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Deadline - Toedliche Wahrheit

Deadline - Toedliche Wahrheit

Titel: Deadline - Toedliche Wahrheit Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Mira Grant
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ließ. Es war keine Impulshandlung gewesen. Das hatte ich eigentlich auch nicht erwartet, aber trotzdem hätte ich, als ich seinen Tonfall hörte, am liebsten den Tee beiseitegestellt und den Schnaps hervorgeholt. »Ich habe über ein Reisebüro einen Flug von Heathrow nach New York gebucht, anstatt einfach online ein Ticket zu kaufen. Von dort bin ich nach Seattle geflogen, wo ich von meinem Reisepass auf den meines Vaters umgestiegen bin und mir einen Flug nach Portland gesucht habe. Von dort bin ich dann mit einem Privatflugzeug weiter nach Weed. Der Herr, dem das Flugzeug gehörte, hat Bargeld angenommen, und in seinem Ladeverzeichnis wird stehen, dass ich eine junge Kanadierin gewesen sei, die zu einer Blumenschau in die Staaten wollte.«
    »Was hat das gekostet?«
    »So viel, dass du zutiefst dankbar dafür sein solltest, dass ich eine Gewinnbeteiligung und kein festes Gehalt bekomme, sonst würdest du mir nämlich ein hübsches Sümmchen schulden.« Mahir nahm seine Brille ab und rieb sich mit dem Handrücken die Augen. »Ich fürchte, ich bin nicht mehr zu viel zu gebrauchen. Ich bin jetzt schon fast anderthalb Tage wach.«
    »Das habe ich mir schon gedacht.« Der Wasserkocher fing an zu blubbern. Ich schaltete ihn aus, hängte einen Teebeutel aus Maggies absurd großer Auswahl in den Becher und goss Wasser darüber. Dann brachte ich Mahir den Becher und die Sojamilch. »Gib mir die Kurzfassung. Wie schlimm ist es?«
    »Wie schlimm es ist?« Mahir beschäftigte sich einen Moment lang mit seinem Tee und sprach erst wieder, als er mit dem Becher in beiden Händen auf seinem Stuhl saß. Mit festem Blick schaute er mich an und sagte: »Ich bin mit dem Datenmaterial, das du mir gegeben hast, zu drei Ärzten gegangen, die ich mit ziemlicher Sicherheit für seriös halte. Einer hat mich ausgelacht. Er meinte, wenn etwas Derartiges vorginge, hätte er davon gehört, da die entsprechenden statistischen Tendenzen praktisch nicht zu übersehen wären. Außerdem meinte er, dass derartige Vorgänge sich in den Zensusdaten widerspiegeln würden. Ich forderte ihn dazu auf, zu beweisen, dass sie das nicht taten.«
    »Und?«
    »Drei Tage später hat er aufgehört, meine Anrufe entgegenzunehmen. Ich vermute, der Grund dafür war, dass sich in den Zensusdaten genau das widergespiegelt hat, was er abgestritten hatte.« Mahir trank einen Schluck Tee, verzog das Gesicht und fuhr fort: »Als ich zu ihm ging, um ihn persönlich zur Rede zu stellen, war er fort – und er hat keine Nachsendeadresse hinterlassen.«
    Scheiße aber auch , sagte George.
    »Mit dem zweiten Arzt, an den ich mich gewandt habe, hatte ich mehr Glück – ich glaube in erster Linie, weil er Australier war und es ihm ziemlich egal war, was die örtliche Regierung über seine Arbeit dachte. Er meinte, dass die Ergebnisse Hand und Fuß hätten, auch wenn die Schlussfolgerungen etwas übertrieben seien, und dass er am liebsten versuchen würde, die Ergebnisse an Versuchstieren zu testen.«
    »Die Ergebnisse lassen sich anwenden?«, fragte ich verwirrt.
    »Im Sinne von … tja, es ist ein bisschen wie mit der Forschung, die man zur Jahrhundertwende mit Parasiten durchgeführt hat. Dabei hat man entdeckt, dass man eine ganze Reihe von Autoimmunstörungen mithilfe von spezialisierten Parasiten in den Griff bekommen kann, weil die Parasiten das Immunsystem hinreichend ablenken. Das hält den Körper davon ab, sich selbst zu attackieren. Kellis-Amberlee ist deswegen so effektiv, weil es sich wie ein natürlicher Bestandteil des Körpers verhält – das Virus ist unser ständiger Begleiter, weshalb unser Immunsystem es nicht angreift. Das Problem ist, dass der Körper es auch dann, wenn es den Zustand wechselt, nicht als Feind erkennt.
    Ich runzelte die Stirn. »Da komme ich nicht mehr mit.«
    »Weil der Körper das schlafende Virus als Teil seiner selbst betrachtet, ist er nicht dazu bereit, das erwachende Virus zu bekämpfen. Aber diejenigen, die irgendwie eine Attacke des aktiven Virus überleben – indem sie ihm zum Beispiel ausgesetzt werden, wenn sie noch zu klein sind, um eine Vermehrung zu erleiden, oder weil sie von Natur aus resistent sind – , können eine gewisse Menge davon in ihrem Körper ›einlagern‹, wie einen Parasiten. Dadurch bringen sie dem Körper bei, wogegen er sich wehren muss.«
    »Also wollte dieser Kerl was machen – einen Haufen Kängurus infizieren und abwarten, was passiert, wenn sie größer werden?«
    »Im Prinzip ja.«
    »Was ist

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