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Celinas Tochter

Celinas Tochter

Titel: Celinas Tochter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brown Sandra
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Habt ihr eine Spinne gesehen?«
    Sein Verhalten änderte sich drastisch, als er merkte, welche Atmosphäre im Raum herrschte. Fast konnte man Schwefel riechen. »Mutter? Alex? Was ist los?«
    Alex starrte Sarah Jo an, deren Gesicht so selbstzufrieden und heiter aussah wie eine Kamee. Alex stürzte zur Tür und stieß dabei den kleineren Stuhl um. Sie rannte aus dem Zimmer und die Treppe hinunter.
    Junior sah seine Mutter fragend an. Sie wandte ihm den Rücken, kehrte auf ihren Diwan zurück, nahm ihre Teetasse und nippte daran.
    Junior raste hinter Alex her und erwischte sie an der Haustür, wo sie vergeblich versuchte, in die Ärmel ihrer Jacke zu fahren.

    Er packte sie an den Armen. »Verdammt, was geht hier vor?«
    Alex drehte den Kopf weg, damit er ihre Tränen nicht sehen konnte. Sie versuchte seine Hände abzustreifen. »Gar nichts.«
    Â»Sie sehen nicht so aus, als ob Sie von einer Teeparty kommen.«
    Â»Tee? Ha?« Alex warf den Kopf zurück. »Sie hat mich nicht eingeladen, um Tee zu trinken.« Sie schniefte und kniff ihre Augen zusammen, der Tränen wegen. »Ich sollte ihr wohl dankbar sein dafür, daß sie es mir erzählt hat.«
    Â»Was erzählt hat?«
    Â»Daß ich ein biologischer Unfall bin.« Juniors Gesicht wurde aschfahl. »Dann ist es also wahr, ja?« Junior ließ sie los und wollte sich abwenden. Jetzt packte Alex ihn an den Armen und zwang ihn, sich zurückzudrehen. »Nicht wahr?« Ihre Tränen waren nicht mehr aufzuhalten. »Sagen Sie etwas, Junior!«
    Es fiel ihm zu schwer, mit der Wahrheit herauszurücken. Alex faßte sie für ihn in Worte.
    Â»Celina kam aus El Paso zurück. Sie hatte ihren Spaß mit einem Soldaten gehabt und war bereit, sich mit Reede zu versöhnen. Das hätte wahrscheinlich auch funktioniert, wenn ich nicht gewesen wäre, richtig?« Sie schlug sich die Hände vors Gesicht. »Mein Gott, kein Wunder, daß er mich so haßt.«
    Junior zog ihr die Hände vom Gesicht und sah sie ernsthaft an. »Reede haßt Sie nicht, Alex. Keiner von uns hat Sie damals gehaßt und jetzt auch nicht.«
    Sie lachte bitter auf. »Ich wette, Albert Gaither hat schon allein den Gedanken an mich gehaßt. Er war gezwungen zu heiraten.« Ihre Augen wurden ganz groß, und sie sagte abgehackt: »Das erklärt so vieles. So vieles . Warum Großmutter Graham so streng war, wenn ich ausgehen wollte und wann ich zu Hause sein mußte – ständig hat sie gefragt, wo ich war.

    Ich hab sie gehaßt, weil sie so unflexibel war und ich ihr nie Anlaß gegeben hatte, mir zu mißtrauen. Wahrscheinlich war ihre übergroße Vorsicht gerechtfertigt, stimmt’s?« Ihre Stimme wurde immer schriller. »Ihre Tochter hat sich bumsen lassen, und vor fünfundzwanzig Jahren war das immer noch eine richtige Sünde.«
    Â»Alex, hören Sie auf damit.«
    Â»Das erklärt, warum meine Großmutter mich nie richtig geliebt hat. Ich habe Celinas Leben ruiniert, und das hat sie mir nie verziehen. Celina konnte Reede nicht haben, Sie nicht haben, keine Zukunft haben. Und alles wegen mir! Gott!«
    Alex wandte sich von ihm ab und riß die Tür auf. Sie lief über die Veranda und die Treppe hinunter zu ihrem Wagen.
    Â»Alex!« Er machte Anstalten, ihr zu folgen.
    Â»Was geht hier vor?« polterte Angus, als Alex an ihm vorbeirannte.
    Â»Laßt sie in Ruhe, ihr beide.« Sarah Jo stand am obersten Treppenabsatz, von wo aus sie alles mitangesehen hatte.
    Junior wirbelte herum: »Mutter, wie konntest du? Wie konntest du Alex so weh tun?«
    Â»Ich hab es ihr nicht erzählt, um ihr weh zu tun.«
    Â»Was hast du ihr erzählt?« fragte Angus. Er stand in der offenen Tür, verwirrt und ungeduldig, weil keiner seine Frage beantwortete.
    Â»Natürlich hat es ihr weh getan«, sagte Junior. »Und das hast du gewußt. Warum mußtest du es ihr überhaupt erzählen?«
    Â»Weil sie es wissen muß. Der einzige, der ihr weh tun kann, ist sie selbst. Sie jagt eine Illusion. Die Mutter, die sie in Celina Gaither sucht, hat niemals existiert. Merle hat ihr den Kopf vollgestopft mit Unsinn, wie wunderbar Celina war. Sie hat vergessen, dem Mädchen zu sagen, daß ihre Mutter alle Register kannte. Es war höchste Zeit, daß Alex das erfuhr.«
    Â»Scheiße!« brüllte Angus. »Würde mir bitte jemand sagen, was, zum

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