dass sie zu einem Mord fähig sein sollte, aber immerhin waren Luke und ich in unserer Vermutung bestätigt worden, dass sie verhaltensgestört war und Hilfe brauchte.
    »Du siehst ja so strahlend aus heute Morgen«, flötete mir Mum entgegen, als ich nach unten kam, musterte mich dabei jedoch kritisch. »Aber du hast abgenommen   … du musst versuchen, mehr zu essen, Kind.«
    Sie bestand darauf, mir ein anständiges Frühstück zu machen, und ich genoss es sehr, entspannt dazusitzen undmich bedienen zu lassen. Mum gab sich deutlich Mühe seit unserer letzten Unterhaltung. Sie klagte nicht mehr annähernd so viel und hatte auch schon einen Arzt aufgesucht, um es mit einer neuen Therapieform zu versuchen. Ich war zuversichtlich, dass sich alles zum Besseren wenden würde.
    »Gestern haben alle nach dir gefragt«, sagte sie mit strahlendem Gesicht und stellte einen Teller mit Rühreiern, Tomaten, Pilzen und Toast vor mich hin.
    »Alle?«
    »Nat, Hannah   … und Merlin. Offenbar haben sie verzweifelt versucht, dich auf deinem Handy zu erreichen.«
    Ich schlug die Hände vors Gesicht, weil mir meine Verabredung mit Merlin wieder einfiel. Ich hatte ihm nicht einmal mitgeteilt, dass ich sie nicht einhalten konnte, aber er würde mich ganz bestimmt verstehen, und auf Nats Geburtstagsfeier hatte ich genügend Zeit, es wiedergutzumachen.
    »Ich hatte einen miserablen Empfang, Mum, und danach gar keine Verbindung mehr, deshalb habe ich es abgeschaltet. Ich war schon etwas besorgt, weil ich dir nicht schreiben konnte, wann wir zurück sein werden.«
    »Wenn du mit
Luke
unterwegs bist, bin ich nicht so ängstlich«, antwortete sie verschmitzt. »Wie war denn euer Ausflug?«
    Ich machte eine abwiegelnde Handbewegung. »Super war er, aber   … was wollten denn die anderen von mir?«
    »Ach, irgendetwas wegen einer Party.«
    Ich war erleichtert, dass es nicht um etwas anderes ging. »Nat feiert heute Abend ihren Geburtstag, wahrscheinlich hat sich die Uhrzeit geändert. Ich rufe sie dann später an.«
    Als ich mein Handy einschaltete, hatte ich acht oder neun neue Anrufe und ebenso viele SMS.   Eine Voicemail kam von Hannah. Ihre Stimme klang etwas schrill und enthusiastisch, im Hintergund war Lärm zu hören und ihre Ansage muss etwa so gelautet haben: ›Katy   – WIESO BIST DU NICHT HIER, ruf mich unbedingt zurück.‹ Aber Hannah hatte schon immer etwas von einer Drama Queen gehabt. Ich versuchte, sie zu erreichen, doch ihr Telefon war ausgeschaltet. Nat und Merlin gingen auch nicht an ihr Handy, deshalb erschien es mir am sinnvollsten, mich an den ursprünglichen Plan zu halten und mich um die Mittagszeit herum in aller Ruhe auf den Weg

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