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Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
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der Amerikaner seinen stampfenden Marsch, schaute irritiert in ihre Richtung und suchte ganz offensichtlich nach den richtigen Worten. Die Spannung im Raum wurde beinahe fühlbar, denn jeder hatte längst erkannt, daß Bassett sich mit irgendeinem Problem quälte. Sie hingen erwartungsvoll an seinen Lippen, als er endlich sein Schweigen brach: „Ich brauch ‘ne Zigarette!“ Sagte es und huschte durch die Schiebetür auf die Terrasse.
    „Gehen wir ihm nach! Wir können auf der Terrasse das Gespräch fortsetzen. Ich kenne ihn – wenn er einmal anfängt zu rauchen, hört er für den Rest des Tages nicht mehr auf. Er muß seit seinem Abflug in Karatschi Höllenqualen durchlitten haben ...“ Die Ironie in der Stimme des Generals war unüberhörbar. Auf ihrem Weg zum Balkon reichte Aamir ihnen Eistee. Draußen empfing sie überfallartig die Schwüle des Sommertages. Zur Umkehr war es zu spät, denn der General hatte Bassett bereits in die Zange genommen: „So kommst du nicht davon! Also, was geht in dir vor? Dich beunruhigt doch etwas! Das ist doch nicht nur der Tabakentzug, oder?“
    Bassett nahm einen süchtigen Zug, blies den tief inhalierten Rauch nach erstaunlicher Verweilzeit aus gespitztem Mund in die feuchtigkeitsschwere Luft. „Was sollte mich beunruhigen, Muhammad? Da basteln in Belutschistan Größenwahnsinnige an Schmutzigen Bomben und Nervengiftampullen, um mit Hilfe islamistischer Fundamentalisten die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen, gegebenenfalls Tausende in übelster Weise zu meucheln, dies nur, um die maßlose Gier nach Geld und Macht einiger weniger zu befriedigen. Da fragst du mich, was mich beunruhigt?“ Bassett fuchtelte mit der Zigarette in der Luft herum, wobei nicht erkennbar war, ob dies Zeichen seiner Aufgebrachtheit oder nur Ausdruck der vergeblichen Suche nach einem Aschenbecher war. Aamir verstand die Not des Amerikaners und eilte in die Küche, aus der er mit einem halb gefüllten Wasserglas zurückkehrte. „Wenigstens einer, der mich versteht!“ Bassett nahm noch einen Zug, dann versenkte er den Stummel zischend in dem Glas. „Gehen wir wieder rein oder bleiben wir draußen?“
    Der General gab die Antwort, die Bassett von vornherein erwartet hatte. „Laßt uns draußen bleiben, sonst hört die Pendelei nie auf. Wir müssen zu einer Entscheidung kommen!“
    Bassett nickte beifällig und zündete sich eine neue Zigarette an. „Muhammad, das Problem ist, daß wir in den Berg müssen, dies so schnell wie möglich und ohne eure Regierung einschalten zu können. Sind die Salzcontainer mit ihrer Höllenfracht und die Kapseln mit diesem Nervengift, wie hieß es doch gleich ...“ – Bassett schaute mit zur Schau getragener Hilflosigkeit zu Igor hinüber – „... ach ja, Botulinumtoxin, mein Gott, wer soll sich das merken! Sind also die Schmutzigen Bomben und das – Shit, ich krieg das wohl nie geregelt! – Butodingsbums nicht mehr im Berg, dann ist es eine Frage von Tagen, im günstigsten Fall weniger Wochen, bis die Apokalypse ihren Lauf nimmt! Dann erwartet uns der Dschihad an jedem beliebigen Ort der Welt, zu jeder beliebigen Zeit! Damit kann man wahrhaftig die Welt erpressen! Die Brüder pokern um Milliarden, ja, Hunderte Milliarden! Da spielen ein paar Millionen keine Rolle, um sich den einen oder anderen Minister gefügig zu machen. Weißt du denn, wem du in Islamabad überhaupt noch trauen kannst? Vermutlich reicht das Netzwerk des Syndikats bis in die höchste Regierungsebene!“
    Bassett wartete gespannt auf die Reaktion des Generals. Die kam spontan, ohne erkennbares Überlegen. „Was ich an euch Amerikanern so mag, ist eure Selbstgefälligkeit. Wieso fokussierst du dich auf meine Regierung? Wieso klammerst du deine aus? Gebrauche dein Hirn, dann wirst du die Verstrickung gerade deiner Regierung – bis hinauf ins Oval Office! – in genau diese Machtspiele unschwer erkennen! Immer geht es um Macht, Energie, Waffen, Märkte, demnächst Trinkwasser. Überall mischt ihr ganz vorne mit! Ihr gebt vor, es ginge euch um höhere Werte, Frieden, Freiheit, Demokratie, Bekämpfung von Armut, Krankheit, Hunger. Tatsächlich geht es um Ressourcen, Mammon, Macht. Warum seid ihr hier? Warum investiert ihr in Pakistan? Warum bist du hier? Willst du mir die Freiheit bringen? Wollt ihr Georgien die Demokratie, Bagdad den Frieden bringen? Wollt ihr Somalia vor dem Hunger retten, dem Südsudan Sicherheit bescheren, Afghanistan etwa den Wohlstand? Ist das euer hehres Ziel? Gewiß

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