Darkover 07 - Die Zeit der Hundert Koenigreiche
geben… «
Bard lachte. »Ich nehme mir Essen für drei Tage mit, und bevor diese Zeit um ist, werde ich ein gutes Stück jenseits der Grenze von Asturias sein, in einem Land, wo kein Mensch etwas auf König Ardrins Bann und Gesetz gibt. Ich habe Geld bei mir und ein gutes Pferd.«
»Wirst du ein Räuber werden, Bard?« Die Augen des Jungen waren weit aufgerissen. Bard schüttelte den Kopf.
»Nein, nur Soldat. Es gibt viele Oberherren, die einen fähigen Mann brauchen können.«
»Aber wo? Werden wir es erfahren?« Bard antwortete dem Kleinen vergnügt mit dem Stück einer alten Ballade:
Der sinkenden Sonne zieh’ ich entgegen,
Dahin, wo im Meer sie verglüht.
Gesetzlos bin ich auf all meinen Wegen,
Und wer mich erblickt, entflieht.
»Ich wünschte, ich könnte mit dir gehen«, sagte Alaric, doch Bard schüttelte den Kopf.
»Jeder Mann reitet mit seinem eigenen Schicksal, Bruder, und dein Weg führt zum Haus des Königs. Sein eigener Sohn ist erwachsen, aber er hat einen neuen Pflegesohn, Garris von Hammerfell heißt er, der in deinem Alter ist, und sicher werdet ihr außer Pflegebrüdern auch Bredin werden. Zweifellos ist das der Grund, warum er nach dir geschickt hat.«
»Das«, bemerkte Dom Rafael mit ironischem Verziehen eines Mundwinkels, »und um zu zeigen, daß er Streit mit dir und nicht mit mir hat. Nun, wenn er glaubt, ich vergäße so schnell, soll er ruhig dabei bleiben. Und du, Bard, du könntest an die Grenze reiten und in Dienst bei Dom MacAran treten. Er hält El Haleine gegen Aufruhr von allen Seiten, und es sind Räuber dort, und Katzenwesen kommen aus den Venzabergen hinunter. Er wird über ein gutes Schwert sehr froh sein.«
»Daran hatte ich auch schon gedacht«, erwiderte Bard, »obwohl es allzu nahe an Thendara ist und dort Hasturs sind. Einige von Geremys Verwandten könnten mir Blutfehde erklären, und dann müßte ich mich Tag und Nacht in acht nehmen. Ich wäre lieber für ein paar Jahre außerhalb des Hastur-Landes.« Er biß sich auf die Lippe und blickte zu Boden. Ein Bild Geremys stand ihm vor Augen, bleich und von der Krankheit ausgezehrt, das lahme Bein schonend. Verdammt sei Beltran, der Geremy in ihren Streit hineingezogen hatte! Wenn er schon einen Pflegebruder verkrüppeln mußte, warum hatte es dann nicht der sein können, mit dem er wirklich Streit hatte? Ein törichter Streit, aber trotzdem ein Streit. Er und Geremy hingegen hatten selten ein unfreundliches Wort gewechselt, und nun war Geremy von seiner Hand fürs Leben gelähmt worden. Er biß die Zähne zusammen und drehte der Erinnerung im Geist den Rücken. Was geschehen war, war geschehen. Es war zu spät zur Reue. Aber er hätte gern die besten zehn Jahre seines Lebens gegeben, wenn er Geremy dadurch hätte wieder gesund machen und die Hand seines Pflegebruders in seiner fühlen können. Er schluckte schwer und schob das Kinn vor.
»Ich hatte daran gedacht, nach Osten zu reiten und in Dienst bei Edric von Serrais zu treten. Es wäre ein Festmahl für meine Seele, könnte ich Krieg gegen König Ardrin führen! Das würde ihn vielleicht lehren, daß man mich besser zum Freund als zum Feind hat!«
Dom Rafael meinte: »Ich kann dir keinen Rat geben, mein Sohn. Noch weniger kann ich dir einen Befehl erteilen. Du bist alt genug, und bald wirst du weit außerhalb der Reichweite meines Wortes sein. In den nächsten sieben Jahren mußt du deinen Weg durch die Welt allein finden. Aber ich bitte dich, verbringe die Jahre deiner Verbannung fern von Asturias und führe nicht Krieg gegen unsere Verwandten.«
»Nein, ich werde es nicht tun«, versprach Bard. »Wenn ich in die Reihen der Feinde König Ardrins eintrete, wird er auch dich als seinen Feind betrachten. In gewisser Weise ist Alaric Geisel für mein Wohlverhalten. Ich kann dem König nicht in einer Schlacht gegenübertreten, solange er der Pflegevater des Bruders ist, den ich liebe.«
»Nicht nur das«, gab Dom Rafael zu bedenken. »Bei deiner Jugend werden dich sieben Jahre nur ins richtige Mannesalter bringen. Wenn du zurückkommst - denn sobald sieben Jahre gekommen und gegangen sind, steht dir das Recht zu -, kannst du mit Ardrin Frieden schließen und dir eine ehrenvolle Existenz im Land deiner Geburt gründen.«
Bard schnaubte belustigt. »Ardrin von Asturias wird Frieden mit mir schließen, wenn die Wölfin von Alar aufhört, am Herzen ihres Opfers zu nagen, und die
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