Commander Perkins 04 - Im Land der gruenen Sonne
räusperte sich. Der schwergewichtige Mann mit den bernsteinfarbenen Augen und dem kantig wirkenden Gesicht erschreckte Miriam Blister. Er machte einen geradezu er drückenden Eindruck auf sie. Sie wußte, daß Basil Lucan Crinian ein wichtiger, einflußreicher Mann war. Sicherheitsbeauftragter für das Sonnensystem und Oberbefehlshaber der terranischen Raumflotte. In zahlreichen kosmischen Unternehmungen hatte er sein ungewöhnliches Können bewiesen. Miriam Blister wußte auch, daß Crinian den Abwehrchef von Delta 4, Oberst Jason, nicht besonders schätzte - und daß dieser ihn aus tiefster Seele haßte, war ein offenes Geheimnis im Raumfahrtzentrum von Houston. Oberst Jason lebte ständig in der Angst, daß der General ihn von seinem Posten in der Mondbasis entfernte. Daß der General nun auch noch persönlich auf dem Mond erschienen war und an der Konferenz teilnahm, mußte den Abwehrchef der Mondbasis Delta 4 mit Unruhe erfüllen.
"Der Außerirdische befindet sich also auf der Erde!" fuhr General Crinian fort. "Damit ist die Aktion gescheitert!" Oberst Jason war gänzlich anderer Ansicht. Commander Perkins verfolgte das Rededuell zwischen ihm und dem General mit nur geringem Interesse. Er merkte erst auf, als Oberst Jason heftige Vorwürfe gegen Professor Common erhob.
"Professor Common ist für die Katastrophe verantwortlich." Das asketische Gesicht von Oberst Jason rötete sich. "Professor Common hat den Planeten Lightfire nicht genügend erforscht.
Wenn er das getan hätte, dann wäre uns aufgefallen, daß Lightfire ein ungewöhnlicher Planet ist. Wir hätten das Heiligtum der Copaner bemerkt, und wir hätten darauf verzichtet, den Planeten zu besiedeln. Doch Professor Common hat die Spuren der Copaner übersehen. Er hat den Planeten einfach zu früh zur Besiedlung freigegeben." Professor Common, dessen jugendlich wirkendes Äußeres Miriam überraschte, ging lächelnd über die Vorwürfe hinweg, die Oberst G. Camiel Jason gegen ihn erhob. Nicht so seine Tochter Cindy. "Das ist eine Unverschämtheit", schimpfte sie. "Sie wissen genau, daß meinen Vater keine Schuld trifft!" "Sei still." Professor Common strich ihr über die Schulter. "Das führt zu nichts, Cindy. Wir haben andere Probleme." "Ganz recht!" bestätigte General Crinian. "Die Copaner werden den Planeten Escape zerstören, und wir müssen das verantworten!" "Sollen sie", bemerkte Oberst Jason. "Sobald sie das getan haben, ist die Gefahr für die Erde endgültig vorbei." "Arentes kann sein Volk vorläufig nicht benachrichtigen", bestätigte Commander Perkins. "Auf der Erde gibt es keine funktechnischen Einrichtungen, mit denen er einen Stützpunkt der Copaner kurzfristig erreichen kann. Ich rechne jedoch damit, daß er sich sehr bald selbst so einen Sender bauen wird. Von endgültig vorbei kann also keine Rede sein." "Wenn er auf der Erde ist, finden wir ihn", sagte General Crinian. "Das ist unser Problem. Sie müssen sich jetzt ganz auf Escape konzentrieren, auf jenen Planeten, den die Copaner für die Erde halten sollen." "Wozu da jetzt noch herumgeistern?" fragte Oberst Jason.
"Escape ist unbewohnt. Also können wir gelassen abwarten, bis die Copaner zugeschlagen haben." "Ich möchte mich noch einmal auf Escape umsehen", erklärte Commander Perkins. "Ich möchte mich davon überzeugen, ob das auch wirklich der Fall ist." Oberst G. Camiel Jason beugte sich ruckartig nach vorn. Das Blut wich aus seinen Wangen. "Was soll das heißen?" fragte er mit schneidend scharfer Stimme. "Ich verbitte mir jeden Zweifel an der Korrektheit meiner Arbeit. Sie werden nicht nach Escape gehen!" "Wir haben uns bei Lightfire geirrt", erwiderte Randy Perkins ruhig, "und wir könnten uns bei Escape geirrt haben. Nur wäre ein Irrtum bei Escape noch ungleich schlimmer als bei Lightfire." "Sie übersehen, daß ich die Überprüfung des Planeten Escape persönlich überwacht habe." Oberst Jasons Zorn war nicht zu übersehen.
"Es geht nicht nur darum", entgegnete der Commander. "Der Copaner Arentes hat ausgesagt, daß ein 'schwarzes Loch' auf diese Welt stürzen wird." "So ist es", bemerkte Professor Common. "Uns Wissenschaftlern kommt es nun darauf an, möglichst viele Informationen über das 'schwarze Loch' einzuholen. Bisher hat noch kein Wissenschaftler der Erde die Möglichkeit gehabt, ein 'schwarzes Loch' zu beobachten und zu untersuchen.
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