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Das Flammende Kreuz

Titel: Das Flammende Kreuz Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Diana Gabaldon
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erwähnen. Buccleighs Gesicht verfinsterte sich, doch bevor er etwas sagen konnte, wurde er durch das Auftauchen besagter Frau unterbrochen, die in Begleitung des Mannes war, der Buccleigh vorhin geholfen hatte, ihn zu fesseln.
    »Will! Oh, Willie! Gott sei Dank, dass dir nichts passiert ist! Bist du verletzt?« Sie war blass und nervös und hatte ein kleines Kind auf dem Arm, das sich wie ein Äffchen an ihren Hals klammerte. Trotz dieser Bürde streckte sie eine Hand nach ihrem Mann aus, um sich zu versichern, dass er tatsächlich unverletzt war.
    »Keine Sorge, Morag«, sagte Buccleigh schroff. »Mir ist nichts passiert.« Dennoch tätschelte er ihre Hand und küsste sie befangen auf die Stirn.
    Ohne dieses zärtliche Wiedersehen zu beachten, stieß Buccleighs Begleiter Roger interessiert mit der Schuhspitze in die Seite.
    »Was machen wir denn nun hiermit, Buck?«
    Buccleigh zögerte, vorübergehend von seiner Frau abgelenkt. Als Morag Roger auf dem Boden erblickte, stieß sie einen unterdrückten Schrei aus und schlug sich die Hand vor den Mund.
    »Was hast du getan, Willie?«, rief sie. »Um Himmels willen, lass ihn gehen!«
    »Das werde ich nicht tun. Er ist ein verdammter Verräter.« Buccleigh kniff den Mund zu einer grimmigen Linie zusammen. Offensichtlich passte es ihm gar nicht, dass seine Frau Notiz von Roger nahm.
    »Das ist er nicht, das kann nicht sein!« Ihren Sohn eng an sich geklammert, bückte sich Morag, um einen Blick auf Roger zu werfen. Zwischen ihren Augenbrauen hatte sich eine nervöse Falte gebildet. Als sie den Zustand seiner Hände sah, schnappte sie nach Luft und wandte sich entrüstet an ihren Mann.
    »Will! Wie kannst du diesen Mann so behandeln, nachdem er deiner eigenen Frau und deinem Kind einen solchen Dienst erwiesen hat!«
    Um Gottes willen, Morag, halt dich da heraus! , dachte Roger, als er sah, dass Buccleigh plötzlich die Faust ballte. Buccleigh war sowieso schon ein
eifersüchtiger Hund, und die Tatsache, dass er sich auf der Verliererseite der Schlacht wiederfand, die gerade vorbei war, war seiner Laune nicht besonders zuträglich.
    »Verschwinde, Morag«, sagte Buccleigh und wiederholte damit Rogers Gedanken in etwas weniger höflicher Ausdrucksweise. »Das hier ist kein Ort für dich oder das Kind; nimm es mit und geh.«
    Schwarzbart hatte sich inzwischen ein wenig erholt und baute sich neben Buccleigh auf. Er sah funkelnd auf Roger herab und hielt die Hände vorsichtig an seine geschwollene Nase gedrückt.
    »Schneid’ ihm die Kehle durch, sag’ ich, und das war’s.« Er unterstrich seine Meinung mit einem Tritt in die Rippen, so dass Roger sich zusammenrollte wie eine Krabbe.
    Morag schrie heftig auf und trat Schwarzbart vor das Schienbein.
    »Lasst ihn in Ruhe!«
    Schwarzbart jaulte überrascht auf und hüpfte rückwärts. Buccleighs anderer Begleiter schien das ausgesprochen lustig zu finden, unterdrückte seine Heiterkeit jedoch, als Buccleigh ihn Furcht erregend anfunkelte.
    Morag war auf die Knie gesunken, das kleine Messer in der Hand, das sie am Gürtel trug, und versuchte einhändig, die Fesseln an seinen Handgelenken zu durchtrennen. So sehr er ihre guten Absichten zu schätzen wusste, wünschte Roger sich doch, sie würde nicht länger versuchen, ihm zu helfen. Es war nur zu offensichtlich, dass das grünäugige Monster Eifersucht von William Buccleigh MacKenzies Seele Besitz ergriffen hatte und mit smaragdfarbener Wut aus seinen Augenhöhlen funkelte.
    Buccleigh packte seine Frau am Arm und riss sie hoch. Das Baby begann erschrocken zu kreischen.
    »Fort mit dir, Morag!«, knurrte Buccleigh. »Geh, und zwar sofort!«
    »Ja, geh!«, meldete sich Schwarzbart grollend zu Wort. »Wir brauchen deine Hilfe nicht, du vorwitziges, kleines Weibsbild!«
    »Sprich nicht so von meiner Frau!« Buccleigh machte auf dem Absatz kehrt und boxte Schwarzbart unvermittelt in den Bauch. Der Mann setzte sich abrupt hin, und sein Mund öffnete und schloss sich in komischem Erstaunen. Roger spürte beinahe so etwas wie Mitgefühl mit Schwarzbart, dem es in der Schusslinie zwischen den beiden MacKenzies auch nicht viel besser zu ergehen schien als ihm selbst.
    Buccleighs anderer Freund, der diesen Wortwechsel mit der Faszination eines Zuschauers bei einem spannenden Tennismatch beobachtet hatte, ergriff das Wort, während Morag versuchte, ihr Baby zu beruhigen.
    »Egal, was du vorhast, Buck, sieh lieber zu, dass du es hinter dich bringst und wir hier fortkommen.« Er nickte

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