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Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Titel: Deathkiss - Suess schmeckt die Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
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folgte. Sie roch den Rauch, sah die blinkenden Lichter, bevor sie in die Straße einbog, in der ihr Bruder und seine Frau seit Jahren wohnten.
    Böse Vorahnungen quälten sie. Ihre Gedanken kreisten um Robert und seine Familie. Bilder schossen ihr durch den Kopf: der Hochzeitsempfang der beiden … Mary Beth in ihrem bodenlangen, mit Perlen bestickten Kleid, als nach dem rituellen Anschneiden der Hochzeitstorte auf das Brautpaar angestoßen wurde. Ihr erster Tanz. Mary Beths Freudentränen. Später dann die Geburt ihrer Tochter Elizabeth, ihre Taufe in der Kirche St. Theresa. Und ein paar Jahre darauf wurde Robert Junior geboren. Shannon erinnerte sich noch genau an den Tag: Sie hatte vor dem Kreißsaal gewartet, um ihren jüngsten Neffen zu begrüßen. In rascher Folge kamen ihr Familientreffen in den Sinn, bei den Carlyles, bei den Flannerys. Robert und Mary Beth hatten entweder geturtelt wie Jungverheiratete oder überhaupt nicht miteinander gesprochen, weil sie sich wieder einmal gestritten hatten.
    Shannon bog um die letzte Kurve und sah das reine Chaos vor sich.
    Ab dem Wohnblock neben Roberts Haus war die Straße abgesperrt. Ein Löschzug und zwei Feuerwehrautos standen vor Roberts Haus beim nächsten Hydranten. Polizeiautos mit rotierendem Blinklicht parkten auf der Straße. Dutzende von Nachbarn und Gaffern standen herum, von den Einsatzfahrzeugen angelockt. Auf der anderen Straßenseite parkte der unvermeidliche Ü-Wagen, ein Reporter hatte sich bereits vor der Brandstelle in Positur gestellt.
    Flammen loderten zum Himmel empor, schwarze Rauchwolken wallten auf. Shannon wurde flau im Magen. Bitte, lieber Gott, gib, dass niemandem etwas zugestoßen ist. Bitte, bitte.
    Die Feuerwehrleute hatten die Situation unter Kontrolle. Schläuche verliefen quer über die Straße und den Rasen. Männer und Frauen in Schutzanzügen spritzten Wasser auf das Dach und die Nachbarhäuser. In das Tosen und Prasseln der Flammen mischte sich ein lautes Zischen, und Dampf stieg auf.
    Trotz ihrer schmerzenden Rippen trabte Shannon im Laufschritt die vor Nässe glänzende Straße entlang. Der Rauch reizte sie zum Husten, als sie sich einen Weg durch das Gedränge der Menschen bahnte, die den Brand und die Löscharbeiten fasziniert beobachteten.
    An der Polizeiabsperrung wurde Shannon aufgehalten. »Bleiben Sie bitte hinter der Absperrung, Madam«, befahl ein stämmiger Polizist.
    »Aber das ist das Haus meines Bruders!«
    »Zurückbleiben, Madam.«
    »Ist noch jemand darin? Bitte, wissen Sie etwas darüber?«, fragte sie verzweifelt. Ihr Blick glitt über die Feuerwehrleute in Helmen und Schutzanzügen, die alle gleich aussahen. War Robert unter ihnen?
    Natürlich nicht. Es ist nicht seine Schicht. Du hast ihn erst vor ein paar Stunden gesehen.
    Und Mary Beth?
    Die Garage war geschlossen, so dass sie nicht wissen konnte, ob ein Auto darin stand. Und die Kinder … O lieber Gott, die Kinder. Sie mussten einfach in Sicherheit sein.
    »Ist … War jemand im Haus?«, wiederholte sie ihre Frage.
    »Hören Sie, Lady, fahren Sie lieber wieder nach Hause. Sie werden es früh genug erfahren«, versetzte der Polizist unwirsch.
    »Kommt nicht in Frage. Wo ist der polizeiliche Brandermittler? Shea Flannery?«
    Ein weiterer Polizist mit fliehendem Kinn und bleistiftdünnem Oberlippenbart sagte mit einer Handbewegung nach hinten: »Ich glaube, er ist dort drüben, aber Sie dürfen nicht hinter die Absperrung.«
    »Ich bin die Schwester des Hauseigentümers! Womöglich befindet sich jemand aus meiner Familie im Haus!«
    »Umso mehr Grund, hinter der Absperrung zu bleiben.«
    Jemand fasste sie von hinten am Ellenbogen, und sie fuhr herum in der Erwartung, dass ein weiterer Macho-Polizist oder –Feuerwehrmann von Santa Lucia sie fortführen wollte. Stattdessen sah sie Travis Settler vor sich. Ein Teil von ihr wollte sich gehenlassen, ihm in die Arme sinken. Sie brauchte jemanden, der sie festhielt und ihr sagte, dass alles wieder gut werden würde.
    Stattdessen blickte sie zu ihm auf und fragte: »Was machen Sie denn hier?«
    »Ich habe die Sirenen gehört. Das Motel ist nur eine halbe Meile von hier entfernt. Ich dachte … Herrgott, ich weiß selbst nicht, was ich dachte.« Seine Augen waren dunkel wie die Nacht. »Aber nach dem Brand neulich auf Ihrem Grundstück musste ich einfach herkommen und nachsehen, und jetzt …« Er schüttelte den Kopf. Tiefe Falten zogen sich von den Nasenflügeln bis zu den Mundwinkeln.
    »Es ist ein

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