Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Castle 3: Heat Rises - Kaltgestellt (German Edition)

Castle 3: Heat Rises - Kaltgestellt (German Edition)

Titel: Castle 3: Heat Rises - Kaltgestellt (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Richard Castle
Vom Netzwerk:
selbst.“ Das Letzte, was sie momentan wollte, war ein Abend voller heller Lichter und mit Leuten von der Spurensicherung, die nach Fingerabdrücken suchten. Es würde sie und Rook schon nicht umbringen, für eine Nacht das zweite Bad zu benutzen. „Ich wollte Sie nur warnen.“
    „Hey, Harvey, schlafen Sie eigentlich nie?“, fragte Rook.
    Der erfahrene Polizist sah Heat an. „Ab heute nicht mehr.“
    Nikki nahm ein Schaumbad im Gästebadezimmer – sie bestand darauf, dass sie es sich absolut verdient hatte –, während Rook den Abwasch machte. Er wartete im Wohnzimmer auf sie und zappte durch die Fernsehprogramme. Um dreiundzwanzig Uhr schaltete er den Fernseher aus. „Du musst meinetwegen nicht ausschalten“, sagte sie.
    Nikki trug ihren Bademantel, hatte feuchtes Haar und wirkte nach ihrem heißen Bad angenehm benommen. Sie kuschelte sich neben ihn aufs Sofa und duftete leicht nach Lavendel.
    „Ich denke, ich kenne den Aufmacher bereits“, erwiderte er.
    „Ja. Revierleiter stirbt durch offenkundigen Selbstmord.“ Sie drehte sich zu ihm und war nur Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Jegliche Entspannung fiel von ihr ab. „Damit hätten sie unrecht. Das hätte er nie getan.“
    „Wie kannst du dir so sicher sein?“
    „Aus dem gleichen Grund, aus dem ich weiß, dass er Graf nicht ermordet hat.“
    „Und der wäre?“
    „Er war Captain Montrose.“
    In dem Augenblick, in dem sie es sagte, flogen all die Türen in Heats Innerem, die sie so sorgfältig verschlossen hatte, schlagartig auf. Die Schlösser zerbrachen, und ein Tag voller Emotionen – angefangen bei ihrem Kampf ums Überleben im Central Park bis hin zu dem Trauma von Captain Montroses Tod – stürzte auf sie ein, um sie unter sich zu begraben. Rook beobachtete, wie die Welle aus Gefühlen sie erfasste. Ihr ganzer Körper bebte, und aus ihren Augen liefen Tränen. Dann stieß sie einen Schrei aus, warf ihren Kopf zurück und ließ alles raus, was sie selbst wohl am meisten überraschte. Er breitete seine Arme aus, und Nikki packte ihn verzweifelt, klammerte sich an ihn, zitterte, schluchzte und schluchzte, wie sie es seit zehn Jahren nicht mehr getan hatte.

NEUN
    Als Heat am nächsten Morgen aus der Dusche kam und Rook an ihrem Esstisch an seinem Computer vorfand, trat sie hinter seinen Stuhl und legte ihre Hände auf seine Schultern. „Irgendwie ist es nicht fair, dass du so gut für einen Job bezahlt wirst, bei dem du in Unterwäsche herumsitzen kannst.“ Als sie ihn berührte, spürte Nikki, wie sich die Anspannung in seinen Schultern löste. Er nahm die Hände von der Tastatur, streckte sie hinter sich und umfasste sanft die Rückseite ihrer Oberschenkel. Dann legte er seinen Kopf zurück, ließ ihn zwischen ihren Brüsten ruhen und sah zu ihr auf.
    „Ich könnte die Unterwäsche ausziehen, wenn du dann zufriedener wärst“, schlug er vor.
    „Damit wäre ich sehr zufrieden, aber ich habe gerade eine SMS bekommen, dass gleich ein Drogenhändler aufs Revier gebracht wird, den ich befragen soll.“ Sie beugte sich vor und küsste seine Stirn. „Außerdem habe ich heute meine mündliche Prüfung. Die letzte Hürde vor der Beförderung zum Lieutenant.“
    „Beim mündlichen Teil könnte ich dir helfen.“ Sie starrte ihn nur an, und er warf ihr einen unschuldigen Blick zu. „Was?“
    „Sag mal, Rook, gibt es eigentlich auch nur einen einzigen Begriff im Wörterbuch, den ein Kerl nicht in etwas Schlüpfriges verwandeln kann?“
    „Quartett. Das gibt auch jede Menge Punkte beim Scrabble. Damit kann man keine zweideutigen Sprüche machen, und glaub mir, ich hab’s versucht. Oh, wie sehr ich es versucht habe.“ Dann sagte er: „Kannst du die Prüfung nach allem, was passiert ist, nicht verschieben?“
    „Das könnte ich.“ Ihr Gesicht verriet bereits, was sie als Nächstes sagen würde. „Aber das werde ich nicht.“ Sie deutete auf sein MacBook. „Ich dachte, du hättest den Artikel über die Waffenschmuggler fertig. Ist das dein nächster Nackenbeißer, Miss St. Clair?“
    „Nichts so Erhabenes.“
    „Was ist es?“
    „Das würde ich jetzt lieber noch nicht verraten.“ Er klappte den Laptop zu, stand auf und drehte sich zu ihr um. „Das bringt Unglück.“ Dann zog Rook sie zu sich heran, und sie küssten sich. Er war zärtlich und sanft und spendete ihr Trost. „Geht es dir gut?“
    „Nein, aber ich werde das schon schaffen.“
    „Ich habe Kaffee aufgesetzt. Eine französische Röstung.“ Rook machte einen

Weitere Kostenlose Bücher