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Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
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überhaupt, wo Sie morgen hin müssen? Sie hatten den Zettel vom Tisch gewischt! Haben Sie ihn sich später noch einmal angesehen?“
    Bassett grinste. „Wieso sollte ich? Du wirst mir das schon sagen.“
    Taheri zappelte vor Aufregung. Das Tremolo seiner Stimme verriet die innere Anspannung. „Das kann man nicht am Telefon beschreiben, dazu ist das Viertel zu gleichförmig bebaut. Sie haben deshalb eine Skizze gemacht. Haben Sie ein Fax in Ihrer Nähe?“
    Bassett genoß Taheris Not. „Nein, hab‘ ich nicht. Entweder du sagst mir jetzt, wo ich hin soll, oder der Deal ist geplatzt!“ Bassett kniff den am Tisch Sitzenden ein Auge zu. „Also, was ist?“
    Taheri dachte angestrengt nach. Würde der Deal platzen, wäre seine Situation fataler denn je. Er hätte das Problem mit dem verfluchten Amerikaner nicht gelöst, gälte innerhalb der Organisation insofern als Versager. Bidram würde ihn gegenüber TM dafür verantwortlich machen. Vermutlich wäre das das Ende. Bassett wurde ungeduldig. „Bist du noch dran? Oder war‘s das? Ihr könnt euch den Deal an die Wand nageln. Sag das deinen Schelmen! Ab morgen läuft die Sanduhr, schneller, als ihr denkt!“
    Taheri schrie so laut in sein Handy, daß die Köpfe der umstehenden Hotelgäste herumfuhren: „Nein, warte! Was schlägst du vor?“
    Bassett ließ ihn einen Moment warten. „Wo bist du jetzt?“
    Taheri überlegte, ob dies wieder eine Falle sein könnte, erkannte jedoch rasch, daß er keine Wahl hatte. „Im Pearl Continental.“
    „Was, du bist noch in Karatschi?“
    „Nein, im Pearl Peshawar!“
    Bassett ließ einige Sekunden verstreichen, als müsse er nachdenken. „Ich treffe dich dort morgen in der Lobby, gegen elf Uhr.“
    Taheri protestierte umgehend. „Das geht nicht, da bin ich schon unterwegs ...“
    Bassett fiel ihm ins Wort: „Morgen um elf in der Lobby oder gar nicht!“
    Der Amerikaner hatte aufgelegt. Taheri hetzte ziellos durch die Halle. Er kochte vor Wut. Mit fahrigem Zeigefinger malträtierte er die für solche Emotionsschübe viel zu kleine Tastatur seines Mobiltelefons. Nach mehrfacher Korrektur kam endlich die Verbindung zustande. Abrupt blieb er stehen. „Ich bin’s. Wir müssen umdisponieren …“
     
     

13. August, 13:00 Uhr Ortszeit; Khyber Park, Peshawar
    Abdul kletterte gebückt in Masoods Leitstelle, schlug mit dem Kopf dennoch gegen den Türrahmen. „Wenn ihr die Kiste schon nicht kaputt kriegt, dann solltet ihr irgendwann mal ‘nen neuen Kofferaufbau beantragen!“ Er klopfte Masood zur Begrüßung auf die Schulter, daß dieser noch tiefer in die Sitzbank sank. „Erzähl, was tut sich?“
    Masood wies auf den Lageplan des Quartiers. „Die haben eine halbe Armee aufgeboten. Innerhalb des Quartiers gibt es eine durchgängige Objektsicherung rund um das Gebäude. Damit war zu rechnen. Aber wir stellten fest, daß sie darum herum zwei Sicherungsgürtel aufbauen, der eine ist knapp 80 Meter entfernt, der zweite rund 150 Meter. Sie besetzen dort Durchgänge und Dächer. Ferner haben sie eine Reihe Eselskarren in den inneren Zirkel gebracht. Vermutlich wollen sie die Gassen blockieren. Auffällig ist außerdem, daß sie im Norden, hier, bei C2 ...“ – Masood wies mit dem Finger auf eine markierte Stelle des Lageplans – „... Fahrzeuge zusammengezogen haben. Wir können uns daraus noch keinen Reim machen. Möglicherweise soll hiermit der Rückzug angetreten und gesichert werden. Vielleicht wollen sie hinter sich einen Stau auslösen. Weitere Fahrzeuge, allerdings wesentlich weniger, gibt es auch auf der westlichen Umfahrung. Im Süden und im Osten haben wir bisher nichts festgestellt. Dennoch – alles in allem ein unverhältnismäßig hoher Aufwand, um einen Mann zu kidnappen. Wenn Du meine Meinung hören willst: ein auffällig hoher Aufwand!“
    Abdul lächelte zufrieden. War der Maulwurf in die Falle getappt? Ihn schien der Aufmarsch insofern nicht zu beeindrucken. „Was habt ihr vor?“ Masood wollte gerade antworten, als ein Funkspruch einging. „Adler Zwo ruft Adlerhorst. Kommen!“
    „Adlerhorst hört.“
    „In neun Uhr, circa vierzig, und elf Uhr, circa sechzig, richten sich Scharfschützen ein. Benötigen Anweisung, wie hiermit zu verfahren ist. Ende.“
    Masood zeigte auf die mit ‚A2‘ markierte Stellung. „Sag bloß, die Brüder sind auf der Moschee! Schau hier, das sind ungefähr vierzig Meter!“ Er griff zum Mikrofon. „Adler Zwo von Adlerhorst, kommen!“
    „Adler Zwo hört.“
    „Wir

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