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Der dunkle Turm - Gesamtausgabe

Der dunkle Turm - Gesamtausgabe

Titel: Der dunkle Turm - Gesamtausgabe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen King
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konnte sich gleichermaßen um Telepathie oder (Gott bewahre!) Teleportation oder sogar ein Zittern tief im Gefüge der Realität handeln – einen Vorläufer der nahenden Zerstörung des Bärenbalkens. Unmöglich festzustellen. Jedenfalls waren immer mehr dieser zuvor untätigen und geheimnisvollen Apparate in den vergangenen drei, vier Monaten zum Leben erwacht.
    »Was sagt Jenkins dazu?«, fragte Pimli. Er steckte den ‚45er Colt in die Dockerschlinge, fast ohne darüber nachzudenken, und bringt uns damit dem, was ihr nicht hören wollt und ich nicht erzählen will, einen Schritt näher.
    »Jenkins plappert, was immer seinen Mund auf dem fliegenden Teppich von Zunge verlässt«, sagte Finli mit rüdem Schulterzucken. »Wie kann ich ihn nach seiner Meinung fragen, wenn er nicht mal die Bedeutung der Symbole auf den Anzeigen und Bildschirmen der Tiefentelemetrie kennt?«
    »Immer mit der Ruhe«, sagte Pimli und legte seinem Sicherheitschef eine Hand auf die Schulter. Er war überrascht (und etwas besorgt), als er spürte, wie das Fleisch unter Finlis elegantem Oberhemd von Turnbull & Asser merklich bebte. Oder sogar zitterte. »Ganz ruhig, Kumpel! War bloß ’ne Frage.«
    »Ich kann nicht schlafen, ich kann nicht lesen, ich kann nicht mal bumsen«, sagte Finli. »Ich hab’s mit allen dreien versucht, bei Gan! Ich bitte dich, geh mit ins Damli House hinüber und sieh dir die verdammten Ausdrucke an. Vielleicht fällt dir irgendwas dazu ein.«
    »Ich bin Trailboss, kein Techniker«, sagte Pimli milde, war aber bereits zur Tür unterwegs. »Da ich im Augenblick jedoch nichts Besseres zu tun habe …«
    »Vielleicht ist es ja nur das nahende Ende, das sich irgendwie ankündigt«, sagte Finli und blieb an der Tür stehen. »Als ob es bei einer Sache dieser Art ein nur geben könnte.«
    »Vielleicht ist es das«, sagte Pimli gleichmütig. »Außerdem wird uns ein kleiner Morgenspaziergang … He! He, du da! Du dort drüben! Du Rod! Dreh dich gefälligst um, wenn ich mit dir rede!«
    Der Rod, ein zerlumpter Kerl in einer alten Latzhose aus Jeansstoff (der tief herabhängende Hosenboden war fast weiß ausgebleicht), gehorchte. Er hatte ein pausbäckiges, sommersprossiges Gesicht, und die Augen leuchteten in einem gewinnenden Blau, auch wenn ihr Ausdruck im Moment von Besorgnis sprach. Eigentlich hätte er nicht einmal schlecht ausgesehen, wäre da nicht seine Nase gewesen, die auf einer Seite fast völlig weggefressen war, was ihm das groteske Aussehen eines Mannes mit nur einem Nasenloch verlieh. Er trug einen Korb unter dem Arm. Pimli glaubte, dieses schlurfende Bah-bo schon früher auf der Ranch gesehen zu haben, war sich seiner Sache aber nicht ganz sicher; für ihn sahen alle Rods gleich aus.
    Das spielte für ihn jedoch keine Rolle. In Sachen Identifizierung war Finli zuständig, der jetzt auch die Initiative ergriff, indem er einen Gummihandschuh aus dem Gürtel zog und ihn sich überstreifte, während er vortrat. Der Rod wich an die Wand zurück, umklammerte den Weidenkorb fester und ließ einen lauten Furz fahren, aus dem wohl reine Nervosität sprach. Pimli musste sich ziemlich fest auf die Innenseite seiner Wange beißen, um zu verhindern, dass auf seinen Lippen ein Lächeln erschien.
    »Nay, nay, nay!«, rief der Sicherheitschef und schlug dem Rod mit der nun behandschuhten Hand kräftig ins Gesicht. (Ungeschützten Hautkontakt mit Kindern von Roderick vermied man lieber; sie trugen zu viele ansteckende Krankheiten mit sich.) Loser Speichel flog aus dem Mund des Rod und Blut aus dem einen Nasenloch. »Sprich nicht mit deiner Ki’abteilung zu mir, Sai Haylis! Das Loch in deinem Gesicht ist kaum besser, aber es kann mir wenigstens einen respektvollen Gruß entbieten. Ich will’s zumindest hoffen!«
    »Heil, Finli o’ Tego«, murmelte Haylis und schlug sich so kräftig mit der Faust an die Stirn, dass sein Hinterkopf an die Wand knallte – bonk! Damit war’s um Pimli geschehen: Er konnte sich nicht länger beherrschen und lachte bellend los. Auch Finli würde ihm das auf ihrem Weiterweg zum Damli House nicht vorwerfen können, lächelte er doch nun ebenfalls. Pimli bezweifelte allerdings, dass der Rod namens Haylis dieses Lächeln sonderlich tröstlich finden würde. Dazu ließ Finli dabei zu viele scharfe Zähne sehen. »Heil, Finli von der Wache, lange Tage und angenehme Nächte wünsch ich Euch, Sai!«
    »Schon besser«, sagte Finli anerkennend. »Nicht viel, aber immerhin. Was zum Teufel machst du hier

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