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Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Titel: Blutsverwandte: Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jan Burke
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nicht laut zu sein.
    Doch ihr Lachen endete abrupt, als sie den automatischen Garagentoröffner anspringen hörten.
    »Oh nein, Dad ist wieder da!«
    »Schhh«, machte Genie und knipste das Licht aus.
    Diesmal wirkte die Dunkelheit nicht so heimelig.

38. KAPITEL
     
    DIENSTAG, 2. MAI, 07:02 UHR HUNTINGTON BEACH
     
    Genie nahm Carrie erneut bei der Hand und führte sie mit unfehlbarem Schritt an allen Möbeln vorbei durch den dunklen Raum. Carrie fragte sich, wie oft Genie schon im Arbeitszimmer herumgeschnüffelt hatte.
    Vor der geschlossenen Tür blieben sie stehen und drückten die Ohren dagegen. Sie hörten, wie sich das Garagentor wieder schloss und der Motor des Vans ausging. Dann fiel die Wagentür zu, Dad machte die Haustür auf und seine Schritte näherten sich. Sie hielten den Atem an.
    Vor dem Arbeitszimmer zögerte er nicht, sondern ging rasch zur Küche weiter. Sie atmeten auf.
    Vorsichtig machte Genie die Tür auf und griff um sie herum nach dem Knauf auf der anderen Seite. Sie ließ Carrie in den Flur vorausgehen und schloss die Tür leise, indem sie den Knauf langsam drehte, bis sie mit kaum hörbarem Klicken wieder einschnappte.
    Sie warteten auf eine Reaktion auf dieses Geräusch, doch Dad war in der Küche ziemlich laut zugange. Falls er für sich selbst Frühstück machte, könnten sie vielleicht so tun, als wären sie gerade erst von oben gekommen. Sie standen meist um diese Zeit auf, um das Frühstück für die Familie vorzubereiten.
    Sie waren bereits halb durch den Flur geschlichen und wollten gerade um die Ecke in Richtung Küche abbiegen, als sie die Jungen nach unten kommen hörten. Ihre Stimmen waren bis dorthin zu vernehmen, wo die Mädchen sich verborgen hielten.
    »Daddy!« Das war Aaron.
    »Hi, Dad«, sagte Troy. »Was machst du da?«
    »Guten Morgen, Jungs! Ihr kommt gerade recht, um mir zu helfen. Geht ihr mal nach oben und sagt Mom, dass wir ihr heute das Frühstück ans Bett bringen?«
    »Ist denn heute Muttertag?«, fragte Troy verwirrt.
    »Nein, ich will ihr nur eine besondere Freude machen.«
    »Und warum machst du es?«, fragte Aaron. »Das ist doch ein Job für Mädchen.«
    Carrie und Genie wechselten einen Blick. Genie gebärdete: Aaron kriegt eine Woche lang Haferbrei. Carrie lächelte und nickte. Aaron hasste Haferbrei. Mom behauptete, diese Jungen-Mädchen-Sache, auf die er sich versteifte, sei nur eine Phase, aber dafür dauerte es schon ganz schön lange.
    »Nein, nein, das ist kein Job für Mädchen«, sagte Dad. »Wenn ihr älter seid, lernt ihr auch kochen. Jungen müssen sich selbst versorgen können. Vielleicht habt ihr ja nicht immer ein Mädchen im Haus, das für euch kocht.« Nach kurzem Schweigen sprach er weiter. »Na los, geht schon mal hoch, ehe Mom aufsteht. Schnell. Bleibt oben bei ihr – ihr müsst dafür sorgen, dass sie nicht aufsteht, bevor wir ihr das Frühstück bringen.«
    Die Mädchen warteten, bis die Jungen nach oben gegangen waren, ehe sie die Küche betraten. Dad wusch gerade in der Spüle eine kleine Schale aus. Als er die beiden sah, wünschte er ihnen einen guten Morgen und schilderte ihnen seinen Frühstück-ans-Bett-Plan. Obwohl er sich fröhlich gab, sah ihm Carrie an, dass er immer noch genauso aufgewühlt war wie ganz früh am Morgen, als sie zusammen auf der Treppe gesessen hatten.
    Auf einmal musste Carrie an Onkel Dex denken und fragte sich, ob Dad das machte, damit Mom ihn wieder gernhatte.
    »Können wir was helfen?«
    »Würdet ihr Eier mit Speck machen? Ihr wisst ja, wie Mom sie mag.«
    »Klar. Einmal gewendet mit weichem Dotter.«
    »Ich mache Toast«, sagte Genie.
    »Danke, Mädchen.«
    »Wofür ist das?«, fragte Genie und hielt einen Stängel Sellerie in die Höhe.
    »Oh, für den speziellen Drink, den ich ihr mache.«
    »Selleriesaft?«, sagte Genie angewidert.
    Er lachte. »Nein, nein. Eine Bloody Mary – oder vielmehr eine Art Bloody Mary. Ohne Alkohol.«
    »Bloody Mary? Wie die Königin?«, wollte Carrie wissen.
    »Ja, aber ich glaube, mit dem Drink hatte sie nichts zu tun.«
    »Was für eine Königin?«, fragte Genie.
    Geschichte war Carries Stärke. »Sie war Königin von England. Mary Tudor, die Tochter von Heinrich dem Achten und Katharina von Aragon. Königin Mary die Erste.« Sie erzählte die Geschichte, wie die Königin zu ihrem Spitznamen gekommen war. Es war angenehm und tröstlich, über Geschichte zu sprechen, selbst wenn es traurige Geschichte war. Carrie registrierte, dass Genie und Dad lockerer wurden,

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