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Das Flammende Kreuz

Titel: Das Flammende Kreuz Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Diana Gabaldon
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beklommen in Richtung des Flusses. Dem Stimmengebrumm nach kam eine ganze Anzahl von Männern auf sie zu. Keine flüchtenden Regulatoren; sie klangen, als wüssten sie, was sie taten. Milizionäre auf der Suche nach Gefangenen? Roger hoffte es sehr.

    »Aye.« Buccleigh blickte in die Richtung, aus der die Stimmen kamen, dann wandte er sich seiner Frau zu. Er ergriff sie bei den Schultern, diesmal jedoch sanft.
    »Geh, Morag. Ich möchte, dass du dich in Sicherheit bringst.«
    Sie hörte den flehenden Unterton in seiner Stimme, und ihre Gesichtszüge wurden sanfter. Dennoch blickte sie von ihrem Mann zu Roger, der es jetzt mit Telepathie versuchte und seine Gedanken mit wachsender Verzweiflung an sie richtete.
    Um Himmels willen, geh, Frau, bevor du mich umbringst!
    Morag wandte sich wieder an ihren Mann, und ihr kleines Gesicht drückte Entschlossenheit aus.
    »Ich gehe. Aber schwöre mir, William Buccleigh, dass du diesem Mann kein einziges Haar krümmst!«
    Buccleighs Augen quollen jetzt vor, und seine Hände ballten sich zu Fäusten, aber Morag gab nicht nach, klein, aber tapfer, wie sie war.
    »Schwöre es!«, sagte sie. »Denn im Namen von St. Bride, ich werde nicht das Bett eines Mörders teilen!«
    Sichtlich hin und her gerissen, blickte Buccleigh erst Schwarzbart an, dann seinen anderen Freund, der von einem Fuß auf den anderen trat wie jemand, der dringend seine Blase entleeren muss. Die Milizionäre kamen immer näher. Dann sah er seiner Frau ins Gesicht.
    »Nun gut, Morag«, sagte er schroff. Er schubste sie sacht an. »Jetzt geh!«
    »Nein.« Sie ergriff die Hand ihres Mannes und zog sie an ihre Brust. Der kleine Jemmy hatte sich von seinem Schrecken erholt und hatte sich Daumen lutschend an die Schulter seiner Mutter geschmiegt. Morag legte die Hand seines Vaters auf den Kopf des kleinen Jungen.
    »Schwöre beim Kopf deines Sohnes, Will, dass du diesem Mann nichts antun oder seinen Tod mit ansehen wirst.«
    Im Geiste applaudierte Roger ihrer Geste zwar, doch er fürchtete, dass sie zu weit gegangen war; Buccleigh erstarrte im ersten Moment, und das Blut stieg ihm wieder ins Gesicht. Doch nach ein paar angespannten Sekunden nickte er.
    »Ich schwöre es«, sagte er leise und ließ seine Hand sinken. Morags Gesicht entspannte sich, und jetzt wandte sie sich wortlos ab und eilte davon, das Baby eng an ihre Brust gedrückt.
    Roger, der die Luft angehalten hatte, atmete aus. Gott, was für eine Frau! Er hoffte inbrünstig, dass ihr und dem Baby nichts zustoßen würde - falls ihr sturköpfiger Mann jedoch beschloss, in ein Rattenloch zu treten und sich das Genick zu brechen...
    William Buccleigh blickte zu ihm herab, die grünen Augen nachdenklich zusammengekniffen, ohne die wachsende Unruhe seines Freundes zu beachten.
    »Komm schon, Buck!« Der Mann sah sich zum Fluss um, wo laute Rufe
darauf hindeuteten, dass Suchtrupps das Terrain durchkämmten. »Wir haben keine Zeit zu verlieren. Es heißt, Tryon hat vor, seine Gefangenen zu hängen, und ich habe keine Lust, dazu zu gehören!«
    »So, hat er das«, sagte Buccleigh leise. Er wandte den Blick nicht von Rogers Augen ab, und einen Moment hatte Roger den Eindruck, dass sich etwas Vertrautes in diesen grünen Tiefen regte. Ein Schauer der Beklommenheit lief ihm über den Rücken.
    »Er hat Recht«, sagte er zu Buccleigh und wies kopfnickend auf den anderen Mann. »Geht. Ich werde nichts gegen Euch sagen - um Eurer Frau willen.«
    Buccleigh spitzte nachdenklich die Lippen.
    »Nein«, sagte er schließlich. »Das glaube ich auch nicht. Dass Ihr etwas gegen mich sagen werdet, meine ich.« Er bückte sich und hob die nasse, schmutzige, ehemalige Parlamentärflagge vom Boden auf. »Geh schon vor, Johnny. Kümmere dich um Morag. Ich komme gleich nach.«
    »Aber Bück...«
    »Geh! Mir wird nichts passieren.« Mit einem schwachen Lächeln, den Blick unverwandt auf Roger gerichtet, schob Buccleigh die Hand in seinen Beutel und zog ein kleines Stück stumpfes Silbermetall hervor. Mit leichtem Schrecken erkannte Roger seine eigene Milizmarke, auf der die groben Buchstaben »FC« schwarz in das Zinnrund gebrannt waren.
    Buccleigh warf die Marke mit der Handfläche hoch und wandte sich an Schwarzbart, der sich plötzlich wieder für die Vorgänge zu interessieren begann.
    »Ich habe eine Idee, Sir, was unseren gemeinsamen Freund betrifft.« Er wies auf Roger. »Wenn Ihr mitmacht?«
    Schwarzbart richtete den Blick auf Roger, dann wieder auf MacKenzie, und unter seiner

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