Collection Baccara Band 0316
Event vorzubereiten. Die Teilnehmer waren registriert, die ersten Spenden verbucht und freiwillige Helfer angeheuert worden, die Wasser und Säfte verteilen sollten.
„Braucht Nick jemanden, um die langen Tische auf dem Marktplatz aufzustellen?“, fragte Maggie.
„Wes und Gracie übernehmen das.“
„Wie lange willst du ihm eigentlich noch aus dem Weg gehen?“
„Ist Andy wieder brav auf der Weide?“
„Vergiss Andy, wir reden über Nick. Er ist verrückt nach dir, und alle in Whistlers Bend freuen sich darüber, Dixie. Alle finden, er ist der perfekte Mann für dich. Die Leute mögen ihn gern. Und auch Wes. Er will ebenfalls bleiben, weil er und Gracie sich ineinander verknallt haben.“
„Ich gönne es ihr von Herzen. Barbara Jean wird hoffentlich daran denken, dass die Läufer zuerst starten müssen, dann die Fußgänger und zum Schluss die Mütter mit Kinderwagen.“
Maggie seufzte. „Du bist unmöglich. Du hast es ihr inzwischen mehrmals gesagt. Die Frau ist Ärztin, nicht bescheuert. Mach dir keine Sorgen. Die Veranstaltung wird ein großer Erfolg. Die Krebshilfe kann sich auf eine nette Summe freuen.“
„Haben wir genügend T-Shirts für alle?“
„Nick hat reichlich nachbestellt und bezahlt sie aus eigener Tasche. Die fünf Dollar, die wir pro Stück berechnen, fließen also in die Spendenkasse. Auch der Erlös aus dem Pizzaverkauf. Du musst den Mann verstehen, Dixie. Er hat dich nur belogen, weil ihm das FBI keine andere Wahl ließ.“
„So? Als er mich noch nicht so gut kannte, durfte er mir nicht die Wahrheit sagen, das ist mir klar, doch irgendwann hätte er mich ins Vertrauen ziehen müssen.“
„Wollte er ja. Sobald die Schmuggler gefasst waren.“
„Tja. Hätte Nick es früher getan, wären sie ihm nicht zuvorgekommen.“
„Hinterher ist man immer schlauer.“
Da hatte Maggie wohl recht. Dixie seufzte. Sie grübelte seit zwei Wochen, ob sie Nick verzeihen sollte, und wusste es einfach nicht. Dieser Tag gehörte jedoch ihrer Spendenaktion, deshalb wollte sie sich voll und ganz darauf konzentrieren. Sie blickte zur Uhr. „Noch eine gute Stunde, dann starten die ersten Läufer. Ich muss los.“
Auf dem Weg zum „Purple Sage“ ging sie ihren Plan in Gedanken noch einmal durch. Der Startpunkt war vor dem Diner, von dort lief man durch die Stadt zum See, den Fußweg am Ufer entlang, am alten Bootshaus vorbei, um den See herum und durchs Kiefernwäldchen zurück zum Marktplatz. Wer diese Strecke zweimal absolvierte, hatte fünf Meilen geschafft.
Am Mittag würde Nick Pizza servieren und Eistee und Limonade. Anschließend sollte bis zum Abend auf dem Marktplatz gefeiert werden, mit Musik und Tanz, wobei die Banjospieler aus dem „Cut Loose“ für gute Stimmung sorgen wollten. Es würde schon alles funktionieren.
Wehmütig dachte sie daran, wie sie mit Nick zum Banjospiel getanzt hatte. Es war ein so schöner Abend gewesen, unbeschwert und fröhlich. Auch die erotischen Momente im Bootshaus fielen ihr wieder ein, wo sie vor Lust übereinander hergefallen waren. Herrje! Sie sehnte sich nach ihm. Jeder Winkel in diesem Tal erinnerte sie an die wundervollen Stunden mit Nick. Vielleicht sollte sie ihm verzeihen.
Vielleicht, aber das konnte sie jetzt nicht entscheiden. Außerdem hatte sie sich bereits dazu entschlossen, Whistlers Bend zu verlassen. In drei Tagen würde sie nach Denver fahren, um sich dort einen Job zu suchen.
Vor dem „Purple Sage“ wimmelte es von Leuten, und Dixie griff zum Megafon. „Willkommen zum ersten ‚Whistlers Bend spendet Hoffnung‘-Lauf. Und wie ich euch kenne, spendet ihr fleißig, nicht wahr?“
Die Menge jubelte und klatschte als Antwort.
„Na dann, viel Spaß!“
Es wurde ein herrlicher Tag, alle machten begeistert mit, alle lobten die Pizza und alle ließen sich von Wes fotografieren. Am Abend brauchten sie allerdings einige Stunden, um die Stadt aufzuräumen, den Müll zu beseitigen und die Absperrungen in den Straßen zu entfernen. Danach eilte Dixie in die Redaktion des „Whistle Stop“, wo sie sich an den Computer setzte, um ihren Artikel für das Tageblatt zu schreiben.
Es war zwei Uhr nachts, als sie das Büro verließ und durch die leeren Gassen nach Hause ging. Ein Hund kläffte in der Ferne, ansonsten hallten nur ihre Schritte vom Pflaster wider. Alle schliefen, auch in Gracies Haus waren die Fenster dunkel. Erst an der Haustür merkte Dixie, dass sie ihren Schlüssel vergessen hatte. Sie drehte am Türknauf, doch
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