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Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Titel: Blutsverwandte: Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jan Burke
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sympathischeren Familienmitglieder kennen. Wenn Edith Fletcher nicht ernsthaft um diese Kinder besorgt und zutiefst entsetzt darüber war, was sie über gewisse andere Familienmitglieder hatte erfahren müssen, dann war sie die beste Schauspielerin, die mir in meiner gesamten Reporterlaufbahn begegnet war.
    John Walters hielt uns auf dem Weg aus der Redaktion auf. »Kelly, du siehst grauenhaft aus. Nimm dir morgen frei.«
    »Ist das dein Ernst? Ich habe doch schon …«
    »Widersprich mir nicht, Kelly.«
    »Widersprich ihm nicht«, echote Frank und steuerte mich zur Tür hinaus.
     
    Auf dem Heimweg bekam Frank noch einen Anruf, diesmal von seinem neuen Lieutenant Jake Masuda. Ich machte mich bemerkbar, um ihm etwas zu sagen. »Könnte es nicht sein, dass die Frau, mit der Gerry Serre zusammen war, bevor er ermordet wurde, eine Ähnlichkeit mit Cleo Fletcher hatte?«
    »Manchmal kommen wir auch selbst auf gewisse Zusammenhänge«, erwiderte er, ehe er sich wieder in sein Gespräch mit Jake vertiefte.
    Tja, wenn er sich so anstellte …
    Als er geendet hatte, erzählte er mir, dass es eine Spur zu dem dritten Kind gab, Troy Fletcher. »Eine Vorschullehrerin hat angerufen und gesagt, sie habe ihn als Troy Sherman in Erinnerung, einen ihrer aufgewecktesten Schüler, also werde ich mich morgen mal mit ihr unterhalten.«
    Ich lächelte und wünschte ihm alles Gute, und falls mein Ton ihn misstrauisch machte, so sagte er zumindest nichts.
    Zu Hause stellten wir fest, dass Caleb und Ben mittlerweile gegangen waren und Ethan eingeschlafen war. Ich rief noch jemanden an, und zwar eine alte Freundin und notorische Nachteule namens Tonya Pearsley in San Diego. Sie ist Schulpsychologin. Offenbar hatten es meine bösen Abenteuer auch unten im Süden in die Nachrichten geschafft, und so freute sie sich über meinen Anruf. Ich wiederum freute mich, dass sie über die Ereignisse des Tages bereits einigermaßen im Bilde war, und fragte sie nach Intelligenztests bei kleinen Kindern, worauf sie mir bestätigte, dass es Intelligenztests für Vorschulkinder gab.
    »Ja, aber sie bieten keine hundertprozentige Gewähr. Die Verlässlichkeit der Ergebnisse auf Basis sozioökonomischer Faktoren und der häuslichen Umgebung ist noch etwas ungewiss. Man kann nicht allein anhand eines Testergebnisses darauf schließen, wie intelligent ein Kind ist, man muss sich das ganze Kind ansehen. Wenn man wartet, bis das Kind in der zweiten oder dritten Klasse ist, bekommt man im Allgemeinen verlässlichere Resultate.«
    »Aber möglich ist es?«
    »Ja. Neben der Verlässlichkeit dreht sich die Kontroverse bei Tests an Vorschulkindern allerdings auch darum, wie die Informationen, die aus den Tests hervorgehen, genutzt werden.«
    »Du meinst Überlegungen, ob man die Kinder von vornherein in Klassen geben soll, die schneller voranschreiten?«
    »Zum Teil, ja. Private Tests werden immer beliebter bei Eltern, die ihre Kinder zu besonderen Leistungen anspornen wollen. Allerdings verwenden Schulen die Tests vorzugsweise, um Kinder mit Lernschwächen zu identifizieren, damit man ihnen so schnell wie möglich helfen kann. Hat das Ganze etwas mit einer Privatschule hier in der Gegend zu tun?«
    »Du hast doch die Kinder in den Nachrichten gesehen. Sie waren alle auf gar keiner Privatschule, sondern wurden zu Hause unterrichtet. Aber sie müssen außerordentlich intelligent sein – und zwar weit über normale Werte hinaus. Das ist der Faktor, den sie alle gemeinsam haben.«
    »Du möchtest wissen, wer herausgefunden hat, dass sie so intelligent sind, obwohl sie noch so klein sind? Dann suchst du wahrscheinlich nach einer Entwicklungspsychologin. Tests an Vorschülern nehmen nicht viele vor, das könnte dir also weiterhelfen.«
    Ich bedankte mich und versprach, wir würden bald mal bei ihr vorbeikommen.
    Als ich auflegte, bemerkte ich, dass Frank gelauscht hatte.
    »Tut mir leid, dass ich vorhin so sarkastisch war«, sagte er, ein Beweis dafür, dass er tatsächlich manchmal selbst auf etwas kommt. Allerdings lächelte er bei seiner Entschuldigung ziemlich schelmisch und bot so alles andere als ein Bild der Zerknirschung. Trotzdem falle ich immer wieder auf dieses Lächeln herein.
    »Du willst wahrscheinlich wissen, was Tonya gesagt hat, oder?«
    Das Lächeln wurde breiter. »Ja. Aber es tut mir ehrlich leid.«
    »Hmm. Wenn du nicht den ganzen Weg nach Antelope Valley gefahren wärst und mich in die Redaktion begleitet hättest, hätte ich meine Zweifel. Aber damit

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